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Alles Elektro? Wo die Stärken der klassischen Verbrenner liegen

Alles Elektro? Wo die Stärken der klassischen Verbrenner liegen

Service Tipp

Es mag sein, dass die Elektromobilität gerade in aller Munde ist, doch ob sie uns allen tatsächlich die erhoffte Mobilitätswende bescheren wird, ist bislang alles andere als eine ausgemachte Sache. Das gilt sowohl für die Elektroautos, als auch für die aktuell überaus beliebten E-Scooter, die in immer mehr europäischen Städten auftauchen.

Warum ist das so? Ein Grund liegt im Nutzungsverhalten. Die kleinen Elektro-Tretroller galten lange Zeit als Hoffnungsträger in Sachen Mikromobilität. Der Effekt der kleinen Fahrzeuge – so hoffte man – sollte eine erhebliche Entlastung gerade deutscher Großstädte sein, von denen einigen bereits der Verkehrskollaps droht.

Würden also Berufspendler auf ihr Auto verzichten und stattdessen für innerstädtische Strecken einen solchen Roller benutzen, würde deutlich mehr Platz auf den Straßen herrschen. Stattdessen aber trat ein anderer Effekt ein. Die überwiegende Nutzung der kleinen Gefährte entfällt auf Touristen. Jene benutzen lieber einen E-Scooter anstatt das Sightseeing zu Fuß zu bestreiten. In Summe kam es dadurch bislang nicht zu weniger, sondern zu mehr rollendem Verkehr. Und das im übrigen oftmals auf Bürgersteigen, wo die Nutzung dieser zweirädrigen Gefährte per Gesetz unzulässig ist.

Ein ähnlicher Effekt tritt aktuell bei Elektroautos zutage. Dort zeichnet sich der Trend ab, dass das Elektroauto nicht als Ersatz für den bisherigen Verbrenner fungiert, sondern vielmehr als Zweitwagen. Das Nutzungsverhalten des Besitzers ändert sich dann nur dahingehend, dass der Benziner oder Diesel auf Langstrecken verwendet wird – beispielsweise zwischen Städten – und das Elektroauto im innerstädtischen Bereich. Auch hier ist unterm Strich eine Vergrößerung der Fahrzeugflotte insgesamt zu konstatieren.

Es sind durch das Aufkommen der Elektromobilität nicht weniger beziehungsweise gleichbleibend viele Autos im Umlauf, sondern mehr. Statt Autos mit Verbrennungsmotoren abzulösen, treten Elektroautos zum existierenden Fahrzeugbestand hinzu.

Bislang ungelöste Probleme bei der Mobilität 2.0

Neben diesem Nutzungsverhalten bestehen noch weitere Probleme: So ist beispielsweise die Frage der Wiederverwertung der großdimensionierten Akkus, die in diesen Autos zum Einsatz kommen, noch gar nicht geklärt. Fakt ist aber, dass das Recycling eines Lithium-Ionen-Akkus häufig viel aufwendiger ist, als die Produktion eines solchen.

Auch aus Verbrauchersicht gibt es einiges zu bedenken, vor allem, was die Berechnung der Stromkosten anbelangt und wie viel höher diese letzten Endes, verglichen mit der Zeit vor dem Elektroauto ausfallen werden. Komplizierte Rechenformeln und die im Zuge der Energiewende steigenden Strompreise können den Betrieb eines Elektroautos, gemessen am Spritpreis, der für Verbrenner fällig wäre, zu einem teuren Spaß werden lassen.

Und nicht zuletzt die Frage nach Wartung, Reparatur und Unterhalt der neuartigen Fahrzeuge kann schon sehr bald sehr drängend werden. Für Kraftfahrzeuge mit konventionellem Verbrennungsmotor gibt es nicht nur ein flächendeckendes Netz an Fachwerkstätten für jeden denkbaren Service, sondern mittlerweile sogar die Möglichkeit, deren Dienstleistungen über Online-Portale in Anspruch zu nehmen. Währenddessen stecken die entsprechenden Strukturen die elektrisch betriebene Fahrzeuge gerade erst in den Kinderschuhen.

Einen Wechsel zu dieser neuen Technologie sollte man sich also reiflich überlegen und erst nach Abwägung aller zu berücksichtigenden Faktoren vollziehen, von denen einige wichtige an dieser Stelle bereits vorweggenommen worden sind.

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