Nachbarschaftshilfe - wie weit darf / soll sie gehen?

Engel Nachbar
Engel NachbarFoto-Quelle: ©P.Wenzel

Nachbarschaftshilfe – wie weit soll / darf sie gehen?

Zunächst möchte ich den Begriff Nachbarschaftshilfe definieren. Wkipedia schreibt dazu:
„Nachbarschaftshilfe bezeichnet eine gegenseitige, unter Nachbarn gewährte Form der Hilfe und Unterstützung, bei der zumeist auf ein Entgelt in Form einer Geldzahlung verzichtet und stattdessen Gegenleistungen in ähnlicher Form erbracht werden. Nachbarschaftshilfe ist üblicherweise ein gewohnheitsmäßiges und wenig formalisiertes Instrument sozialer Gemeinschaften zur Bewältigung von individuellen oder gemeinschaftlichen Bedürfnissen, Notlagen und Krisen.“
Aus: Seite „Nachbarschaftshilfe“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 31. Mai 2015, 19:56 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?...d=142670273

Besonders in den Jahren nach dem Krieg wurde sehr viel in Nachbarschaftshilfe geleistet. Ich möchte nur das Stichwort „Trümmerfrauen“ erwähnen. Ab den 80er Jahren wurde Nachbarschaftshilfe mehr und mehr in Selbsthilfegruppen und Nachbarschaftshilfe-Vereine verlagert. Hier sind u.a. auch die gebildeten Genossenschaften der Landwirte zu erwähnen, die es auch kleineren landwirtschaftlichen Betrieben ermöglichte, große und entsprechend teure Maschinen zu nutzen.
Im privten Bereich erfuhr Nachbarschaftshilfe ebenfalls starke Veränderungen. Einerseits durch die bereits erwähnten Vereine, die sich besonders in Stadtgebieten etablierten aber auch durch sozialpolitische Eingriffe. Es gab lange Zeit keine finanzielle Not. Dies hat sich erst durch Einführung von Hartz IV und Grundsicherung wieder geändert; Not entsteht nun bereits wieder, wenn ein Haushaltsgerät seinen Dienst einstellt. Besonders betroffen sind ältere Menschen, denen ich zumindest nicht zumuten würde, z.B. ihre Wäsche von Hand zu waschen.

Durch den Rückgang nachbarschaftlicher Hilfe entstand besonders in den Städten und den Hochhäusern eine soziale Ausgrenzung. Zwar wird dort versucht, den sozialen Aspekt, das Gemeinschaftliche wieder zu beleben, aber der Erfolg ist gerade im Bereich der Altersgruppe Senioren sehr mäßig.

So bleiben die Fragen offen: was kann man tun um dort zu helfen; wie weit darf man gehen, wo beginnt Aufdringlichkeit; darf man um Hilfe bitten; warum trauen sich viele nicht, um Hilfe zu bitten?
Ist Nachbarschaftshilfe auch in einem "social Network" möglich, und wenn ja, wie?

Hier kann man über diese Fragen diskutieren, aber auch in unserem Themenchat am Montag, 08.06. ab 20:00 Uhr im Themenchat.

31 Kommentare

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Nachbarschaftshilfe ist für mich sehr wichtig.

Ich habe zum Beispiel an meine angrenzenden Grundstücke meiner Nachbarn und deren Häuser auf Zäune verzichtet. Wir helfen uns seit 20 Jahren in allen Dingen, leihen Geräte aus, feiern gemeinsam, passen gegenseitig auf bei Abwesenheit, fragen bei Besorgungen immer die anderen, ob was mitzubringen ist..., nehmen Pakete und Post an und vieles mehr...
Wir bilden eine vorbildliche Gemeinschaft, die heutzutage sehr selten geworden ist. Kann ich nur empfehlen.
Ist übrigens anerkannt, dass bei einer guten Nachbarschaft weniger eingebrochen ist, da man immer mit für den anderen aufpasst.

In Kroatien ist die Nachbarschaftshilfe in den Genen verankert. Jeder hilft jeden - ohne wenn und aber...

Aus Nachbarschaftshilfen entstehen keine Nachbarschaftsstreitigkeiten und somit keine Gerichtsverfahren oder Verfahren vor dem Schiedsmann..

Da ich oft abwesend bin, bin ich quasi auf gute Nachbarn und deren Hilfe angewiesen. Sie kann meines Erachtens nie zu weit gehen...sie kann immer noch ausgebaut werden...
In meinem Haus stelle ich allen Mietern meinen wunderschönen Garten zur kostenlosen Nutzung zur Verfügung. Meine Garagenein- und Ausfahrten dürfen immer von Nachbarn benutzt werden, wenn Parkknappheit ist...Die Liste der Hilfe kann ich noch stundenlang ergänzen...Beste Erahrungen - 0 Probleme
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Darunter verstehe ich folgendes: Pakete annehmen, Blumen gießen, vom Einkaufen was mitbringen, mit dem Hund der Nachbarin gassi gehen, mal helfen, etwas rein- oder raus zu schleppen.

