Die Gedanken sind frei - Die Queen in Frankfurt und die Gefährdung der Freiheit

Frankfurt am Main, Der Römer
Frankfurt am Main, Der RömerFoto-Quelle: wikimedia commons

Die Queen ist in diesen Stunden gerade in Frankfurt am Main, im Römer findet ein Treffen mit geladenen Gästen aus Politik und Zivilgesellschaft statt. Danach geht man in die Paulskirche, wo einmal unsere frei gewählten Abgeordneten unsere erste freie Verfassung geschrieben haben. Mit der Republik ist es ja dann nichts geworden, erst siebzig Jahre später war es so weit. Und die Paulskirche, der Ort der Demokratie, ist im Krieg schwer zerstört worden. Aber allein dadurch, dass dort jedes Jahr der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels vergeben wird, ist die Paulskirche auch für die Zukunft der Freiheit und der Demokratie geweiht und ein würdiger Ort.

Morgen hat sie einen schweren Gang vor sich, der wiederum mit dem Krieg und seinen Folgen zu tun hat, denn sie wird in Niedersachsen das Konzentrationslager Bergen-Belsen besuchen und dabei auch Veteranen der britischen Truppen treffen. Damit wird sowohl des Endes des Zweiten Weltkriegs vor 70 Jahren gedacht, wie auch besonders der Opfer des nationalsozialistischen Rassenwahns.

Wenn so ein Staatsoberhaupt kommt, noch dazu eine Königin, dann lässt man ja manchmal Kinderchöre zur Begrüßung singen. Das ist nett. Aber das ist nicht nur nett. Die klugen Hessen oder sonstige aufrechte Demokraten ließen die Kinder jedenfalls in Frankfurt ein schönes altes Lied von der Freiheit singen, und das klingt doch gut und wir sollten öfters mal dran denken, dass die Freiheit kostbar ist und dass viele Generationen darum gekämpft haben:

Die Gedanken sind frei,
wer kann sie erraten?
Sie ziehen vorbei
wie nächtliche Schatten.
Kein Mensch kann sie wissen,
kein Jäger erschießen,
es bleibet dabei
die Gedanken sind frei!


Honi soyt qui mal y pense, ein Schelm, wer Schlechtes dabei denkt. So heißt ein traditionsreicher britischer Wahlspruch, der sich auch auf dem Hosenbandorden findet. Ob bei diesem Lied nicht auch mancher Schelm, manche Schelmin daran denkt, dass unsere Freiheit stark gefährdet wird durch die gnadenlose Ausbeute unserer Daten durch Firmen und Geheime Dienste? Dass niemand sicher ist davor, niemand in der Regierung, aber auch niemand von uns ganz normalen Bürgerinnen und Bürgern. Jeden Tag, jede Nacht wird unsere elektronische Kommunikation benutzt und wir werden abgehorcht. Präsidenten sind nicht sicher, wir sind nicht sicher - aber ist die Welt sicherer durch diese massenhafte und anlasslose totale Überwachung?

Und ist es nicht schade und unwürdig, wie wir in unseren Rechtsstaaten achselzuckend diese massive Beschädigung unserer Freiheit durch Kommerz und Politik im Namen einer nur scheinbaren Sicherheit hinnehmen?

Es bleibet dabei: Die Gedanken sind frei!

Bild: Frankfurt am Main, Der Römer, dt. wikipedia, frei unter wikipedia commons.

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