Mein inneres Kind und die Depression

Das Kind in uns steht für Lebensfreude, für Unbekümmertheit, für Freiheit. Doch wo ist es geblieben? Es gab eine Zeit, da war ich Kind, aber ich fühlte mich als Kind nicht angenommen. Ich war nicht richtig, glaubte ich, nicht fertig, nicht brauchbar. Ergo beschloss ich irgendwann, erwachsen zu werden. Und ich wurde erwachsen. Schnell wurde ich erwachsen, viel zu schnell. Das Kind war mir im Weg, also habe ich es beiseite geschoben. Ich habe es ignoriert. Ich habe es genauso behandelt, wie man einst mich behandelte, als ich noch ein Kind war. Und da war ich nun. Ich war erwachsen, erfolgreich, strebsam und zuverlässig. Ich handelte stets überlegt, kontrolliert und angemessen. Ich versuchte, perfekt zu sein. Auf keinen Fall wollte ich mich kindisch verhalten.
Na toll! Und was hat es mir am Ende genutzt? Hat es mir die Anerkennung und Aufmerksamkeit eingebracht, nach er ich als Kind so gelechzt habe? Mitnichten. Die Anerkennung, auf die ich es unbewusst abgesehen hatte, die Anerkennung meiner Eltern, habe ich bis heute nicht bekommen.
Bin ich deshalb depressiv geworden? Möglicherweise hat es auch damit zu tun. Und kann ich das Ruder jetzt, mit Mitte Fünfzig noch einmal herumreißen? Ich denke, ja. Etwas zu ändern ist jeden Tag möglich. Das innere Kind zu erspüren und es mit Liebe und Respekt zu behandeln, dafür ist es nie ganz zu spät. Es ist da. Es wartet...

Hier weiter lesen: Mein inneres Kind

3 Kommentare

Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Anerkennung und Aufmerksamkeit allgemein dürfte es wohl eingebracht haben, wenn Du erfolgreich bist. Ich denke, was hier beschrieben und als Mangel benannt wird, ist wohl eher die "Nestwärme" (Liebe und Geborgenheit), die von den Eltern versagt wurde. Sie als Erwachsener zu finden, ist nicht schwerer als zu Kindheitszeiten. Wenn man mit offenem Herzen auf andere zugeht, mit durchaus kindlicher Neugier und Freude, dann kann das, was man "aussendet" durchaus den richtigen Empfänger treffen. Manchmal ist gerade das Un-Perfekte das Reizvolle an einem Menschen - auch mit Mitte Fünfzig
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Das kann ich gut nachfühlen und es ist nie zu spät.Ich habe mich vor ein paar Jahren damit beschäftigt.Es ist da und ich habe es gesehen und mit ihm gesprochen,ist ein seltsames Gefühl,es wartet auf dich.Wenn ich heute merke,das ich zu wenig auf mich achte,versuche ich Kontakt mit meinem inneren Kind aufzunehmen,was auch meistens klappt.LG Helga
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.

wize.life News per Push Benachrichtigung in Ihrem Browser aktivieren

Benachrichtigungen aktivieren