Umweltfreundlich nach Kitzbühel ins Skigebiet

Blick vom Hahnenkamm auf Kitzbühel
Blick vom Hahnenkamm auf KitzbühelFoto-Quelle: Heiner Sieger/Redaktion München
Heiner Sieger

Der Wintermorgen dämmert gerade heran, als der schwarze Luxus-Reisebus sich am Münchner Zentralen Omnibusbahnhof gegen 7 Uhr in Bewegung setzt. Es ist der Start in einen entspannten Skitag in den Kitzbüheler Alpen. Nach einer kurzen Begrüßung reicht der Begleiter Butterbrezn, frischen Kaffee, die Boulevardzeitung vom Tag und die Skipässe, die noch bis zum Abend des Vortags im Internet gebucht werden können.

Ein Skibus ersetzt mindestens 25 Pkws
GeldhauserEin Skibus ersetzt mindestens 25 Pkws

Im Preis von 59 Euro (Mo-Fr) bzw. 62 Euro (Sa-So) sind zwei Euro Pfand sowie ein Vorzugsbon enthalten, der zehn Prozent Rabatt auf alle Speisen im Bergrestaurant Pengelstein gewährt. Keine zwei Stunden später hat der „KitzSki-Xpress“ sein Ziel erreicht, die Talstation der Fleckalm-Bahn in Kirchberg, dem von München aus am schnellsten erreichbaren Einstieg auf die Pisten der Kitzbüheler Bergbahnen.

"Die Menschen denken immer mehr an die Umwelt"

Im zehnten Jahr fährt der von der Firma Geldhauser betriebene Zubringer je nach Schneelage auch diesen Winter die rund 140 Kilometer zwischen München und Kitzbühel. Franz Gerstmayer und Martin Geldhauser hatten 2010 die Idee, München und Kitzbühel mit einem Tages- und Umweltbus zu verbinden. Aus dem ursprünglichen 3-Jahresvertrag ist bis heute ein Erfolgsmodell entstanden, dass pro Saison mehr als 5000 Menschen nutzen, auch die inzwischen angebotenen Mehrtagesreisen samt Übernachtung sind sehr beliebt.

Geschmeidig abfahren...
Kitzbüheler Bergbahn AGGeschmeidig abfahren...

Auch aus Augsburg und Nürnberg fährt ein KitzSki-Express. Schon 1988 war das Unternehmen Pionier mit dem „Umweltbus“, der noch heute viermal in der Woche von München ins Zillertal fährt. „Die Menschen denken immer mehr an die Umwelt, das kommt uns zunehmend zugute, ganz abgesehen von den günstigen Kosten und dem Komfort inklusive Toilette an Bord“, sagt Franz Gerstmayr. Der Xpress ist in der Tat ein sehr umweltfreundliches Verkehrsmittel: „Pro Fahrt werden 1,8 Liter Diesel pro Person benötigt, ein Bus ersetzt mindestens 25 PKWs“, rechnet er vor.

Die neue Fleckalm-Bahn: dreimal schneller

Seit diesem Winter geht es mit der neu gebauten Fleckalm-Bahn zudem dreimal so schnell wie früher auf den Berg und zur Piste. Außerdem ist sie gegenüber den Vorgänger weniger windanfällig, was die Zahl der hin und wieder vorkommenden Ausfälle deutlich minimiert. In Zusammenarbeit mit der Firma Leitner aus Sterzing hat die Kitzbüheler Bergbahnen AG die neue Anlage mit einem Investment von 27,5 Millionen Euro in nur 235 Tagen errichtet. Verantwortlich für den weitsichtigen Ausbau der Kitzbüheler Bergbahn AG ist deren Vorstand Sepp Burger.

