Sieh hin!

Sieh hin!
Sieh hin!Foto-Quelle: www.stockfoto.de

Hunger haben andere, nicht wir. Zum Bersten voll sind die Kühlschränke in deutschen Landen, wir entbehren nichts. Gebläht und ausgeleiert unsere Mägen und während unser Magen vor Übersäuerung brennt, verkrampft er sich andernorts vor Hunger.

Wir kochen viel, servieren gigantische Mahlzeiten und füttern unsere Mülltonnen wie Haustiere, so wie es sich gehört, des Wohlstands üblicher Ordnung wegen.

Auf der anderen Seite der Welt macht sich ein achtjähriger Junge auf den Weg zur Schule. Er verlässt die kleine Hütte, gefrühstückt hat er nichts.

Der Weg ist weit, über eine Stunde Fußmarsch. Die Sonne brennt gnadenlos vom Himmel und in der Savanne sind die ersten Tiere erwacht. Tapfer setzt der Junge Schritt für Schritt und in Gedanken sagt er ein Gedicht auf, um das quälende Hungergefühl zu verdrängen.

Schmal und zierlich ist er und die Rippen an seinem Oberkörper zeichnen sich durch das schmutzige Unterhemdchen ab. Nach über einer halben Stunde kommt er an ein Wasserloch. Gierig trinkt er mit den Händen das gräulich verfärbte Nass. In der Nähe ein Strauch mit Beeren, er pflückt sich eine Handvoll und stopft sie sich in den kleinen Mund.

In Deutschland pendeln wir derweilen zwischen Tellern und Kloschüsseln hin und her und tragen unser Völlegefühl spazieren. Zwischendurch gehen wir zum Sport, um nicht einzurosten, von der maßlosen Fresserei nicht fett zu werden. Wir schieben unsere vollen Einkaufswägen durch die Supermärkte und verschwenden keinen Gedanken an unterernährte Herzen.

Sieh hin! Der kleine Junge im fernen Afrika steht in der langen Reihe seiner Mitschüler zum Essen fassen. In seiner Hand ein altes Blechschüsselchen. Je eine Kelle des pampigen Maisbreis wird an die Kinder verteilt. Mehr wird er nicht bekommen an diesem Tag.

Was gibt es heute zu Mittag, fragen wir uns in der Frühstückspause? Sonst stellen wir keine Fragen, schon gar nicht nach leeren Tellern andernorts....

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2 Kommentare

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Liebe Monika - dieses Problem kann eindeutig nur von der Politik gelöst werden und du solltest deine Kraft dorthin legen - öffentlich. Spenden bringen nichts, solange nicht eine Umstrukturierung in die Wege geleitet wird und vor allem die Korruption eingedämmt wird. "Korruption" ist das Wort, das alles verändern würde, wenn es nicht mehr stattfinden könnte. Aber sind unsere Politiker nicht genauso korrupt, wenn sie wirtschaftliche Geschäfte abschließen mit Ländern ohne "Menschenrechte?" Also, was wollen wir "denen" vorhalten, die eben über weniger wirtschaftliche Kraft verfügen? Ich würde sagen: Die ganze Menschheit ist ein korrupter Haufen und bitte unterstützt die kleine Minderheit, die dagegen ankämpft mit ihrem Leben - so muss man es tatsächlich ausdrücken.
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Es stimmt schon, dass bei den meisten von uns der Kühlschrank sehr voll ist. Allerdings kann ich nicht täglich an die vielen hungernden Kinder an anderen Orten der Welt denken. Es ist sehr schwierig und mühsam und wird auch noch sehr lange dauern bis ein einigermaßen gerechtes Gleichgewicht hergestellt ist.
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