Singapur - der große Geburtstag - Teil 1

Singapore Marina Bay
Singapore Marina BayFoto-Quelle: streetwisejournal.com

Wer sich gern in anderen Gegenden und Zonen "herumtreibt", dem Winter nicht mehr allzuviel abzugewinnen weiß, landet nicht selten in Südostasien. Dort ist es dann zumeist wieder viel zu heiß, naja, goldene Mittelwege sind selten...

Nein, mit Reisegesellschaften bin ich nicht unbedingt befreundet, deren verschleiertes Motto: "immer auf der Flucht" wird von mir als Zumutung empfunden. Wer Land und Leute wirklich kennenlernen will, macht sich fast ausnahmslos allein auf den Weg, in meinem Fall "bewaffnet" mit Kamera, Camcorder, guten Stadtplänen und Landkarten (leider dafür mindestens zwei Hände zuwenig "eingebaut").

Singapur wurde gern als Asien für Anfänger bezeichnet, könnte man so sehen. In meinem Fall völlig entgegengesetzt angegangen, kannte viele Länder dieses entfernten Erdteils schon zuvor, die einen in vieler Hinsicht in hohem Maße beanspruchen. Umso mehr lernte ich "meine Insel" zu schätzen, die ich nun schon seit 12 Jahren regelmäßig besuche, erkunde, mich dort heimisch fühle.

Für die meisten bedeutet sie noch immer nur eine Stopover Destination auf dem Weg nach Australien oder zum nagelneuen Kreuzfahrerterminal. Zwei Tage Stadtrundfahrt, ein paar "Hotspots mitgenommen" und schon meint man, alles Wesentliche zu kennen. Wem es genügt..

Singapur ist in vieler Hinsicht absolut einzigartig, um das herauszufinden, benötigt man viel Zeit und Hinwendung, wird allerdings blitzschnell in reichem Maße belohnt. Keine Großstadt, schon gar nicht in Asien, verfügt über derart ausgedehnte, naturbelassene Dschungellandschaften, die man quasi mit dem öffentlichen Verkehrsmittel erreichen kann. Aus der Gartenstadt wurde die Stadt im Garten, von Fachleuten weltweit bestaunt. Ein weites Themenfeld. Artenreichtum bezüglich Pflanzen und Vogelvielfalt sind rekordverdächtig, das alles auf einer Insel von der Größe Hamburgs!

Eldorado für Architekturliebhaber, hier passiert quasi wöchtentlich, was hierzulande schon lange nicht mehr möglich ist, spektakuläre Bauten entstehen, rekordverdächtig die Zeitspanne von Planung bis Fertigstellung. Nirgendwo in Asien existieren noch derart viele wunderschöne koloniale Gebäude, die liebevoll gehegt und gepflegt werden. Zum Teil so versteckt gelegen, daß nicht einmal Einheimische sie kennen, zumeist Prachtexemplare von unschätzbarem Wert. Das öffentliche Verkehrsnetz, tatsächlich eines der effektivsten und am Problemlosesten zu benutzen, wächst sozusagen in Windeseile. Wer hierzulande Ingenieursmangel beklagt, sie tummeln sich in den asiatischen Boomländern. Deutsches Wissen ist auch in Singapur überaus gefragt, wer einmal beruflich dort angekommen ist, will eigentlich nie mehr zurück.

Singapur ist ein Vielvölkerstaat, in dem die Ethnien längst friedlich und gleichberechtigt zusammenleben, auch das eine Seltenheit auf unserem Planeten. Wer die Herkunftsländer der ehemaligen Einwander einigermaßen gut kennt, schätzt die damit verbundene Bandbreite des Stadtstaates über die Maßen. Wo könnte man die besser kennenlernen, als über ihre Feste. Die sind nun wirklich jegliche Reise wert. Die Singapurians sind auch Weltmeister in der Disziplin Feiern, alle Feste und Feiertage der diversen Volkgruppen werden farbenfroh und traditionell begangen. Jene im Winterhalbjahr (in Singapur gibt es keine Jahreszeiten, es ist immer nur heiß, heiß, heiß), kenne ich längst alle. Wer je die Möglichkeit hatte, Chinesisch Neujahr in Gänze mitzuerleben, was mehr als zwei Wochen intensiven Dabeiseins meint, wird ahnen, was ich meine. Alles Themenkreise für eingehendere Betrachtung an anderer Stelle. Inder und Malayen sind ebenfalls feierfreudig und abendländische Festtage werden auch auf der fernen Insel höchst traditionell begangen.

Nicht zu vergessen, Singapur ist ein Schlaraffenland, kulinarische "Spielwiese" für Gerichte aus allen Teilen Asiens und auch längst der westlichen Welt. Von der einfachen, aber blitzsauberen (!) Strassenküche in beneidenswerten Bandbreite bis zu sündhaft teuren Sternerestaurants, alles vorhanden. Und auch Kultur kommt keinesfalls zu kurz, Theater und Museen sind reichlich vorhanden, sie wachsen weiterhin wie die Pilze aus dem Boden. Wie gesagt, wem das alles Freude bereitet, der ist überreichlich beschäftigt.