Die neue Talstation der Fleckalmbahn in Kirchberg bei Kitzbühel
Kitzbüheler Bergbahn AGDie neue Talstation der Fleckalmbahn in Kirchberg bei Kitzbühel

In seiner seit 1.12. 2008 dauernden Amtszeit wurden 225 Millionen Euro in 110 Einzelprojekten investiert, davon allein 18 Lift- und Seilbahnanlagen sowie 17 Pistenprojekte. In der gleichen Zeit hat das Unternehmen seinen Umsatz auf knapp 60 Millionen Euro verdoppelt und wuchs zur zweitgrößten Seilbahngesellschaft in Österreich heran.

Die neuen 12er-Gondel der Fleckalmbahn
KIrtbüheler Bergbahn AGDie neuen 12er-Gondel der Fleckalmbahn

Zudem wurde das Skigebiet von Skiresort.de, dem weltweit größten Testportal für Skigebiete, vor allem auch wegen des Komforts der Aufstiegsanlagen zwischen 2013 und 2019 sieben mal in Folge als weltbestes Skigebiet ausgezeichnet. „Besonders ans Herz gewachsen ist mir die Beschneiung in den Alpen auf absolute Spitzenklasse gehoben zu haben“, blickt der 66-Jährige zurück, der sein Amt in Kürze an einen Jüngeren übergibt. „Ich war immer bemüht, unsere Gäste zufrieden zu stellen. Ich glaube, dass mir das gut gelungen ist mit der
neuen Fleckalmbahn als krönendem Abschluss.“

Nachhaltigkeit als ernsthaftes Anliegen

Ein Anliegen waren dem früheren Chief Commercial Officer der österreichischen Fluglinie AUA dabei auch immer Umweltschutz und Nachhaltigkeit. So verfügt die neue Fleckalmbahn über ein energiesparendes Direktantriebssystem und ein ressourcenschonendendes, geschwindigkeitsgetriebenes Kapazitätsmanagement, mit einer um ein Viertel reduzierten Anzahl der Stützen und einer um die Hälfte verringerten Anzahl an Fahrgastkabinen bei gleicher Beförderungsleistung. Alle diese Maßnahmen führen zu einer Energieersparnis von jährlich 75.000 kWh.

Idyll an der Skipiste bei Kitzbühel
Heiner Sieger/Redaktion MünchenIdyll an der Skipiste bei Kitzbühel

Zudem verbinden kostenlose Skibusse im 15-Minuten Takt die Skiorte von Mittersill bis Aschau bei Kirchberg. Gratis ist für Gäste auch der „Streif-Zug“: Aus zwei Richtungen, sowohl aus St. Johann als auch aus Brixen und Westendorf nimmt der Zug kostenlos jeden mit, der im Skianzug und mit gültigem Skipass aus den Nachbarorten zur Kitzbüheler Bahnstation „Streif“ fährt, wie die legendäre Hahnenkammbahn auch genannt wird.

Sondertarife zum Hahnenkammrennen 2020

Apropos Streif: Wenn am 24., 25. und 26. Januar Skifans wieder Kitzbühel mit seinen Weltcuprennen in den Blick nehmen, herrscht rund um diese Pisten, im Skistadion, an der Hahnenkammbahn und den dazugehörenden Zufahrtswegen der Ausnahmezustand. Zum 80. Hahnenkamm-Rennen startet die Bergbahn unter dem Motto „Höchstes Preisgeld – niedrigste Tarife“ ein Sonderangebot: Die Skitageskarte kostet am 25. und 26. Januar 2020 im gesamten Skigebiet in Kitzbühel/Kirchberg (234 Pistenkilometer, 57 Bahnen und Lifte) nur 40 Euro für Erwachsene, Jugendliche zahlen 20 Euro und Kinder zehn Euro.

Sepp Burger, Vorstand der Kitzbüheler Bergbahn AG, hat Kitzbühel in den vergangenen zehn Jahren zum weltweit führenden Skigebiet ausgebaut.
Bergbahn Kitzbühel AGSepp Burger, Vorstand der Kitzbüheler Bergbahn AG, hat Kitzbühel in den vergangenen zehn Jahren zum weltweit führenden Skigebiet ausgebaut.

