Nutzertreffen in Regensburg - heute

Fotogalerie
Dom St. Peter- Regensburg
Dom St. Peter- RegensburgFoto-Quelle: ©MartinStauder

Eines haben wir bestimmt gelernt. Der Name Regensburg ist nicht wegen den jährlichen Niederschlagsmengen entstanden, die hier auch nicht unbedingt höher sein müssen, als in anderen Städten Bayerns, sondern es ist eben der Fluss Regen, der hier in die Donau mündet. Castra Regina hieß auch das römische Lager, aus dem Regensburg hervorging, Regina hier aber nicht „Königin“ bedeutet, sondern weil die Betonung auf dem „e“ liegt, das lateinische Wort eben dieses Flusses ist, von dem man gar nicht weiß, wo er entspringt. Es sind nämlich zwei Flüsse, der große und der kleine Regen, die im Bayerischen Wald bei Zwiesel zusammenfließen und den Schwarzen Regen ergeben. Dann gibt es noch den „Kleinen Regen“, der dem kleinen Arbersee entspringt und sich bei Pulling unweit von Kötzing sich mit dem „Schwarzen Regen“ vereint, ab diesen Ort der Fluss den Namen Regen trägt, der bei Regensburg in die Donau fließt, und der Stadt seinen Namen gibt. Unheimlich kompliziert, aber immerhin fließt auf Umwegen Wasser aus dem Böhmer Wald bis in die Donau.

Viel geradeliniger dagegen ist die Geschichte Regensburgs, die uns die Stadtführerin Monika zum Besten gab und wir elf Seniorbooker ihr gespannt zuhörten. Sie erzählte von der hölzernen Brücke, die vor undenklich langer Zeit über die Donau führte, aber der Donauströmung nicht trotzen konnte. So wurde die Steinerne Brücke erbaut, die heute noch als Wahrzeichen der Stadt gilt und damals im Mittelalter als Wunderwerk galt. Die Leute konnten sich nicht vorstellen, dass sie von Menschenhand erbaut worden war und so war es auch kein Wunder, dass unsere Stadtführerin ihre sagenumworbene Entstehung nahe brachte.

Es wird nämlich von einem Wettstreit zwischen dem Dombaumeister und seinem Lehrling erzählt, wer schneller mit seinem Bauwerk fertig werde, der Dombaumeister mit seinem Dom oder der Lehrling mit der Steinernen Brücke. Der Lehrling gewann den Wettstreit mit Hilfe des Teufels. Nun forderte aber der Teufel seinen Lohn. Er verlangte die ersten drei Seelen der Menschen, die zuerst über die Brücke gingen. Ein ziemliches Schlamassel für den Brückenbauer, denn es war vorgesehen, dass er zuerst mit seinen Gehilfen die Brücke überquerte. Aber Menschen sind auch mal listig, wenn es drauf ankommt, denn wer hat schon Lust seine Seele dem Teufel zu verkaufen. Also schickte er einen Hahn, eine Henne und einen Hund zu allererst über die Brücke. Der Teufel war darüber so verärgert, dass er die Brücke zerstören wollte. Es gelang ihm aber nicht, dieses feste steinerne Monstrum auseinanderzureißen. Nur der Buckel, den die Brücke in der Mitte macht, soll von der Zerstörungswut des Teufels übriggeblieben sein. Man kann ihn von der „Historischen Wurstkuchl“ aus sehen, wo unsere Führung begann. Weil das Bauwerk standhielt, war der Teufel so aufgebracht, dass er sich in die Strudel der Donau stürzte.

Wir trafen uns an der "Historischen Wurstkuchl“, die immer zuerst überflutet wird, wenn die Donau über die Ufer tritt. Da es ein Samstag war, sahen wir vor dem Alten Rathaus Brautpaare, die sich nach der standesamtlichen Trauung dem Fotografiergewitter hingaben. Der Platz war allein schon voll wegen der Hochzeitsgäste. An der Wand des alten Gebäudes ist die Länge einer Regensburger Elle durch einen metallenen Stab angezeigt. Besonders unter Schneidern war dieses Längenmaß im Gebrauch, auch hier auf diesem Platz vor dem Alten Rathaus wurden früher Stoffe verkauft. Ist das Prestigeobjekt heute vielleicht ein Auto, so waren es früher die Türme, die reiche Patrizierfamilien errichteten. Je höher ein Stadtturm war, desto bedeutender war die Familie. So ist der „Goldene Turm“ in der Wahlenstrasse mit neun Stockwerken, der höchste aller Patriziertürme in Regensburg. Am Schluss der Führung durchschritten wir das alte Römer Tor „Porta Praetoria“ und entdeckten den alten romanischen Turm des Domes.

Jetzt hatten wir es nicht mehr weit und gelangten hungrig in dem Lokal, wo schon Kaiser und Könige es sich gut ergingen ließen, wenn sie sich während des immerwährenden Reichstages in Regensburg weilten. Hier plauderten wir fröhlich über mögliche Kontaktanfragen, die wir untereinander auszutauschen haben und lernten uns ein wenig kennen. Eine Seniorbookerin kam sogar aus Frankfurt. Ich selbst fuhr mit dem Fahrrad zum Treffen. Es waren schöne Stunden und geregnet hatte es wirklich nicht. Die Steinerne Brücke allerdings, obwohl sie uns so unzerstörbar aus gewaltigem Gestein erschien, war immer noch zur Hälfte mit einem Baugerüst verhangen, damit sie uns weit über tausend Jahre noch überlebt.

Mehr zum Thema

12 Kommentare

Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Interessant, leider war ich nicht dabei. Werde Kontakt aufnehmen.
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Hört sich toll an und freut mich das ihr ein schönes Nutzertreffen hattet, Martin.
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Da warst ja super fleissig Martin - ein guter Bericht
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Merci Martin für Deinen anschaulichen Bericht. Hat leider nicht geklappt bei mir aber Regensburg besuch ich ganz sicherlich ...... irgendwann.
Ist ja ebenso Weltkulturerbe wie Bamberg, meine Geburtstadt. Das verbindet.
Liebe Abendgrüße und ein wunderschönes Muttertagswochenende nach Ratisbona
Erika
Vielen Dank, Erika
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Liest sich gut
ich mag es, wenn man noch etwas Geschichte erfährt
Hallo
ja, das ist mal ein Anreiz. Vielleicht schaffe ich es noch, einen interessanten Artikel zur Geschichte Regensburgs zu verfassen. Ist ein sehr umfangreiches Unternehmen.
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Hört sich nach einem rundum schönen Tag an, Martin.
Liest man gern, das ein Nutzertreffen so erfolgreich war.
Danke, Ja, war schön.
Ja, ich kann das gerne mit Siegfried ausmachen.
Maddin eine geschichtstour mache ich jetzt in Juli bereits wärend der Tollwood tage. werde dort etwas über die geschichte des Väterchen Timofej und seinen kapellen zum besten geben, neben den anschliessenden besuch auf den tollwood
https://www.seniorbook.de/nutzertref...r-tollwoods

für die münchenführung da müsste ich mich erst noch einlesen oder einen profi mit einplanen, den wir dann allerdings bezahlen müssten.
frage ist nur was man denn gerne in münchen erklärt bekommen will, gibt so vieles was interessant ist.
aber ich werd mich mal dran machen
Waltraud stimmt darüber hatten wir mal gesprochen, wir können das ja beim nächsten Bowling am 21.5. nochmals ansprechen. ist ne idee die man verfolgen sollte
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.

wize.life News per Push Benachrichtigung in Ihrem Browser aktivieren

Benachrichtigungen aktivieren