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Wasser II (Flaschenwasser)

„Lass mich doch bitte aus deiner Flasche trinken“ fragt der Sportskamerad. Die Mutter ermahnt das Kind, auch die Trinkflasche für den Schulweg nicht zu vergessen. Der Arzt ermahnt den Senior unbedingt täglich 3l zu trinken.

Die Wassertrinkflasche gehört bei uns mittlerweile zum Begleiter wie die Uhr, die man am Handgelenk trägt. Zum Life-style eben.

Die Marketingstrategie des weltgrößten Lebensmittelkonzerns Nestlé ist aufgegangen.
Jährlich verkauft Nestlé 7050 Millionen Liter Wasser zu 9 Mrd sFr, so wird in der Sendung „Bottled Water“ berichtet. Die Idee des Geschäfts mit dem Trinkwasser hatte bereits vor 150 Jahren der Firmengründer Henry Nestlé. Trinkwasser ist der Businessplan des Unternehmens, mit dem , so sagt Peter Bravek, Nestlé die nächsten 150 Jahre überleben will.
Wasser , so meint Bravek, wird dem Planeten Erde eher ausgehen als der Energieträger Öl.

EU-weit verfügen wir noch über genügend Wasser. In Ländern der Dritten Welt wie Pakistan, Nigeria oder Äthiopien herrscht bereits akuter Wasserknappheit.

Eine von vielen Voraussetzungen , unter denen sich menschliche Ansiedlungen bildeten, war das Vorhandensein von nachhaltigen Trinkwasserquellen.

Der Griff nach dem Grundwasser

Läßt die Schüttung einer Quelle durch ausbleibende Regenfälle nach oder versiegt sie gar, so bleibt noch der Griff nach dem Grundwasser.
So floß aus den Münchner Leitungen der 1970 er Jahre sog. fossiles Wasser. Wasser , das seit der Urzeit in unterirdischen Speichern lagerte.
Leistungsfähige Pumpen versorgten die Wasserwerke mit Grundwasser.
Fehlt die Technik , wie zur Zeit in Gaza - weil der Zerstörung zum Opfer gefallen, dann kann die Bevölkerung sich mit Flaschenwasser versorgen.
In Drittweltstädten, wie Islamabad oder Lagos klagen die Menschen darüber, dass durch übertriebene Wasserschöpfung der Grundwasserpegel auf unerreichbare Tiefe abgesunken ist. Wiederum ist die Bevölkerung auf das teure Flaschenwasser angewiesen.

Verschmutzer Landwirtschaft

Gefahr droht dem Grundwasser, wie dem überirdischen Gewässern in Seen und Flüssen durch Überdüngung.
Werden die landwirtschalftlich ausgebrachten Düngemittel nicht restlos durch die landwitschaftlichen Nutzpflanzen umgewandelt, wird also überdüngt, so spült der Regen den Restdünger in die Gewässer.
Cleveland, Anrainerstadt am Eriesee , wandelte Seewasser in Trinkwasser - bis vor kurzem. Durch Eutrophierung hatten sich giftige Algen gebildet. Die Wasserversorgung wurde total auf Bottled Water umgestellt.

Streit ums Quellwasser.

In den waldigen New-Englandstaaten der USA sprudelt feinstes Quellwasser in Mengen.
Dort ist Nestlé fündig geworden.
Nach altem Recht aus der Siedlerzeit ist der Grundbesitzer berechtigt, soviel Wasser zu schöpfen, wie er möchte. Natürlich sind auch dort Quellen nicht unerschöpflich.

Nestlé hatte einige Schöpfrechte erworben – gegen den Widerstand der Kommunen. Der Streit ging durch die Instanzen. Die Kommunen unterlagen.
Hunderte von Tanklastzügen schleppten ihr Wasser zur Abfüllstation.

Nur einer streitbaren Frauentruppe gelang es, sich gegen Nestlé zur Wehr zu setzen . Sie berief sich auf das Recht der Kommunalen Selbstbestimmung. Rechtzeitig – bevor es zu spät gewesen ist.

Der Streit ums Quellwasser ist auch in Deutschland nicht unbekannt.
Lokale Energieversorger kümmern sich um die maroden Abwasserleitungen der Kommunen zum Preis der vorhandenen Quellen.

Die globale Trinkwasserfrage

„Das Wasser geht schneller aus, als das Öl.“ spekuliert Bravek aus der Schweiz.

Wasser ist ein Lebensmittel – also lebenswichtig. Ohne Wasser kein Leben.

#Wem gehört das Trinkwasser auf unserem Planeten?
#Hat jeder Mensch ein Grundrecht auf Trinkwasser?
#Darf Trinkwasser vermarktet werden?
#Wieviel Wasser darf ein Grundeigentümer einer Quelle entnehmen?

8 Kommentare

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Heiner Sieger
Der Nestle Manager heißt Brabeck-Letmathe und nicht Bravek! Ansonsten: Spannendes Thema, über das ich mich gerne wieter mit Ihnen austauschen würde.
Gerne.
Aktuelle Fragen: Wie muss TTIP gestaltet werden, damit die Wasserrechte in EU und D nicht umgangen werden können.
Das für unsere Trinkwasser-Versorgung weit gefährlichere, und der breiten Öffentlichkeit weitgehend unbekannte Abkommen TISA (da gehts analog zu TIPP um Dienstleistungen) ist bereits auf dem Weg. Es gibt aber gottlob schon eine Kampagne dagegen im Web. Mehr Infos: http://deutsche-wirtschafts-nachrich...m-abkommen/
Danke für den Link.
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Aktuell kauft sich Edeka riesige Mengen Wasser zum Abfüllen in Plastikflaschen in der Oberpfalz. Die Einwohner sind dagegen, ihr Wasser zu verkaufen, die örtliche Politik dafür. Edeka will mehr Wasser, die Einwohner sollen dann von einer Nachbargemeinde aus versorgt werden. Das eigene Wasser verkaufen und sich selbst fremd versorgen müssen dafür...
Hallo Bettina,
was würde mit dem Wasser geschehen, würde es nicht verkauft? Das bringt der Kommune Einnahmen.
Nur verkauft dürften die Quellen nicht werden, wie es in USA geschehen ist.
Das TTip Abkommen birgt eventuell auch eine Gefahr.
Ich will noch einen Beitrag zum rechtlichen Hintergrund der heimatlichen Quellen schreiben.
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Ja, das sind aktuelle Fragen Manfred. Und deine Gedanken, dass Wasser schneller endlich als das Öl sein kann - ist schon ein wenig erschreckend.
Gerade die Schwellen-Länder, deren Industrien am meisten Wassser benötigten für die Produktion unserer Billigprodukte nehmen es ihrer Bevölkerung schlichtweg weg.
Ob hier die Wasseraufbereitungsanlagen, Entsalzungsanlagen was bewirken können, ist noch offen.
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