Der mir Kraft gibt

Deutscher Evangelischer Frauenbund Bayern

Monatsandacht Mai

Alles vermag ich durch ihn
der mir Kraft gibt.
(Phil. 4,13)

Eine wunderschöne Losung aus dem Philipperbrief des Apostels Paulus. Sie zeugt von der Tiefe seines Glaubens zu Jesus Christus. Dass er Christus, der Herr, ist, der ihm gnädig ist, ist ihm zur Gewissheit geworden. Das möchte Paulus auch seiner Lieblingsgemeinde, die auch seine erste Gemeinde war, die durch seine Missionstätigkeit entstanden ist, ans Herz legen.

Als er den Brief verfasste, war Paulus im Gefängnis in Rom, wo es ihm nicht gut ging. Die Philipper schickten deshalb einen Boten mit einer pekuniären Zuwendung zu Paulus, um dessen Haftbedingungen zu erleichtern. Dafür war Paulus seiner Gemeinde sehr dankbar; er fühlte sich mit den Philippern eng verbunden.

Da der Bote Epaphroditus in Rom schwer erkrankte, wollte dieser nach seiner Genesung umgehend nach Hause zurück. Paulus gab ihm den Dankesbrief an die Gemeinde mit. Er schrieb diesen Brief ohne Selbstmitleid und Klage über seine missliche Situation in einer freudigen und herzlichen Sprache. Er sorgt sich um alle Mitglieder der Gemeinde, er betet für sie und empfiehlt sie Gott, dem Vater und dem Herren Christus. Der Apostel fühlt sich stark, denn er weiß, dass Gott ihm die Kraft gibt, alles Dunkle zu überstehen. Alles vermag ich durch ihn, der mir Kraft gibt, sagt er.

Spricht uns dieses Wort des Paulus nicht auch an? Auch wir sind manchmal schwach und bedürfen der Hilfe. Wir wissen, dass wir alle aus der Kraft leben, die nicht die unsere ist. Gottes Kraft kann auf vielerlei Weise mächtig werden. Aber wir brauchen diese Kraft immer wieder aufs Neue.

Antoine de Saint-Exupéry drückt das in seinem Gebet "Herr lehre mich die Kunst der kleinen Schritte" so aus: Ich bitte nicht um Wunder, Herr, sondern um die Kraft für den Alltag.

Wir können beten: Lass mich, Herr, von Deiner Kraft und Stärke leben, von der du gesagt hast, dass sie in den Schwachen mächtig ist.

Axel Kühne schildert in seinem Buch "Überlebensgeschichten für jeden Tag" das Schicksal des amerikanischen Landwirtschaftsexperten Dr. Claude Fly, der im Auftrag der UNO in Uruguay tätig war. Eines Tages wurde dieser auf offener Straße von Tupamaros als Geisel genommen. Acht lange Monate musste er in einem winzigen Versteck tief unter der Erde verbringen. Nach seiner Freilassung schrieb er in seinem Buch "Gott in meiner Angst" über seinen Aufenthalt in der Geiselhaft, dass ein Neues Testament, das er bei sich hatte und in dem er jeden Tag las, für ihn eine Quelle der Kraft wurde. Das Lesen in der Bibel half ihm, seine Ängste und Seelenqualen zu überwinden.

Die Bibel eröffnet uns den Zugang zu Kräften außerhalb unseres Herzens und unserer Möglichkeiten. Beim Lesen der Bibel öffnen sich Bereiche, die uns sonst verschlossen bleiben. Da zeigen sich Wege, die wir alleine nicht finden können. Da begegnen uns Kräfte, die stärker sind als Leiden und Tod.

Eine weitere Quelle sind die Lieder in unserem Gesangbuch, besonders natürlich die von Paul Gerhardt, von dem wir wissen, dass er in seinem Leben viel Not und Bedrängnis erleiden musste. Das Lied 447 "Lobet den Herren, alle, die ihn ehren..." - besonders Vers 8 - spricht mich an: "Treib' unsern Willen, dein Wort zu erfüllen, hilf uns gehorsam wirken deine Werke, und wo wir schwach sind, da gib du uns Stärke."

Am Ende seines Briefes schreibt der Apostel Paulus: "Ich bin voll Dank gegen Gott, so möchte ich aus vollem Herzen Gott für alles danken." Er wünscht seinen Gemeindemitgliedern in Philippi: "Die Gnade des Herrn Jesus sei mit euch allen Amen." Das möchte ich auch Ihnen mit auf den Weg geben.

Monatsandachtenheft des DEF

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