Droht 2015 die nächste Baisse/Rezession?

Der 7-Jährige Wirtschaftszyklus geht seinem Ende entgegen.
Bedeutet dies eine Baisse wie ab Januar 2008, oder ein Crash wie 1987? Die Parallelen zwischen heute und 2008 sind offensichtlich: Auch 2007 waren die Probleme die zur Banken Krise führten bereits bekannt, der DAX pendelte hoch und runter und erreichte im Dezember 2007 nochmal ein neues Allzeithoch. Die Kommentare 2007 gingen davon aus, das die "faulen" Immobilienkredite bereits in den Kursen enthalten sind.

Betrachten wir die Rezessionen der letzten 40 Jahre:

1967/68 die erste ernsthafte Rezession der Nachkriegszeit die zu den 68 Demos führte.
1974 Benannte man als 1. Ölpreis-Schock.
1980 2. Ölpreis-Schock.
1987 Der Mega Oktober Crash der Dow Jones verlor an einem Tag fast 22% an Wert.
1994 Namenlose Rezession.
2001 Internet Blase
2008 Banken/Immobilien Blase
2015 Russland/China Rezession?

Wer möchte kann das auch noch weiter zurückführen, bis zur ersten großen Depression, den bekannten Gründer- Eisenbahn-Crash von 1873/79 - erst 1890 kam Deutschland als erstes Land aus der Dauerrezession heraus, vielleicht durch die Sozialgesetze von Bismarck.
Der Große 50 jährige Zyklus wird nach Kondratjew benannt und dieser schlug 1929 mit der Weltwirtschaftskrise und großen Depression gewaltig zu. Da war die 1980 Krise fast belanglos dagegen.

Nicht alle Länder werden gleichzeitig von den 7 jährigen Zyklus betroffen, so hatte Japan einen genauso langen wirtschaftlichen Aufstieg bis 1990 wie heute China. Im Jahr 1990 erreichte der Nikkei mit 39.000 Punkte ein Allzeithoch. (Man vergleicht den DAX der 1987 mit 1000 Punkten zusammengestellt wurde.) Heute nach über 20 Jahren Rezession/Deflation steht der Nikkei gerade mal bei 17.000 - also nicht mal die Hälfte von 1990 und war 2009 bis auf 8000 Punkte abgesackt.

Was ist der Grund, das in China seit 20 Jahren die Wirtschaft brummt?

Durch die Studentenproteste in China im Juni 1989 und der drauf folgenden Revolution in Ostdeutschland und ganz Osteuropa hat sich China von kommunistischen Wirtschaftsversuch der Lehre Keynes zugewendet.
Wie es für Deutschland seit langen auch Götz W. Werner vorschlägt, wurden die Steuern für Unternehmen abgeschafft, denn jede Steuer wird auf den Käufer abgewälzt. Dadurch konnte China billig exportieren.
Zudem wurde der Wechselkurs der chinesischen Landeswährung zum Dollar/Euro stark abgewertet. Dadurch sind auch alle globalen Unternehmen mit Namen nach China gegangen, um dort billig und steuerfrei zu produzieren.

Der Link zeigt das BIP von China zwischen 1970 bis 2012: http://de.kushnirs.org/makrookonomie..._china.html

Wäre dies auch eine Lösung für Deutschland? Also eine: Steuervereinfachung mit ökologisch-soziale Ausrichtung durch gestaffelten Verbrauchssteuern nach gesund - schädlich für Umwelt und Mensch.

Hier beschreibt der Spiegel sehr anschaulich die Zukunft von Deutschland/Europa, wenn man alles so belässt wie es heute ist:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...006975.html

Welche Aktien wird es besonders hart in der kommenden Rezession treffen?

Meist Aktien die auch in der Hause kaum von der Stelle kamen also Eon, RWE, Telekom, Thyssen.
Aktien die von der weiteren Verbilligung des Euro profitieren, werden sich auch in der Baisse gut halten, also Bayer, BMW, VW.

Was soll ich nach Verkauf der Aktien mit meinem Geld machen?

Für Festgeld, deutsche Bundesanleihen gibt es kaum noch Zinsen. Besser ist es sein Geld in US$, Australischen Dollar, Kiwi-Bonds zu stecken.
Der Schweizer Franken, ist genau wie die Währungen von Dänemark, Schweden, Norwegen durch die Spekulation gegen den Euro zu sehr aufgewertet und alle bringen zudem auch kaum Zinsen.

Wie weit wird der Ölpreis noch fallen?

Die Abwärtsbewegung hat da erst begonnen, auch wenn Schiefer-Öl/Gas Förderung ab 70 US$ pro Fass sich nicht mehr lohnt. Es hat durch die Rezession weniger Nachfrage nach Erdöl, dagegen haben sich die Förderländer an die hohen Einnahmen gewöhnt und wollen nun mit gesteigerter Förderung, die durch die billigen Ölpreise verursachten Einnahmeausfälle ausgleichen. Eine Abwärtsspirale die den Preis noch auf 20 ... 15 Dollar pro Fass drücken kann!

