Crypto Trading: Sinnvolle Geldanlage oder reines Glücksspiel?

Crypto Trading: Sinnvolle Geldanlage oder reines Glücksspiel?
Crypto Trading: Sinnvolle Geldanlage oder reines Glücksspiel?
Service Tipp

Kryptowährungen wie Bitcoin und Co. sorgen immer wieder für Furore, wenn es zu einer größeren Kursrally kommt. Darüber hinaus gibt es auch Trader, die durch Kryptowährungen Vermögen generiert haben. Doch macht dies das Crypto Trading zu einer lohnenden Angelegenheit? Ist es sinnvoll, sich im Handel mit Kryptowährungen zu engagieren und was ist dabei zu beachten?

Crypto Trading: Wie funktioniert das eigentlich?

Das Prinzip des Handels mit Kryptowährungen wie Bitcoin, Litecoin und Co. stellt sich eigentlich gar nicht so anders dar als der herkömmliche Devisenhandel. Auf Kryptopedia.org wird es sehr anschaulich erklärt:
1. Der Trader meldet sich bei einer entsprechenden Kryptobörse an
2. Der Trader zahlt einen bestimmten Betrag ein
3. Nun folgt die Auswahl der Basiswerte sowie der Kauf oder „Leerverkauf“ einer Digitalwährung
4. Nach dem Schließen der Position ergibt sich entweder ein Gewinn oder ein Verlust
In diesem Fall ist eine digitale Geldbörse (Wallet) erforderlich, weil der Trader die Coins nicht wirklich besitzt. Sie oder er handelt hierbei vielmehr mit CFDs (Differenzkontrakte) und setzt auf steigende oder fallende Kurse. Dies funktioniert grundsätzlich folgendermaßen:
- Wette auf steigende Kurse: CFDs werden gekauft und später mit einem Gewinn wieder verkauft.
- Wette auf fallende Kurse: CFDs werden zunächst leerverkauft und (hoffentlich) später zu einem niedrigen Preis wieder gekauft.
Wie sich bereits erkennen lässt, bietet das Krypto-Trading die Möglichkeit, auch bei fallenden Kursen Renditen zu erzielen.

Hebel als Chance und Risiko zugleich

CFDs weisen noch eine interessante Besonderheit auf: Anleger können hierbei einen Hebel nutzen, mit denen sich die potenzielle Rendite deutlich erhöhen lässt. Das Prinzip des Hebels zeigt das folgende Beispiel:
Ein Trader möchte CFDs auf eine Kryptowährung zum Kurs von 1 € kaufen. Er setzt von seinem Kapital 100 Euro ein und nutzt einen Hebel von 20. Nun kauft er nicht 100 Einheiten, sondern 2.000 CFDs. Die 1.900 Euro leiht er sich kurzfristig vom jeweiligen Broker. Steigt nun der Kurs auf 1,10 Euro, erzielt der Trader nicht 10 Euro Gewinn (wie beim Einsatz von 100 Euro), sondern 200 Euro. Die Rendite steigt also von 10% auf 200%.
Was auf den ersten Blick sehr verlockend wirkt, hat jedoch auch eine Schattenseite: Mit Verlusten funktioniert das Ganze genauso. Auch diese werden durch Hebel erheblich erhöht. Deshalb gelten mittlerweile strenge Regulierungen durch die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA). Demnach sind Hebel beim Crypto Trading auf den Faktor 2 begrenzt. Für das obige Beispiel bedeutet dies, dass ein Trader mit 100 Euro Eigenleistung maximal eine Transaktion im Wert von 200 Euro anstoßen kann.

Was sollten Anleger noch beachten?

Der Grundstein für den Handel mit Kryptowährung bildet ein guter Broker. Aus diesem Grund ist es wichtig, sich vorher die einzelnen Anbieter genau anzuschauen und anhand der wichtigen Entscheidungskriterien einen passenden Broker herauszusuchen. Doch welche Kriterien sind hierbei eigentlich wichtig?

