Gestern und Heute

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Auszug publizierter Titelseiten
Auszug publizierter TitelseitenFoto-Quelle: Jacubus

Vergangenheit und Gegenwart

Aufklärer über Jahrezehnte„
Wenn sich das Gestern mit dem Heute vereint

Begonnen hatte es bereits im Jahr 1976.
Als Panzerschütze, nach erfolgreicher Grundausbildung in Northeim, sollte das damalige 2. Panzeraufklärungsbataillon 6 in Eutin / Schleswig-Holstein, meine neue militärische Heimat werden. Angedacht hatte ich die zu leistenden 15 Monate, bis sich die Entscheidung abzeichnete, Soldat auf Zeit zu werden.

Die Motivation für diesen Schritt resultierte aus zwei wesentlichen Faktoren.

1) Das Gefühl zu erleben, was es heißt, Kameradschaft zu erfahren und Menschen kennen zu lernen, die einem jungen Mann das Leben ein wenig näher bringen können.

2) Gemeinsam mit mir wurde das Waffensystem Spähpanzer Luchs in Eutin eingeführt. Majestätisch präsentierte sich das Gefährt gegenüber dem so kleinen Hotchkiss.
Die Begeisterung übertrug sich bei mir mit dem ersten Blick.
„Das soll mein Panzer werden“; schoss es mir spontan durch den Kopf.

Er, das Achtrad und ich wurden zu Weggefährten auf 4 Jahre. Vom Vorwärts-/Rückwärtsfahrer über den Kommandanten bis hin zum Spähtruppführer. Zeiten und Erlebnisse der Sonderklasse. Technik, die der Zeit voraus zu eilen schien. Angefangen von der Schwimmfähigkeit, der hohen Geländegängigkeit bis zu den vielen technischen Extras. Er war der Shootingstar auf allen Übungsplätzen und Manövern.

Ausländische Offiziere
Mir oblag die Ausbildung vieler ausländischer Offiziere aus Paraguay, Australien u.a. Ländern an diesem Spähpanzer. Stolz vermittelte ich mein Wissen und die Fähigkeiten des Luchs.

Junger Spähtruppführer
Auf Manövern wie Bold Guard erprobte die Bundeswehr erstmalig die intensive Zusammenarbeit von Heeresfliegern und den bodengebundenen Aufklärungsteilen. Für einen jungen Spähtruppführer wie mich war es mehr als ein Erlebnis, vom Luchs direkt in den Hubschrauber zu wechseln und den Aufklärungsergebnissen das geforderte Resultat zu präsentieren.

Nach vier Jahren Dienstzeit in Eutin stand ich vor der Entscheidung: weitermachen oder wieder in die zivile Kleidung zu schlüpfen. Letzteres hat gesiegt. Nur, mit ein paar kleinen Einschränkungen. Wenige Monate nach der Entlassung wurde ich einer Sicherheitsüberprüfung unterstellt und dem Feldjägerbataillon 732 in Münster zugeordnet. Damit hatte ich den Zugang zu den Aufmarschplänen der Bundesrepublik Deutschland für den Ernstfall. Also, ich blieb der Truppe verbunden.

Blick in Richtung Eutin
Damit nicht genug. Im Herzen war ich doch Soldat und natürlich Aufklärer geblieben. Ein kurzer Blick in Richtung Eutin und schon war es geschehen. „Der Aufklärer“, ein Magazin der Kameradschaft und des Bataillons, trat in mein Leben. Eine Zeitung, die seit 1962 publiziert wird. Ein Blatt, dass das Leben der Ehemaligen und der aktiven Soldatinnen und Soldaten zeitnah spiegelt. Eine Zeitung, die mit Recht behaupten darf, als einmalig bei der Bundeswehr zu existieren.

Produktionsbeginn
Auf Grund meiner beruflichen Kenntnisse wurde mir die Herstellung übertragen. Damit war ich wieder mitten im Soldatenleben angekommen. Zwar anders als zu meiner Zeit - als es noch galt, die Grenzen der Heimat zu verteidigen, wurde ich in die Neuzeit der Bundeswehr aufgenommen. Afghanistan, Somalia, Waffensysteme die nicht mehr Luchs und Leopard im neuen Aufklärungsbataillon 6 „Holstein“ hießen. Drohnen und Spähfahrzeuge Namens Aladin und Fennek beherrschen das Kasernenbild.

Militärische Umgangsformen
Frauen prägen heute als gestandene Soldatinnen den Alltag mit. Neue militärische Umgangsformen, Arbeitsplätze mit Kinderbetreuungsstuben, Tarnfleck statt olivgrün, G36 anstelle des G3 Gewehres und dennoch, es war und ist ein Stück von mir. Ich bin stolz und zufrieden, meinen Beitrag für das Bataillon, der Kameradschaft und respektive der Bundeswehr leisten zu dürfen.

Damit hat sich der Kreis für mich wieder geschlossen:
„Wenn sich das Gestern mit dem Heute wieder vereint.“

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