10 Kommentare

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Die Nachfragekrise und die dadurch sich aller 7 Jahre wiederholenden zyklischen Wirtschaftskrisen, kann man nur durch mehr Kaufkraft/Geld für alle durch ein bedingungsloses Grundeinkommen überwinden.

"Der fallende Ölpreis ist aber auf keinen Fall Ursache für die Deflation, die derzeit die Eurozone bedroht. Deren Auslöser ist vielmehr die fehlende Nachfrage. Und die wiederum ist primär bedingt durch eine auf Überschüsse angelegte Haushaltspolitik bei uns in Deutschland und in Europa insgesamt.

Der Ölpreisverfall hat somit zwei wichtige positive Effekte. Er sorgt für eine massive Verschiebung von wirtschaftlicher und politischer Macht zugunsten des Westens. Und er zeigt uns die Fratze einer auf Deflation ausgelegten Wirtschaftspolitik."
http://www.spiegel.de/wirtschaft/oel...008539.html

Russland erhöht Leitzins um 6,5 Basispunkte auf 17%, der Rubel sackt an einem Tag um 11% ab = Die Russland Krise ist damit voll entbrannt:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...008650.html
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Nunja, wer das genau wüsste, wie es weitergeht, brüchte nur drauf wetten und hätte sofort ausgesorgt. Ich bin sehr vorsichtig damit, aus vergangenem auf zukünftiges zu schliessen, besonders grad jetzt.
Ich würd am liebsten nochbisl was im Immobilienbereich machen, nur das is eben dann oft recht langfristig und verpflichtend.
Am wichtigsten finde ich, Ruhe und Gelassenheit wahren und flexibel bleiben.
Also, dies ist jetzt keine Aufforderung zu Put Optionen auf fallende Aktien, sondern nur für Anleger als Idee gedacht!

Immobilienpreise sind zweigeteilt: In den Ballungsgebieten wie München hat es durch die Euro-Angst eine Spekulations-Blase, der in der nächsten Rezession zumindest die Luft ausgehen wird.
Dagegen kann man auf den Land und besonders in Ostdeutschland noch sehr preiswerte Immobilien kaufen, die man aber selber nutzen sollte.

Bei Aktien könnte man die Gewinn mitnehmen, also erstmal auf der sicheren Seite sein und das ist wie bei der Straßenbahn man sollte nicht hinterherlaufen, die nächste kommt bestimmt.

Was sagen Sie dazu, Ökonomen fordern 5000 Euro für alle EU-Bürger, ausbezahlt von der EZB. Denn um Japanische Verhältnisse zu verhindern, wo der einstige Wirtschaftsprimus seit 20 Jahren durch Nachfragekrise in einer Deflationskrise steckt, müsste in Europa die Kaufkraft durch mehr Geld erhöht werden. Besser wäre natürlich die sofortige EU-Weite Einführung des bedingungslosen Grundeinkommen!
http://www.stern.de/wirtschaft/geld/...153608.html
Ich hatte den Beitrag auch als Anregung verstanden. Insoweit danke dafür.
Ich bin seit langem für bedingungsloses Grundeinkommen und halte das für eine echte Alternative zu diesem unsäglichen Hartz4. Es würden sich damit auch so Probleme wie Mindestlohn, geringfügige Zwangsbeschäftigung lösen und es wäre insgesamt ein echter Bürokratieabbau.
Gegen eine Einmalzahlung von 5000 Eus hätte ich auch nix einzuwenden - warum sollen denn immer nur Banker, Politiker und cö. das frisch erzeugte Geld einsacken und kontrollieren?
Dies meine Gedanken dazu denn hab den Link nich extra angeklickt.
Danke für den Kommentar und ich verstehe es nicht, dass sich nicht mehr Unternehmer für das BGE einsetzen wie Götz Werner? Denn ein Unternehmer will seine Waren verkaufen, dazu braucht er Kaufkraft und das geht nur über eine Entkopplung von Erwerbsarbeit und Einkommen durch das BGE. Die Nachfragekrise ist die Ursache von den hier aufgeführten Rezessionen. Irgendwann muss dies doch auch die Politik begreifen, denn in Rezessionen gewinnen radikale Parteien und Ideen die total Retro sind an Zulauf. Darum dreht die Geschichte sich immer wieder nur im Kreis.

Man sollte auch noch erwähnen, dass 2003 die ganze deutschen Neue Ökonomie platt gemacht wurde, mit der Begründung: Mit Internet wird man nie Geld verdienen.
Jetzt hat Google die Suchmaschine einen Gewinn von 100 Milliarden. Darum kommen wirklich Neue Ideen nur noch aus Amerika. Eine totale Schwächung des Wirtschaftsstandort Deutschland, dies scheint aber zur Zeit niemand zu stören.
Eine Einmalzahlung von 5000 Euro würde genau wie das BGE für die Nachfrage sorgen um die Baisse abzuwenden, die wirtschaftliche Abwärts- in eine Aufwärtsspirale zu wenden.
Ganz so sehe ich das nicht. Die drohende Rezession, viell. sogar Deflation ist wesentlich der Finanz-Banken-Krise verbunden mit der Staatsschuldenkrise geschuldet und der daraus folgenden 0-Zins-Politik, was alles in allem für mich eine gefährliche Gratwanderung darstellt.
Das interessante am BGE ist für mich vor allem die Beendigung dieser Knebelei und Zwangsarbeit für Hungerlöhne sowie Entbürokratisierung und ich denke, es würde dann kreatives Potential freigesetzt. Dies könnte dann natürlich einen Aufschwung befördern.
Da ist auch mal die Frage interessant: Warum hat es heute in Deutschland überhaupt die Staatsverschuldung, wann wurde damit angefangen über die Verhältnisse zu leben und warum?