Wichtige Entscheidungskriterien bei der Suche nach einem CFD Broker
1. Regulierung
Bei der Auswahl des jeweiligen Brokers sollten Interessenten stets auch einen Blick auf die Regulierung werfen. Regulierungsbehörden wie die CYSEC aus Zypern haben sich in den letzten Jahren deutlich zu mehr Sicherheit bekannt und sorgen somit dafür, dass die Broker gewisse Sicherheitsregelungen wie die Trennung von Kundengeldern und Eigenmitteln einhalten. Eine Regulierung durch die britische FCA gilt oft als noch sicherer. Somit gilt: Trader sollten auf eine Regulierung innerhalb der EU oder Großbritanniens achten.
2. Gebühren
In der heutigen Marktsituation existieren kaum noch Broker, die noch eine Grundgebühr von ihren Kunden fordern. Aus diesem Grund sollte sich der Blick vor allem auf die Gebühren für Transaktionen richten. Diese werden in Form von Spreads berechnet. Wenn ein Kunde eine Kryptowährung kaufen oder verkaufen möchte, liegt der Kurs beim Broker minimal höher (Kauf) oder niedriger (Verkauf) als der Marktpreis. Von dieser als Spread bezeichneten Differenz leben die Broker und die Gebührengestaltung fällt durchaus unterschiedlich aus.
3. Mindesteinzahlung
Die Mindesteinzahlung ist gerade für Kleinanleger sehr interessant, die zunächst mit eher geringen Beträgen starten möchten. Gängige Werte liegen hierbei zwischen 100 und 200 Euro. Einige Broker stellen jedoch sehr geringe Mindesteinzahlungen von nur 10 Euro zur Verfügung oder verzichten sogar komplett darauf.
4. Handelsplattform
Die Handelsplattform sollte intuitiv bedienbar sein und zudem Echtzeitkurse bieten. Darüber hinaus ist es immer sinnvoll, wenn die wichtigsten Instrumente der technischen Analyse wie zum Beispiel wichtige Indikatoren zur Verfügung stehen.
5. Informationsmaterialien
Bietet der Broker Informationsmaterielaien zu den wichtigsten Grundbegriffen und Zusammenhängen an? Viele Broker versetzen ihre Kunden in die Lage, sich ein Bild vom Crypto Trading zu machen und so ein Grundwissen aufzubauen.

Stellt Crypto Trading eine sinnvolle Anlageoption dar?

Fest steht, dass sich mit Crypto Trading durch attraktive Renditen erwirtschaften lassen. Dies ist aber meistens nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich:
- Es liegt eine entsprechende Handelsstrategie vor
- Trader sind mit Kryptowährungen und der Szene vertraut
- Trader arbeiten mit einem guten Money-Management zur Verlustbegrenzung
- Trader kennen sich mit technischer Analyse aus
Damit wird klar: Crypto Trading ist für Anfänger eventuell nicht die richtige Lösung. Diese sollten sich in die Thematik einlesen und später eventuell mit einem kostenfreien Demokonto starten. Auf diesem Weg lassen sich erste Erfahrungen in einem Markt sammeln, der nach wie vor als höchst spekulativ gilt.

Crypto Trading ist nicht für jeden Anleger geeignet

Wer sich für interessante Anlagemöglichkeiten interessiert, findet im Handel mit Kryptowährungen sicherlich spannende Optionen. Doch sollte jedem Anleger klar sein: Der Markt ist zum einen hochspekulativ und zum anderen auch noch sehr neu. Aus diesem Grund sind auch die Erfahrungswerte in diesem Segment noch nicht sonderlich ausgereift. Zum Einstieg in das Trading eignen sich Kryptowährungen normalerweise nicht. Wer sich jedoch intensiv mit der Thematik beschäftigt, kann so durchaus sein Anlageportfolio bereichern.

Kommentare

Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.