Ist die "doppelte Trauung" noch zeitgemäß?

Wann feiern wir Silberhochzeit?

Am 25.ten Jahrestag der Wiederholung der standesamtlichen Trauung?
Oder gehen wir vom Datum der kirchlichen Trauung aus?

Und dann gab es da früher die oft auszulegende Regelung für den Sonderurlaub / die Arbeitsbefreiung anlässlich der Silberhochzeit.
Schließlich gabt es nur einen Tag. Und wenn dieser Tag nach 25 Jahren auch noch auf einen arbeitsfreien Tag fällt, wenn man vor 25 Jahren nicht aufgepasst hat, so erhielt mancher keinen Sonderurlaub / keine Arbeitsbefreiung.
Wohl dem, der unter zwei Tagen aussuchen konnte.
Hauptsache ein Tag Sonderurlaub / Arbeitsbefreiung.

Stellt sich die Frage, ob die jetzige Regelung bezüglich der kirchlichen Trauung unter Einbezug der heute möglichen Kommunikationsmittel zwischen Staat und Kirche so noch notwendig und erforderlich ist!

Paare lassen und ließen sich standesamtlich trauen. Viele davon ließen und lassen sich "zusätzlich?" kirchlich trauen.

Die standesamtliche Trauung für Steuerersparnis, Rentenansprüche und Erbfolge?

Die kirchliche Trauung als der feierliche Auftakt für die anschließende große Hochzeitsfeier mit Freunden und Verwandten?

Die kirchliche Trauung hat ihren eigenen persönlichen Stellenwert!
Einen Stellenwert, über den sich das Brautpaar/Ehepaar zumindest vorher und während der gesamten Ehezeit im Klaren sein sollte.

Lediglich als Auftakt zur "großen“ Feier, nein; dafür sollte die kirchliche Trauung nicht missbraucht werden.

Eine Trauung reicht aus!
Paare, die sich trauen sich kirchlich zu trauen, sollten sich zukünftig nicht unbedingt vorher standesamtlich trauen lassen müssen!
Der alte Zopf aus dem Kulturkampf des vorletzten Jahrhunderts kann abgeschnitten werden.

Die Kirchen können die erforderlichen Unterlagen an die Standesämter geben, die dann vorher zustimmen und nachher ihre Personendaten entsprechend ändern und ergänzen. In unserer heutigen Zeit können entsprechende Kommunikationsmittel und Verwaltungsabläufe so eingesetzt werden, damit die zuständigen Standesämter vor und nach der kirchlichen Trauung unverzüglich informiert werden. Gegen eine vorherige Zustimmung zur kirchlichen Trauung durch die Standesämter sehe ich keine Einwände.

Aber zwei Trauungen?
Eine staatliche Trauung und eine kirchliche Trauung?

Vielleicht beweisen die Scheidungsraten das doppelt besser hält und die Scheidungsrate bei den nur standesamtlichen Trauungen höher ist?

Schließlich schaffen es einige Ehen nicht einmal so lange durchzuhalten, um den geplanten kirchlichen Hochzeitstermin in einem oder zwei Jahren nach der standesamtlichen Trauung, noch wahrnehmen zu können.

Selbstverständlich muss weiterhin die Möglichkeit bestehen, dass sich die Ehepaare nach einer standesamtlichen Trauung jederzeit kirchlich trauen können. Hier darf keinesfalls ein Entweder / Oder vorgeschrieben werden.
Der Weg zur späteren kirchlichen Trauung, dem gemeinsamen Versprechen vor Gott und der versammelten Gottesdienstgemeinde muss den Gläubigen immer möglich sein.

5 Kommentare

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Wir haben vor 58 Jahren standesamtlich, vor 57 Jahren kirchlich geheiratet und leben immer noch ( erstaunlich ! oder ?) in einer gemeinsamen Wohnung. Sind wir vielleicht Exoten ???
Die Entscheidung, ob nur standesamtlich oder aber auch kirchlich geheiratet wird, sollte jedes Paar selbst entscheiden.
Leider ist festzustellen, dass viele Ehen das 7. Ehejahr nicht erreichen.
Ob es sich dabei nur um standesamtl. oder aber auch um kirchl. getraute Paare handelt, wäre zu klären, um daraus Rückschlüsse ziehen zu können. Das wäre doch mal interessant !
Ich bin gespannt auf Kommentare.
Da kann ich nur gratulieren. Aber es bleibt meine Frage nach der Feier der Silberhochzeit.
Wurde der Tag der standesamtlichen oder der kirchlichen Trauung gefeiert?
Horst, mich irritiert ein wenig die Formulierung "Wir….leben immer noch in einer gemeinsamen Wohnung." Das klingt eher nach Wohngemeinschaft als nach Ehe.
Wir feiern - seit 40 Jahren - immer nur unsere kirchliche Trauung. Sie war einen Tag nach der standesamtlichen, weil am Samstag keine standesamtlichen Trauungen vorgenommen wurden. Die standesamtliche Trauung war für uns immer nur eine Formsache, ein Stück Papier. Während die kirchliche Hochzeit ein ernster Willensakt war, unbedingt ein Leben lang beieinander zu bleiben, bis dass der Tod uns scheidet. Das zu feiern rentiert sich Jahr für Jahr, nicht nur alle 25 Jahre. Vor allem, wenn es einem gelungen ist, noch immer sehr glücklich miteinander zu sein.
Das sehen meine Frau und ich genau so. Auch unsere kirchliche Trauung war am Tag nach der standesamtlichen Hochzeit und diesen Tag feiern wir jährlich.
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