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Werner Hoyer

Im Knopfloch seines Sakkorevers trägt Werner Hoyer einen Anstecker mit zwölf goldenen Sternen auf blauem Grund. Die EU-Flagge ist auf dem Kirchberg, dem Luxemburger Europaviertel, ein verbreitetes Symbol. Hier steht auch der futuristische Verwaltungsneubau der Europäischen Investitionsbank, in einem ihrer lichten Räume präsentiert der 62-jährige Hoyer die neusten Zahlen.

Der EIB-Präsident redet flüssig auf Englisch, sein Tonfall ist sanft und doch bestimmt. "Wir haben geliefert", sagt Hoyer. Und meint damit den Beitrag der EIB zur Abfederung der Wirtschaftskrise, auch beim Kampf gegen die hohe Jugendarbeitslosigkeit in den Ländern des Südens. Den EU-Mitgliedsländern gehört die 1958 gegründete Bank, die 2013 mehr als 440 Projekte mit knapp 72 Milliarden Euro finanziert hat. Wobei dieses Geld nicht von den inzwischen 28 Ländern selbst aufgebracht wird, sondern von der EIB auf den internationalen Kapitalmärkten eingesammelt wird.

"Diese Bank ist überwältigend", sagt der ehemalige FDP-Bundestagsabgeordnete und Staatsminister im Auswärtigen Amt. "Sie ist im Grund der letzte ungehobene Schatz der europäischen Integration." Als eine seiner ersten Amtshandlungen hatte Hoyer eine Kapitalerhöhung um zehn Milliarden Euro in bar bei den Eigentümern durchgesetzt, um das "harte" Eigenkapital der Bank zu erhöhen. Damit konnte die EIB die Höhe des Kreditvolumens im abgelaufenen Jahr zur Bekämpfung der Krise um 40 Prozent erhöhen, wie Hoyer berichtet.

Seit zwei Jahren ist Hoyer nun Präsident der EIB, sein aus Belgien stammender Vorgänger hatte die Bank über zwölf Jahre eher zurückhaltend geführt. Hoyer hat sich vorgenommen, die Bank sichtbarer zu machen, auch in der Politik. Dazu dürfte auch beitragen, dass der EIB-Chef regelmäßig an den Sitzungen der EU-Finanzminister teilnimmt.

Große, unbekannte Bank

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Die Bank sei zwar ziemlich groß, aber in der breiten Öffentlichkeit auch ziemlich unbekannt, sagt Hoyer. Das sei ihm nach seinem Antritt schnell klar geworden. Auch sei vielen Menschen nicht bewusst, dass ihre Kredite von der EIB garantiert und oft erst ermöglicht werden.

Dass die Bank in der Öffentlichkeitsarbeit und beim politischen Lobbying mehr Gewicht bekommt, ist ein Ziel des promovierten Volkswirtes. Bislang gibt es auch weltweit lediglich gut zwei Dutzend Außenbüros – in Berlin etwa mit drei Mitarbeitern – und noch viele weiße Flecken auf der Landkarte, so Hoyer.

Allerdings sei die EIB keinesfalls nur die Bank für die krisenbetroffenen EU-Länder, betont Hoyer. Obwohl diese Mitglieder mehr Unterstützung benötigten und auch erhielten. Aber auch in Deutschland, wo die Zinssätze derzeit äußerst niedrig sind, könne es für langfristige Finanzierungen bei technisch komplexen Projekten dann doch schwierig werden. "Und dann schlägt die Stunde der EU-Bank", sagt Hoyer. "Denn hier können wir mithalten und mit unserem Spitzen-Rating Kredite mit sehr langen Laufzeiten zu sehr günstigen Konditionen anbieten."

Dass die EIB günstig an Geld kommt, liegt am "AAA"-Rating der Bank, über das sie wegen der Haftung der EU-Mitgliedsstaaten als Eigentümer und ihrem ausgezeichneten Kreditportfolio verfügt – und das, obwohl viele EU-Länder diese Top-Bonität selbst nicht mehr erreichen. Der Triple-A-Status sei aber "kein Schönheitswettbewerb" und auch keine Prestigefrage, betont Hoyer. Mit dem billigen Geld könne die EIB arbeiten und Gutes tun. Und den Status "AAA" werde die Bank auch verteidigen.

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