Island: Neue Finanzkrise?

Blick über Reykjavik
Blick über ReykjavikFoto-Quelle: By Andreas Tille [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC-BY-SA-3.0-2.5-2.0-1.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Das Jahr 2008 haben die Isländer in schlechter Erinnerung. Ihre drei Großbanken hatten am Finanzkarussell kräftig mitgespielt und alles verloren. Die Krone stürzte ab und Isländer, die sich in Fremdwährung verschuldet hatten, gingen pleite , verloren Haus und Hof. Die pragmatischen Isländer gelobten Besserung und erhielten von ihren nordischen Anrainern Kredite und der Weltwährungsform verhinderte mit Krediten den Bankrott des Staates. Mit einer rigiden Währungspolitik versuchte Island, sich am eigenen Schopf aus dem Finanzmorast zu ziehen. Gesetzlich wurde der Kapitalabfluss von der Insel verboten. Die Investitionspolitik vor der eigenen Haustür brachte die Wirtschaft wieder auf die Beine. Ende gut alles gut?

Leider nein. Die Isolationspolitik zeigt nun ihre Schattenseiten. Weil der Kapitalverkehr praktisch nur noch auf der Insel gestattet ist, stecken Investoren ihr Geld in isländische Aktien. Weil es praktisch nur 10 verschiedene Aktien auf der Insel gibt, legten die Aktien mächtig zu, völlig losgelöst von wirtschaftlichen Aspekten. Es droht eine neue Finanzblase. Die Kapitalsperre aufheben kann die Regierung auch nicht guten Gewissens, weil dann die Krone sofort wieder unter Druck gerät und die Inflation den Mittelstand auf der Insel hart treffen würde. Das wäre das Ende der konservativen Regierung. Vielleicht jeder gewählten Regierung. Denn es brodelt auf der Insel. Nicht nur unter der Erde, die Insulaner können nicht verstehen, das ihnen erneut schwere Zeiten drohen, das sie durch Inflation arm werden könnten.

Resümee: Solange die Finanzströme der Welt funktionieren, ist eine Isolationspolitk für ein Land schädlich. Es hilft auch nicht, den Kopf in den Sand zu stecken. Fehlinvestitionen werden mit zeitlicher Verzögerung präsentiert, und sie werden präsentiert. Da hilft auch nicht der gute Wille, ganz solide zu sein. Wer in das Getriebe der Finanzmärkte geraten ist, wird seine Rechnung auf den Tisch bekommen. Und mit isländischem Fisch in der Dose, ist die Schuld bestimmt nicht zu bezahlen.

Das ist eine Warnung an alle Schuldnerländer in Europa. Es genügt nicht, in der Zukunft eine halbwegs solide Wirtschaftspolitik anzustreben. Die Schatten der Vergangenheit können schnell das zarte Pflänzchen der Konjunktur zerstören. Nur starke Partner können die Länder an der Südflanke der EU vor den rauen Winden der Weltfinanzmärkte schützen. Nur gemeinsam mit ihren Geberländern werden die Länder Griechenland, Portugal, Spanien etc. wieder auf eine Grünen Zweig kommen. Und das kann dauern.

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Hinweis

Spiegel_Online:"Banken gingen pleite, rigide Kapitalsperren stoppten Geldabflüsse: Mit harten Methoden haben die Isländer ihre vor fünf Jahren ausgebrochene Finanzkrise in den Griff bekommen. Eine Zeit lang funktionierte der Rettungsplan. Nun aber droht eine neue Spekulationsblase."

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2 Kommentare

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Die Gier nach leistungslosem Einkommen stirbt eben nicht aus, nur weil man die Grenzen dichtmacht. Aber das Geld bleibt bei den Firmen in Island, die können davon profitieren, es landet nicht auf Offshore-Konten. Wenn die Geier in ihrer Geldgier Verluste machen, sollen sie sie selbst tragen. Nur so funktioniert der Kapitalismus.
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Solange Geld aus Geld generiert wird wird das auch weiter solche Unmöglichkeiten geben.
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