Wer ohne Staus und Wartezeiten an den Liften sein Pistenerlebnis genießen möchte, kann zum Beispiel mit dem KitzSki-Xpress Kirchberg anfahren. Von dort transportieren die Fleckalmbahn oder die Maierl-Gondelbahn die Gäste zur Ehrenbachhöhe. Von dort gelangt man zu den zahlreichen Pisten rund um den Steinbergkogel und den Pengelstein.

Winterromantik mit dem Mondschein-Duo

Wen es an einem dieser oder anderen Wintertagen dann in den Rasmushof am Zielhang der Streif verschlägt, kann dort bei einem knusprigen Kaiserschmarrn die Musik des „Mondschein-Duos“ genießen. Giovanni, 81 und Franz, 77 geben mit Gitarre und Akkordeon singend und jodelnd Stücke zum Besten wie das „Kitzbüheler Lied“ oder „Es war so wunderschön, Dir mein Herz zu schenken“.

Franz (l.) und Giovanni, das jodelnde Mondschein-Duo
Heiner Sieger/Redaktion MünchenFranz (l.) und Giovanni, das jodelnde Mondschein-Duo

Die beiden kokketieren auf chramante Weise mit ihrem Alter: „Wir sind das Mondschein Duo, weil wir immer so spät nach Hause kommen. Außerdem sind wir froh, dass wir von der Straße weg sind. Bis vor kurzem waren wir noch ein Trio, aber einer ist uns weggestorben“, erzählt Franz. Und Giovanni schmunzelt augenzwinkernd: „Wir sind froh, dass wir noch die Liedertexte wissen, immerhin rund 200 haben wir im Kopf. Früher haben wir häufig gespielt auf Geburtstagen, Hochzeiten und Tiroler Abenden, heute spielen wir mehr auf Scheidungen.“

Service-Informationen:
Der KitzSki-Express ist nicht die einzige Möglichkeit, umweltfreundlich auf die Piste zu gelangen. So geht es bereits ab sechs Euro mit dem Flixbus aus vielen deutschen Städten in verschiedene Skigebiete. Zu den Top-Destinationen, die vom Fernbus-Veranstalter angefahren werden, zählen unter anderem Tignes sowie Dolomiti Superski und die Zuspitze. Außerdem ist die Stadt Innsbruck mit ihren umliegenden Skigebieten bequem mit dem Fernbus zu erreichen. Weitere Anbieter aus München sind:

Ski & Board Tagesfahrten mit dem Autobus Oberbayern
Skigebiete: Hochzillertal, St.Johann in Tirol, Großglockner Matrei

Top on Snow
Skigebiete: St. Johann in Tirol, Söll/Wilder Kaiser, Fieberbrunn

Skimax – Perfect Sunday
Skigebiete: u.a. Silvretta Montafon, Hochfügen, Hintertux, Kitzstein Horn

Berr Reisen
Tagesfahrten in die Skigebiete Ellmau, Dachstein, und Wipptal – auch unter der Woche.

Mit der Bahn: Garmischer Ski-Express
Ein Sonderzug, der samstags, sonntags und feiertags in 82 Minuten vom Münchner Hauptbahnhof über Pasing, Tutzing und Weilheim direkt zum Hausberg fährt.

Günstig und praktisch zugleich kommt auf die Piste, wer Kombi-Angebote für Anreise und Tagesskipass nutzt. Bei Münchnern beliebt ist das Garmischer Ski-Ticket: Ab 54 Euro kommt man von Anfang Dezember bis Ende April in rund zwei Stunden vom Münchner Hauptbahnhof auf die Zugspitze oder den Garmischer Hausberg und spart sich dort den Liftpass.

Ein ähnliches Angebot gibt es für Oberstdorf: Von Stuttgart oder Ulm geht es zwischen Ende Dezember und Ende März jeden Samstag für 59,50 Euro mit dem Schnee-Express Allgäu in die Skigebiete Fellhorn, Nebelhorn und Söllereck. Auch hier ist der Liftpass inklusive, zudem die Nutzung der Ortsbusse in Oberstdorf.

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