Polizeiruf 110 - Krauses letzter Fall mit leider klischeebehafteter Story

Horst Krause Polizeiwachtmeister
Horst Krause PolizeiwachtmeisterFoto-Quelle: ARD/ screenshot Polizeiruf 110 Homepage
Deutscher Evangelischer Frauenbund Bayern

Eine kleine Nachtkritik

Polizeiruf 110
IKARUS /Krauses letzter Fall.
(ARD, 10. Mai 2015, 20.15 Uhr.)

Wachtmeister Krause mit seinem Motorrad mit Sozius, ein einsamer Streiter der Gerechtigkeit in der brandenburgischen Provinz. Man hatte sich an seine schrullige, im Herzen goldige Art schon gewöhnt. Wie schade, dass er nun in Pension gehen musste. Aber, das müssen wir halt alle mal.

Aber einen besseren letzten Fall hätte er verdient gehabt, das wirklich! Eine Frau, Unternehmersgattin, feiert ihren 60. Geburtstag an der Seite der beiden Männer ihres Lebens, zwei Freunden, die zusammen eine Solarfirma aufgebaut hatten. Doch die Firma ist nun pleite und in ihrer Existenz bedroht. Das ist der Hintergrund zu dem albernen Fall: Ein Mann stürzt aus dem Flugzeug, das ist ein quietschgelber Doppeldecker. Der Gurt war angesägt, der Mörder wusste: der Pilot macht gerne Loopings und wird herausfallen!

Aber ätsch, der war ja gar nicht gemeint, sondern einer der beiden Geschäftspartner. Außerdem ist die Dame im Flugzeug, die sich wie in Jenseits von Afrika an der Schönheit des Fliegens freut, nicht koscher: Sie hat ein Verhältnis sowohl mit dem Flieger wie mit einem anderen Mann in der Solarfirma und lässt sich auch noch für krumme Geldgeschäfte bezahlen. Aber ihr Freund kommt ihr drauf und stellt sie zur Rede. Was folgt daraus? Nichts. Der Mann am Flughafen beobachtet so einiges und denkt sich sein Teil. Er teilt es aber nicht der Polizei mit.

Die Beteiligten schwelgen im Reichtum: Großes Unternehmen, flotte Autos, Sportfliegerei. Schicke Häuser. Wenn die Firma wirklich so in Schwierigkeiten steckt, würden sie doch wohl als Erstes einmal ein paar von den schicken Spielzeugen in Zahlung geben, statt zwielichtige Geschäfte mit Geldübergabe drüben in Polen zu machen. Polen, na klar, das weiß der vorurteilsbelastete Durchschnittsdeutsche, ein großartiges Land für das Verbrechen. Eineinhalb Beziehungsdramen werden mitgeliefert, zum Schluss kommt es zu einem grauenvollen Countdown. Eine wirklich schlechte Story.

Versöhnlich dann bloß das kleine Kabinettstückchen zum Schluss: Kommissarin Lenski (Maria Simon) muss ihren Kollegen Krause alleine verabschieden und tut das formvollendet wie sich das gehört mit einer Rede vor versammelter Mannschaft, die trotzdem den Ausstand feiern wird. Sie ahnt es schon: Krause will sich das nicht antun. Als einsamer Reiter fährt er mit seiner Maschine davon, den Hund im Sozius.


Wenn Sie auch ein Fan von Wachtmeister Krause waren: Polizeiruf 110 hat ihm eine Sonderseite gewidmet
http://www.daserste.de/unterhaltung/...se-100.html
Bild: screenshot von derselben Seite, von ARD/Polizeiruf 110

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