Mit besonders lieben Nachbarn wird auch Kuchen getauscht, denn einer hat ja immer was gebacken!

Auch einen Ersatzschlüssel deponieren, für den Fall, der Fälle.

Funktioniert wunderbar, über alle Altersschichten hinweg...
Stadt- oder Landbewohnerin?
Stadtpflanze - allen Vorurteilen zum Trotz, ist Nachbarschaftshilfe kein ländliches Phänomen.
Ausnahmen bestätigen die Regel
Aber ich freu mich für Dich, dass es so ist
Harry - es kommt doch immer drauf an, was man draus macht.

Das fängt beim Grüssen und Tür aufhalten an, und endet mit viel Glück, bei einem gemeinsamen Glühweinfest im Hof.

Da ist es doch vollkommen egal, wo man wohnt.
Prinzipiell hast Du Recht; weshalb die Realität oft anders aussieht, liegt an großen Mietshäusern, ständigem Wechsel der Mietparteien und einer Gleichgültigkeit dem Nächsten gegenüber.
Ich wohne jetzt hier in einem kleinen Stadtteil, kein Geschäft, keine Wirtschaft .... nichts; und doch kennt jeder jeden und man hilft sich gegenseitig.
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rainer, ihr wollt unbeachtet bleiben, bis zu dem zeitpunkt, wo es euch schlecht geht, ihr hilfe braucht oder euch einsam fühlt.
dann aber ist es wohl aus mit eurem wunsch nach unbeachtet-werden.
dann kanns euch passieren, daß ihr als leiche 2 wochen lang in eurer wohnung liegt und keiner merkts.
Das wollen wir aber niemandem wünschen
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Wieso sollte Nachbarschaftshilfe Grenzen haben?
Jeder so, wie er helfen kann und jedem so, wie er Hilfe braucht...
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Wikipedia - ist nicht mein Grundgesetz, unter Nachbarschaftshilfe verstehe ich einige ausgesuchte Menschen mit denen ich mich schon seit Jahren gut verstehe, die mir im Bedarfsfalle gerne behilflich sind und umgekehrt.

Ich habe die Schlüssel von mehreren Nachbarn in meinem Tresor, jeder Schlüssel ist einzeln verpackt und einzeln versiegelt. Wer im Notfall seinen Schlüssel verlegt oder verloren, kann ihn sich bei mir " ausborgen " .
Wiki ist sicher kein Gesetz, aber eine vernünftige Grundlage
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Wenn ein Nachbar Hilfe braucht, die ich gewähren kann , mach ich das -und Fertig. Ob ich eine Gegenleistung bekomme steht in den Sternen.
Was der Staat dazu sagt geht mir am Pöppes vorbei.
Soll auch sicher nicht um den Staat dabei gehen
Wenn Sie ins Gesetzbuch schauen, ist Nachbarschaftshilfe Streng begrenzt.
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Die möglichen Gegenleistungen sollten vielleicht nochmal näher erläutert werden.
Muss man Gegenleistungen erwarten?
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ich denke das die Nachbarschaftlichen Beziehungen in den Ländlichen Räumen einen höheren Stellenwert hat als in Städten .
Augen auf bei der Wohnungssuche
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Alles hinterfragen, zerreden, auseinandernehmen....ein Zeichen unserer Zeit, statt einfach zu machen....
Genau so ist es.............. warum wieso weshalb????
Wenn der Nachbar fragt gehe ich hin. Basta.
Jau, genau so soll es sein. Euch
Man kann auch allgemein über etwas reden und trotzdem auch tun
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Ich bin schon sehr gespannt auf morgen Abend, denn das ist ein sehr interessantes Thema
Da werden sich wieder alle zu Wort melden die keinen Schraubenzieher halten können.
Ich hatte vor einigen Jahren mal so einen klitzekleinen Unfall,der mich aber zwang, das im Krankenhaus untersuchen zu lassen Eine Bekannte, die das miterlebt hat, ist anschl.mit mir ins Krankenhaus gefahren und hat dort solange gewartet, bis ich wieder nach Hause konnte. Ist das Nachbarschaftshilfe? Wenn ich merke, dass in meiner Umgebung jemand Hiilfe benötigt, wird das ohne Kommentar erledigt - ohne gross zu fragen. Ist eigentlich eine Selbstverständlichkedit
Nachbarschaftshilfe = Hilfsbereitschaft = Nächstenliebe = Selbstverständlichkeit !
so sehe ich das auch
Für viele ist es leider keine Selbstverständlichkeit und seltsamerweise ist dort, wo die Bevölkerungsdichte am größten ist die Anonymität jedes Einzelnen auch am größten
Im Hochhaus mit zig Parteien kennt wahrscheinlich keiner seinen Nachbarn - fährt alles mit dem Fahrstuhl rauf und runter
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