Trauerfeier im Kölner Dom - sich sammeln

Kölner Dom
Kölner DomFoto-Quelle: CherryX unter https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/
Deutscher Evangelischer Frauenbund Bayern

Wir bereiten uns gerade vor auf die Trauerfeier für die Opfer des Flugzeugunglücks in den Französischen Alpen. Der Gottesdienst wird von beiden großen Kirchen gemeinsam im größten Gotteshaus des Westens durchgeführt und ist zugleich auch ein Staats- und Trauerakt der Bundesrepublik Deutschland.

Die Medien, oft und aber nicht immer zurecht als quotengeil und sensationssüchtig gebrandmarkt, haben nicht so schlecht von dem Unglück und seinen Hintergründen berichtet. Zwar haben auch die Öffentlich-rechtlichen in ihren Sondersendungen die als "investigativ" geltende Masche probiert, aus den ins Studio gekommenen Experten eine als Sensation verwertbare Aussage herauszubekommen, aber die Zurückhaltung und Betroffenheit war doch in allen Äußerungen spürbar. Es wurde Angehörigen eben nicht beim Zusammenbrechen in die verzweifelten Gesichter fotografiert, es gab anders als oft wie zum Beispiel bei den Amokläufen der vergangenen Jahre keine oder nur sehr wenige Bilder von Schülerinnen und Schülern die sich hilflos aneinander lehnten und in der Umarmung einen Trost suchten. Nein, die Berichterstattung war zwar intensiv, aber nicht geil. Es wurde Respekt gezeigt, den wir auch alle empfunden haben.

Nun, im Abstand von über drei Wochen, wird der Opfer der Katastrophe nochmals in einem wirklich großen kirchlichen sowie staatlichen Akt gedacht. Wir dürfen alle, denn die Übertragung macht dies möglich, alle, mit in den Kölner Dom kommen. Das Bild von den 150 weißen Kerzen für die Opfer, wie sie unter den himmelhohen Gewölben stehen, geht schon um die Welt. Auch diese Aussage, dass es Sache der Justiz sei, zu richten, nicht aber der Religion. Eine der Kerzen wird also auch für den Mann sein, der die Maschine an die Felswand geflogen hat. Und nicht nur für ihn, sondern für die, die ihn kannten und seine Familie. Auch sie haben ja jemand verloren.

Bestimmt wird die gute Linie, die Opfer und die Familien in ihrer Trauer nicht zu stören, sondern durch die große öffentliche Anteilnahme zu achten, auch bei diesem Gottesdienst im Kölner Dom eingehalten werden. Sensationen sind nicht gewollt, sondern ein würdiges Gedenken. In diesem Sinne werden wir nun auch an diesem Gottesdienst teilnehmen. Und danach werden wir als eben nicht persönlich betroffene, aber anteilnehmende Menschen den Dom und die wahren Betroffenen und Leidenden wieder verlassen und in Gedanken nach Hause gehen, in unser eigenes Leben.

14 Kommentare

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so ein Staatsakt im Dom - gut und schön - viele Menschen haben Mitgefühl, aber was kommt danach ? Dann sind alle Hinterbliebenen, die Eltern und Angehörigen sich selbst überlassen, dann kommt kein Politiker und hilft ! ! Dann regiert wieder der Alltag ! !
Deutscher Evangelischer Frauenbund Bayern
Das Schlimme ist, dass der Alltag für die Betroffenen leider nie mehr so sein kann wie er mal war...
Liebe Frauen, leider stimmt das mit dem Alltag, aber ... man muß kämpfen und nie den Mut verlieren, denn um uns sind noch Menschen, die uns manchmal auch brauchen .. richtig oder ! Viele Grüße Rudi
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Deutscher Evangelischer Frauenbund Bayern
Das scheint mir ungerecht. Die Repräsentanten des Staates und öffentlichen Lebens haben sich persönlich stark eingebracht und den armen Familien und Trauernden wirklich in die Augen geschaut. Da werden dann auch abgesonderte Gesprächsmöglichkeiten geschaffen, das ist nicht alles bloß Show.
in diesem Zusammenhang wäre es interessant zu wissen, ab wie vielen Toten "das volle Programm" läuft oder ob es Abstufungen gibt
abgesehen davon sollte die Kirche mehr Abstand zur Politik halten
eine Zirkus-Veranstaltung und Betroffenheits-Orgie
manchmal ist weniger mehr
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ich hatte schon am Abend nach dem Absturz ein paar Kerzen im Gedenken an die Opfer angezündet und werde es heute Abend noch einmal tun. Und nicht nur für die Opfer, sondern für alle Beteiligten u. Angehörigen bzw. auch die vielen Helfer vor Ort und in Deutschland.
.......fürchterliche Sache die passiert ist......ich denke auch an die Eltern...wie schwer ist ihr Leben jetzt.......
Man steht dem so hilflos gegenüber. Da kann man nur dankbar sein, daß man nicht selbst be/getroffen ist bei solchen Katastrophen......und hoffentlich auch nie sein wird.
....Du bist so ausgeliefert....ich fliege sehr oft-nein natürlich hoffe ich,das ich das nie erleben muss....Es ist so schrecklich die Vorstellung alleine,was die Menschen dort mitmachen mussten,das es einem schlecht wird....die Hinterbliebenen,-Abschied nehmen zu müssen-auf solch einer grauenhafte Weise,wie ihre Liebsten gegangen sind......


Tausende Kerzen sollten ewig für ihre Seelen brennen....
So sehe ich das auch. Ich bin aber noch nie gerne geflogen. Warum auch immer. Hatte zwar bei meinem 1. Flug 1975 einen blöden Flug bei schlimmem Unwetter und Landeverbot in Frankfurt - da war mir auch angst und bange. Der Flieger wurde umgeleitet nach Nürnberg und da standen wir dann da mit 2 kleinen Kindern und wussten nicht wie wir nachts nach Hause kommen sollen, da damals in Nürnberg abends/nachts keine Starts mehr waren. Keiner kümmerte sich um uns, bis irgend Jemand von der Lufthansa dann da auftauchte und uns Busse beschafft hatte nach Frankfurt. Die Fluggesellschaft war aber keine Deutsche.
...bei Unwetter auch noch...da hätte ich auch Angst bekommen...Gott sei Dank ist Dir nichts passiert!!
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