Bis 1950 hatte Deutschland einen ausgeglichenen Haushalt ohne Schulden. Dann wurde für den Lastenausgleich Geld benötigt, der Flüchtlinge aus den durch den Krieg verlorenen Ostgebiete eine Entschädigung zahlte.

Es gab die Idee mit einer Luxussteuer den Lastenausgleich zu finanzieren. Weil dies aber die starken Schultern (die Reichen) mehr belastet hätte wurde von dieser guten Idee Abstand genommen und mit der Verschuldung begonnen. Die Luxussteuer ist nichts anderes als eine Erhöhung der MwSt auf Luxusartikel, wie sie seit langen Götz W. Werner fordert!
http://www.spiegel.de/spiegel/print/...194002.html

Oder die Frage: Kosten die Zuteilung- Kontrollbürokratie mehr als was an ALG2 ausbezahlt wird?
Eindeutig ja: Im Jahr 2012 kostete allein das Arbeitsamt/Jobcenter 52,6 Milliarden Euro.
Dagegen wurden nur 30 Milliarden an Hartz4 gewährt:

"Die Bundesagentur für Arbeit ist eine bundesunmittelbare Körperschaft des öffentlichen Rechts mit Selbstverwaltung und die größte Behörde in Deutschland. Sie beschäftigte im Jahr 2012 insgesamt 108.536 Mitarbeiter und hatte im Jahr 2013 einen Haushalt von 52,6 Milliarden Euro. Die Agentur finanziert sich in erster Linie aus der Arbeitslosenversicherung und durch Bundeszuschüsse. Hinzu kommen Zahlungen der Länder und der Europäischen Union."
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaf...240988.html

Ob der Steuerzahler wirklich bereit ist für Zuteilung und Kontrolle/Diskriminierung von ALG2er so viel auszugeben?
Ich recherchiere nich so gern im Internet, auch wenn das gelegentlich sehr interessant ist. So kann ich deine Zahlen hier nicht nachvollziehen. Sie scheinen mir in Teilen etwas abenteuerlich, jedoch die Grundaussage teile ich und diese Kosten sind in jedem Fall unvertretbar.
Der deutsche "Steuerzahler" ist offnbar bisher zu allem bereit und schimpft ja eher noch auf die Betroffenen als auf die Macher solcher Gesetze.
PS: Ich will noch darauf hinweisen, dass natürlich auch das BGE Risiken mit sich bringt, um nicht als unrealistischer Träumer zu wirken.
Es gibt ja keine realen flächendeckenden Erfahrungen damit und z.B. könnte es ja auch einen rechnerischen Aufschwung zunächst behindern, wenn eine wichtige Grundlage für die Ausnutzung von Notsituationen wegfällt und Menschen weniger erpressbar sind. Dies mag auch ein Grund sein, wieso sich diese Idee nicht durchsetzen kann.
Das mit BGE je nach Höhe viele Menschen mit Vollzeitarbeit aufhören wäre eigentlich gewünscht, denn damit wäre der Grund der Zurückhaltung: Arbeitsplätze erhalten, für die Einführung der Robotik endlich weg.

Je nach Höhe würde mehr Menschen aufhören, bei einem BGE von 1500 wohl 20% sofort und weitere 20% in den nächsten Jahren. Bei nur 1000 Euro würden das 10% sein. Man kann dies also durch die Höhe regulieren.

Das BGE erhält automatisch jeder als Sockeleinkommen vom Finanzamt elektronisch aufs Konto. Alle anderen Einnahmen kommen einfach obendrauf.
Wenn man nur für Mensch und Umwelt gesunde Artikel kauft, dann profitiert man von der geänderten MwSt, vieles ist dann billiger, etwa Vollkornbrot billiger als Weißbrot. Wenn man aber Luxusartikel kauft - wird das teurer als heute.

Das BGE bringt Angebot und Nachfrage wieder in die Balance - also schafft endlich Kaufkraft für die Überproduktion. Da dies einer ökologisch-sozialen Marktwirtschaft entspricht, werden 99% davon profitieren. Zudem lebt es sich besser und sicherer wenn alle viel haben - Reich sind, also wenn es keine Armut mehr gibt.
So wird die Trennung der Gesellschaft in Arm und Reich überwunden und eine ewige Aufwärtsspirale in Gang gesetzt. In wenigen Jahren wird es durch das BGE global heute noch unvorstellbaren Wohlstand für alle geben, neue Technologie wird sich endlich durchsetzen.
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