wize.life
Neu hier? Jetzt kostenlos registrieren und mitmachen! Warum eigentlich?

Karl Wilhelm Georg von Grolman

Karl Wilhelm Georg v. Grolman wurde am 30.07.1777 in Berlin als Sohn von Heinrich Dietrich v. Grolman und seiner Frau Susanna, geborene Märker geboren. Er trat 1791 in das Infanterieregiment v. Möllendorf ein. 1795 wurde er Fähnrich, 1797 Secondeleutnant und 1804 erfolgte seine Beförderung zum Premierleutnant. Gleichzeitig wurde er Adjutant und zum Inspekteur des Feldmarschalls von Möl-lendorff ernannt. Im Jahre 1805 erfolgte seine Beförderung zum Stabskapitän. In diesem Range nahm er auch am Feldzug von 1806 teil und wurde nach der Schlacht bei Jena Adjutant des Fürsten von Hohenlohe. Der Kapitulation dieses Korps in Prenzlau entging er, da er mit Aufträgen an den preußischen König Friedrich-Wilhelm III. ent-sendet wurde. Er entkam noch Ostpreußen, wo er beim General-stab des Lestocqschen Korps eingestellt wurde. Seine Beförderung
- 3 -
zum Major erfolgte nach der Schlacht von Heilsberg.
Zusammen mit Scharnhorst und Gneisenau war Karl-Wilhelm v. Grolman Mitglied der Untersu-chungskommission und Militärreorganisationskommission. Am 01.03.1809 erfolgte die Ernennung zum Direktor des ersten Departements des Kriegsministeriums. Der spätere General hatte großen Verdienst an der Reform der preußischen Armee nach 1806.
Vier Wochen später (im April) des Jahres 1809 bat Grolman den König um seinen Abschied und um Erlaubnis, in fremde Dienste gehen zu dürfen. Der König lehnte aber sein Gesuch ab. Am 1. Mai 1809 entließ ihn der König ungnädig, ohne Pension. Grolman hatte sie auch nicht gefordert.
Am 31. Mai 1809 wurde Grolman in österreichische Dienste übernommen und nahm als Ange-höriger des Kienmayerschen Korps am Feldzug in Franken und Sachsen teil. Nach der österreichi-schen Kapitulation trat er 1810 in spanische Dienste. Als Major und Kommandeur eines Fremden-bataillions bei Cadiz, wurde er jedoch im Januar 1812 bei der Eroberung von Valencia von franzö-sischen Soldaten gefangen genommen. Im Juni gelang ihm schon die Flucht in die Schweiz. Unter fremden Namen reiste er zu seinem Schwager nach Franken. Unter dem Decknamen von Gerlach studierte er an der Universität Jena. Doch schon im Januar 1813 kehrte er nach Berlin zurück und wurde wieder als Major in den preußischen Generalstab übernommen. In den Befreiungskriegen kämpfte er bei Lützen, Bautzen und Hanau. Nach dem Waffenstillstand im Sommer 1813 wurde er als Generalstabsoffizier zum 2. Armeekorps versetzt und zum Oberstleutnant befördert. Obwohl er bei Kulm schwer verletzt wurde, kämpfte er schon wieder - inzwischen zum Obersten befördert - bei Leipzig mit und nahm am weiteren Feldzug bis zum Pariser Friedensschluss teil und kam dann als Generalmajor wieder ins Kriegsministerium und wurde Direktor des zweiten Departements.
Am Feldzug von 1815 nahm er wieder teil. Diesmal als Generalquartiermeister in der Armee des Generalfeldmarschalls Blücher und kehrte nach dem zweiten Pariser Frieden wieder in seine Stel-lung beim Kriegsministerium zurück. Jetzt reorganisierte er den Generalstab und nahm 1819 aus politischen Gründen zusammen mit dem Kriegsminister von Boyen seinen Abschied und verzichte-te auf eine Pension. Damit protestierte er gegen eine Beschränkung der Landwehr.
Karl v. Grolman heiratete am 30. Okt. 1804 Sophie v. Gerlach1 [geb. 16.März 1878 in Berlin, gest. 8.6.1807 in Berlin]. In dieser Ehe wurde die Tochter Luise am 27. Aug. 1806 in Berlin geboren. Nach dem Tode seiner 1. Ehefrau heiratete Karl am 26. Okt. 1816 in Rentweinsdorf Hedwig Freiin v. Ro-tenhan2. [geb. 29. Sept. 1796 in Rentweisdorf, Bayern, gest. 25. Febr. 1864 in Berlin].
Am 1. Januar 1820 wohnte Karl v. Grolman wieder bei seinem Vater in der Kochstraße 60, mit Frau und Tochter bezog er das Erdgeschoß. Seine Wohnung am Dönhoffsplatz, in der Krausenstra-ße 39, die er erst im vergangenen Frühjahr bezogen hatte, war vermietet, die besten Möbel, auch Wagen und Pferde, waren verkauft. Einen Diener konnte er sich nicht mehr leisten, der alte treue Erdmann Raguse, der ihn in allen Kriegen begleitet hatte, erhielt etwas Geld von ihm, um einen Gemüse- und Obstladen in Berlin zu kaufen.
Die Zahl der Einwohner Berlins betrug damals 201.138, davon 184.482 Zivilisten, die übrigen gehörten zur Garnison.
Mehr als 30 Jahre hatte der Generalmajor a. D. als Soldat gelebt, sieht man von seiner Studien-zeit in Jena ab, nun war er frei, aber auch ohne Einkommen, ohne Vermögen, ohne Beruf. Seine Frau hatte von ihrem Großvater, dem früheren Hannoverschen Minister v. Lenthe, ein kleines Kapi-tal geerbt. Grolmans Vater zahlte ihm das kleine Kapital aus, das der Sohn von seiner Mutter ge-erbt hatte. Aber viel war damit nicht anzufangen, wenn man sich auf dem Lande niederlassen wollte. Ein größeres Gut konnte er nicht erwerben, obwohl die Preise für Grund und Boden nicht hoch waren. Nach der Geburt seiner zweiten Tochter Bertha, am 3. Februar 1820, die in der Koch-straße von Pastor Schleiermacher getauft wurde, nutzte Karl v. Grolman das Frühjahr, um sich klei-ne Güter anzusehen, die preiswert zu haben waren.

Kommentare

Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.

wize.life News per Push Benachrichtigung in Ihrem Browser aktivieren

Benachrichtigungen aktivieren