Juni

Gerard Zacher sprach beim Kneippverein über Juni

Es beginnt der Sommer -bald kommt aber die Schafskälte

Deggendorf „Soll Feld und Garten wohl gedeihn, dann
braucht´s im Juni Sonnenschein, wußte Kneippvorsitzender
Gerard Zacher beim Kneippverein einen bekannten Bauernspruch zum Juni.
Dieser Monat, auch Brachmond oder Brachet genannt,
ist –so Zacher - heuer von Fronleichnam geprägt.
Fronleichnam schön und klar, sagt an ein gutes Jahr, damit verweis
Zacher auf das ganz besondere Fest im Juni. Fronleichnam bedeute
„Leib des Herrn“, Corporis Christi ist der lateinische Name
für das Fronleichnamsfest. Es heißt auch: Corporis Christi
klar, so wird das Jahr bedeutend. An Fronleichnam, dem Prangtag,gibt es große
Prozessionen, die früher auch am folgenden Sonntag nochmals
stattfanden,, unterstrich Gerard Zacher.

In vier von fünf Jahren beginnt um den 1o./11. herum auch die berüchtigte Schafskälte,
erinnerte Gerard Zacher. Es sei dies. Witterungsregelfall, der statistisch eine unglaublich
hohe Eintreffwahrscheinlichkeit von 89 Prozent habe. Damit seien empfindlich kühle, wechselhafte und oft
auch regenreiche Tage gemeint, die freilich heuer sich schon sehr stark im Mai einstellten.

Kneippvorsitzender Gerard Zacher wußte für Juni viele Bauernsprüch, -Regeln und früheres Brauchtum. Und er nannte die Lostage und verwies auf besondere Heiligentage. Schönes Wetter auf Fortunat (1.Juni) bedeute ein gutes Jahr. Der heilige Bonifatius (5.Juni)wird auch Apostel Deutschland genannt. Er stammt aus England und missionierte ganz Germanien. Wie das Wetterzu Medardi (8.Juni) -es bis zu Mondes Schluß anhält.
Hat Medardus am Regen behagen, will er ihn auch in die Ernte jagen. Margarete (10.Juni) gilt als die Regenfrau:.
Margarita Regen und keinen Sonnenschein, kommt selten das Heu trocken rein. Regen an St.Barnabas(11.Juni),
währet 40 Tage ohne Unterlass. St. Barnabas schneidet das Gras. Barnabas macht, wenn er günstig ist, wieder gut, was verdorben ist. Wenn Barnabas bringt Regen, so gibt es auch viel Traubensegen. Wenn St.Anton (13.Juni) gut Wetter lacht, St.Peter (29.Juni) viel in Wasser macht. Der heilige Antonius von Padua wird bei uns
als „Schlamperlpatron“ bezeichnet, denn er wird gerne um Fürbitte angerufen, wenn man etwas verloren hat, um
es bald wieder zu finden.


Zacher weiter: Der Wind dreht sich um St.Veit (15.Juni), da legt sich`s Laub auf die andere Seit`. Hat St.Veit starken Regen, bringt er unermeßlichen Segen. Freilich gilt allgemein: Wenn die Schwalben niedrig fliegen, wird man Regen- wetter kriegen. Nach St. Vitus ändert sich die Zeit, alles geht auf die andere Seit'.Vitus ist einer der 14
Nothelfer, die Liste der Beschwerden und Gefahren, bei denen man ihn um Fürbitte bei Gott anruft ist
lang: Hyterie, Krämpfe, Schlangenbiß, Bettnässen, Blitz, Feuersgefahr usw.Juniregen und Brauttränen,
dauern so lang wie Gähnen. Bläst der Wind zu Sonnwend (21.Juni)im Juli die Sonne heiß brennt. Viermal Juni-Regenbringt zwöffach Segen. Vor Johanni (24.Juni) bitt um Regen, hernach kommt er ungelegen. Glüh`n Johanniswürmchen helle, schöner Juni ist zur Stelle. Regnets am Siebenschläfertag
(27.Juni), es noch sieben Wochen regnen mag. Wie`s Wetter am Siebenschläfertag, so bleibt
es sieben Wochen danach. Am Siebenschläfertag wird – so Zacher - der sieben jungen Christen gedacht, die der Legende nach im Jahr 251 in einer Höhle eingeschlafen und erst 446 wieder erwacht sein sollen.

Der Johannistag wird auch heute noch als ein Fest des Sommerhöhepunktes gefeiert, unterstrich der Kneippvorsitzende. Die Johannisnacht am 24. Juni gilt als die kürzeste Nacht des Jahres: An keinem Tag des Jahres leuchtet die Sommersonne länger.
Auch in Deggendorf brennen am Abend des 24. Juni die Johannisfeuer. Fauna und Flora hat Johannes der Täufer oder
Johannes Baptist, dessen Geburtstag Festanlass ist, seinen Namen aufgeprägt Regnet's am Johannistag, regnet es noch vierzehn Tag. Johanni trocken und warm, macht den Bauern nicht arm. Johannis tut dem Winter
wieder die Türe auf. Der Kuckuck kündet gar teure Zeit, wenn er nach Johanni schreit.
Zacher erinnerte: Zum Johannistag gehörten früher Johanniskränze aus siebenerlei oder neunerlei Kräutern und Pflanzen, z.B. Bärlapp, Beifuß, Eichenlaub, Farnkraut, Johanniskraut, Klatschmohn, Kornblumen, Lilien, Rittersporn und Rosen. Die Kränze wurden über Tür und Fenster gehängt, um vor Geistern und Dämonen zu schützen, die in
der Johannisnacht spukten. Ein bekannter Bauernspruch lautet: Stich des Spargel nie mehr nach Johanni.
Damit geht die Spargelzeit zu Ende. St. Peter und Paul(29.Juni) klar, bringt ein gutes Jahr. Um Peter
und Paul wird dem Korn schon mal die Wurzel faul. Petrus schwimmt im Schiff daher oder dahin. Schön
zu St.Paul, füllt Tasche und Maul. Seit dem Jahre 354 wird das Fest der Apostelfürsten Peter und Paul feierlich
begangen, früher war dies in Bayern ein Feiertag.

Kneippvorsitzender Gerard Zacher wußte auch eine Vielzahl von allgemeinen Bauernregeln zum Juni so z.B. :
Mai mäßig feucht und kühl - steckt dem Juni ein warmes Ziel. Im Juni viel Donner, bringt einen trüben Sommer.
Soll Feld und Garten wohl gedeih'n, dann braucht's im Juni Sonnenschein. Juni verdirbt das ganze Jahr, wenn er kalt und regnerisch war. Was im Juni nicht wächst, gehört in den Ofen. gz

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