Der Aufstieg vom bitterarmen Inselstaat, ohne nennenswerte Ressourcen zu einem der wohlhabendsten Länder der Welt ist atemberaubend. Längst bestens vertraut mit Geschichte und Gegenwart des Inselstaates, steht einer der Höhepunkte meiner Reisen dorthin vor der Tür, fraglos als Selbstverständlichkeit, mit den Singapurians gemeinsam den 50. Geburtstag der Unabhängigkeit am 9. August 2015 zu begehen. Bereits seit Jahresbeginn sind viele außergewöhnliche Aktivitäten auf dieses Jubiläum hin ausgerichtet. Sommerreisen in die Region waren nie vorgesehen, die Höhepunkte vor Ort mitzuerleben, darauf freue ich mich schon monatelang. Tragik am Rande, Lee Kuan Yew, der charismatische, weitblickende, nicht unumstrittene Gründervater, einer der wenigen großartigen Staatsmänner, enger Freund Helmut Schmidts, hat sich quasi auf der Zielgeraden, vor wenigen Wochen, 92jährig, von der Welt verabschiedet.

Wie erwähnt, der Inselstaat selbst, die Region, bieten Themenreichtum ohne Ende, kaum eine Gegend ist auf dem elektronischen Informationssektor derart gut aufgestellt, über alles und jedes gibt das Netz detailliert Auskunft, ein Eldorado nicht nur für denjenigen, der längst tief in die Abteilungen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft eingestiegen ist. Museen, Archive u.v.a.m. bieten vor Ort darüberhinaus reichlich Gelegenheit, sich auf dem neuesten Stand zu halten.

Bei Interesse werde ich mich gern einzelnen Themenbereichen detailliert zuwenden.

11 Kommentare

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Danke für diesen kurzweiligen und so informativen Bericht, liebe Rixa!
Den muss ich mir noch ein paar Mal durchlesen, denn praktisch alle Infos sind neu für mich! Liebe Grüße zum Sonntag!
danke Dir, lieber Uli , vielleicht setz´ ich ja doch noch ein paar detaillierte Kapitel ein, die Gegend hat es in sich....
Ich kann Deinen Ausführungen nur zustimmen ...Man kommt aus dem Staunen garnicht mehr raus .....Meine Lieblingsstadt ....Vielen Dank für die vielen Infos ...werde ich beim nächsten Besuch beherzigen. L.G.Elke
herzlichen Dank, liebe Elke, freut mich sehr. Auch meine Lieblingsstadt, wie man unschwer erkennen kann...
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Ein wirklich lesenswerter Bericht über das "neue" Singapur. Ich habe vor ca. 35 Jahren noch das "alte" Singapur erlebt, das sich aber bereits im "Umbruch" befand, was viele damals sehr bedauerten. Man fürchtete den Verlust des alten "kolonialen" Stils, des Flairs dieser alten ehrwürdigen Stadt u.v.a.m. Dann tut es gut, wenn von "insidern" berichtet wird, dass doch nicht alles "den Bach runtergegangen" ist. Wär schon mal wieder eine Reise wert, nicht nur als "Zwischenstop", um das neue Singapur hautnah selbst anzusehen und zu erleben.
Hasko Winter
danke für Deine Zeilen. Habe schon manchmal Kenner getroffen, die mir vom alten S. spannend erzählten und bedaure, nicht nur für diese Gegend, es nicht damals auch schon erlebt zu haben. Der Unterschied muß riesengroß sein. Besser oder nicht, ist kaum zu beantworten. Ich bin gelegentlich im Archiv und sehe mir die schönen, nicht mehr existenten öffentlichen Gebäude an. Die Bevölkerung ist derart gewachsen, da mußte manches weichen, wie ja überall auf der Welt. Andererseits konnte ich in über einem Jahrzehnt miterleben, was sie alles auf die Beine gestellt haben und bin voller Bewunderung dafür. Bauten aus den 70er Jahren sehen oft nicht eben sehr attraktiv aus, die alten Hotels an der Marina Bay z.B.... Der Leiter der German Association lebt schon seit 50 Jahren in der Stadt, verfügt über einen wahren Fotoschatz aus diesen Jahren.
Nixxx mit "Bach runter gegangen", Singapur hat sich zum "Hotspot" entwickelt, die Menge der asiatischen Touristen bekommt den Mund vor lauter Staunen nicht mehr zu....
Grüßli
Rixa
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Ein interessante, umfangreiche Darstellung des Stadtstaates, den ich nur von den Bildern aus dem Fernsehen kenne. Deine Darstellungen sind sehr plastisch und machen Lust, selbst mal hinzufliegen. Wer weiß, vielleicht erfüllen sich auch noch ein paar Träume
ach danke, Roland , eine echte Schilderung ist es ja noch gar nicht, dazu gäbe es ellenlang detailliert zu berichten.
kannst ja schon mal überlegen ob Du ein Buch schreiben möchtest. Hast auf jeden Fall eine sehr lebendige Sprache. Man kann Deine Wahrnehmungen buchstäblich nachempfinden.
freue mich sehr über Dein Lob , aber damit ist nicht zu rechnen, Bücher gibt es wie Sand am Meer...
Das stimmt. Ich denke, die meisten beschreiben nur die Touristenattraktionen. Ein Buch über Sehenswürdigkeiten und das Volk abseits der Touristenströme dürfte auch sehr gefragt sein.
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