Hände

Hände
HändeFoto-Quelle: eigenes Foto

Hände sind (und) Werkzeuge.
Meister Bender besitzt eine Doppelgarage. In der einen Hälfte steht sein PKW. Die andere Hälfte ist seine Werkstatt. Der Rentner sammelt schon seit Jahren Werkzeuge für alle handwerklichen Berufe.
Er ist ein begabter Hobby-Handwerker. Alle Reparaturen im Haus und in der Nachbarschaft werden von ihm ausgeführt. Kleine Reparaturen am Auto erledigt er natürlich auch selbst. An diesem Tag hat er aufgeräumt. Alle seine Schätze liegen nebeneinander auf der Werkbank. Ordnung ist seine oberste Priorität. Da liegen sie also: Meißel, Hammer, Zangen, Schraubenzieher in verschiedenen Größen, ein Hobel und sogar eine Schuhmachernadel.
Seine Frau Lisa kaufte sich kürzlich einen neuen Fernsehsessel. Den alten, schon etwas schmutzigen, durfte er mit in die Garage nehmen. Dort sitzt er nun und ruht sich von der anstrengenden Räumerei aus. Die Augen schließen sich und er taucht ein in das Land der Träume.

Die Werkzeuge zankten sich, wer von ihnen das wichtigste Gerät sei. Eine Zange sagte: "Mit mir haben die Hände mehr Kraft." Ein Meißel protzte vor Stolz: "Ich bringe schwere Sandsteine in Form und schlage Fliesen von den Wänden." Natürlich schrie einer der Hammer sofort: "Ohne uns bist du nichts." Die verschiedenen Bohrer in dem großen Kasten murrten: "Wir sind überaus wertvoll für Meister Bender." Sie keiften und stritten und konnten sich nicht einigen.

Plötzlich regten sich die alten Hände, die ruhig auf Meister Benders Knieen lagen. Voller Schwielen, verknittert, mit dicken blauen Adern, auch nicht sehr sauber hoben sie sich etwas und ihre rauen Bassstimmen beherrschten den Raum: "Das beste Werkzeug, welches je erschaffen wurde -- sind WIR. Kein Teil von euch allen kann so viel wie WIR. Was könnt ihr ohne uns? Überlegt doch mal genau -- ohne uns Menschenhände seid ihr Nichts. Durch ein Gelenk am Anfang können wir uns drehen und wenden. Jeder unserer fünf Finger besitzt 3 Gelenke, damit können wir greifen. Zusätzlich haben wir Gefühle bis in die Fingerspitzen. Das Schönste ist aber - wir sind warm. Wenn wir eine Kette bilden = zwei Hände = zwei Menschen = zwei Hände und so fort, dann pflanzt sich die Wärme fort und fort, bis in die Herzen der Menschen. Manchmal kommt die kleine Enkelin vom Meister und legt ihre kleinen kalten Hände zwischen uns und sagt: " Opa wärm mich bitte." "Dann danken wir unserem Schöpfer für so viel Glück. "

Eine Zeitlang herrschte Stille in der Garage. Nein das konnten sie alle nicht. Dann meldete sich der große, freche Bohrer und sagte: "Das mag ja alles für Opa Benders Hände - also für euch - zutreffen. Ich hörte aber auch schon von bösen Händen. Hände, die schlagen, zerstören und den Zeigefinger krümnmen, um zu schießen?" Opa Benders alte, weise Hände antworteten mit trauriger Stimme: "Du hast recht, großer Bohrer, ihr Werkzeuge müßt das ausführen, was wir vorgeben. Mit euch reparieren wir Motoren, bauen Möbel, legen elektrische Leitungen und vieles mehr.
Auch wir, die "Elite-Werkzeuge" der Schöpfung müssen ausführen, was das Gehirn des Menschen uns aufträgt, egal ob es streicheln, schlagen, wärmen oder Nase putzen befiehlt."

Eine Fliege landete auf Opa`s Nase und weckte ihn. Er betrachtete eine Weile seine Hände und murmelte: "Was war das denn für ein Traum."

11 Kommentare

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Hallo Johannes, gerade habe ich deinen Komentar gelesen. Genau genommen ist es kein Komentar, sondern dein Beitrag zu dem Thema im April. habe ich recht? und dazu nun mein Komentar: Dein Lied ist lesenswert, macht es uns doch bescheiden und stärkt unseren Glauben. Liebe Grüße
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Da gibt es noch ein wunderbares Lied über die Hände:

Meine Hände waren voll von Dingen,
die mit Stolz ich einstmals nannte mein.
Edlen Steinen gleich in goldnen Ringen
strahlten sie mir zauberhaft und fein.
Aber Jesus nahm mir meine Hände,
ließ die meinen in den Seinen ruhn,
machte meiner eitlen Lust ein Ende,
alles fiel zu seinen Füßen nun.
Leere Hände, sprach er, leere Hände
sind dir nötig, um mein Werk zu tun.

Meine Hände waren rastlos immer,
ja, ich mühte mich von früh bis spät,
bald bei Tag und bald bei Lampenschimmer,
und ich schloss sie selten zum Gebet.
Aber Jesus fasste meine Hände,
ließ sie stille in den Seinen ruhn,
machte so der Unruh bald ein Ende.
Welch ein Glück, ich kam zur Ruhe nun.
Stille Hände, sprach er, stille Hände
sind dir nötig, um mein Werk zu tun.

Ungehorsam waren meine Hände
und dem eig'nen Willen untertan,
gleich als ob man so sein Leben fände,
o wie rang ich nun im stillen Wahn.
Aber Jesus fasste meine Hände,
lehrte sie nach Seinem Willen tun,
und der Eigenwille fand ein Ende,
o wie froh macht der Gehorsam nun.
Deine Hände, sprach er, deine Hände
sind dir nötig, um mein Werk zu tun.
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Liebe Marga, sehr phantasievoll, was du über das Thema Hände geschrieben hast, habe ich sehr gerne gelesen. LG Eva
Danke Eva, liebe Grüße
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Liebe Marga,
wunderbar! Genau so ist es: unsere Hände sind das genialste Werkzeug, das je entwickelt wurde und doch führen sie "nur" das aus, was ihr Mensch ihnen befiehlt.... Darüber sollte man mehr nachdenken. Tolle Idee und ganz toll geschrieben!
Danke Inga, ich freue mich sehr über dein Lob und wünsche dir einen schönen Sonntag
Danke, gerne liebe Marga! Dir noch einen schönen Abend und liebe Grüße
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Herzliche Grüße, Johannes du triffst es auf den Punkt.
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Danke für Deinen Beitrag. So ist es im Leben. Die Menschen dünken sich oft so wichtig und hervorragend und vergessen dabei, dass sie erst in den Händen ihres Schöpfer ihren Wert entfalten.
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Danke Ursula! Ich grüße herzlich zurück, bei uns scheint heute auch die Sonne.
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Liebe Marga, was für eine großartige Idee! Du hast das Thema Hände wunderbar umgesetzt.
Sonnige Grüße von Ursula
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