Bauernregeln Juli

Bauernregeln Juli
Bauernregeln Juli

Wenn der Hundssstern aufgeht -bleibt es bis er untergeht

Kneippvorsitzender Gerard Zacher hat Heiligenfeste,Brauchtum
und Bauernregeln zusammengestellt


Deggendorf --Mit dem Monat Juli -auch Heumond, Heuert,Heumonat und Apostelmonat bezeichnet - beginnt die zweite Jahreshälfte. Kneippvorsitzender Gerard Zacher hat dazu wieder besondere Heiligenfeste, Brauchtum Bauernregeln und Lostage zusammen gestellt. Er weiß auch einige Sprüche: Eine Lerche, die singt, noch keinen Sommer bringt, doch rufen Kuckuck und Nachtigall, so ist es Sommer überall. Wenn der Juli fängt zu tröpfeln an, wird man lange Regen ham. Was Juli und August nicht kochen taten, das läßt der September ungebraten. Juli schön und klar, gibt es ein gutes Bauernjahr. Juli Sonnenbrand gut für Stadt und Land. Juli trocken und heiß - Januar kalt und weiß.Wie das Wetter, wenn der Hundsstern aufgeht, so wird's bleiben bis er untergeht


Die für die Wetterprognosen wichtigen Lostage beginnen mit
Mariä Heimsuchung am 2. Juli -so Gerard Zacher: Mariä´Heimsuch wird bestellt, wie´s Wetter sich 40 Tage hält. Wie der Marientag vergeht, so der Winter vergeht. Wie Maria fortgegangen, wird Magdalene (22.)sie empfangen. Am Tag von Mariä Heimsuchung , ein alter Zinstag, hängten früher die Bauern zur Abwehr von Unwettern und Feuerbrünsten durch Blitzeinschläge Haselzweige und Rosenkränze an die Fenster. Seit 1389 wird dieser Tag gefeiert , an dem die Gottesmutter ihre Base Elisabeth im Gebirge besuchte und diese sie als Mutter des Herrn begrüßte. Der Apostel Thomas steht am 3.Juli im Kalender (früher 21. Dezember). Thomaswallfahrten gibt es in St.Thomas in Oberösterreich -gegen Rückenschmerzen und in St. Thomas im Innviertel - für eine gute Heirat. Die Thomas-Bräuche sind freilich noch im Dezember angesiedelt. Am 4. Juli wird des großen Bischofs von Augsburg, des heiligen Ulrich gedacht, ebenfalls ein wichtiger Lostag, unter-
streicht Gerard Zacher. Es wird angenommen, dass das Getreide schlechtes Mehl gibt, wenn es am Ulrichstag regnet. St. Ulrich ist Patron für die Reisenden, die Weber und die Sterbenden. Nicht nur gegen Krankheit, Fieber oder Tollwut wurde seine Hilfe erbeten, sondern auch bei einer Ratten- oder Mäuseplage. Donner am Sankt Ulrichstag schüttelt die Nüsse vom Baum. Regen am Ulrichstage macht die Birnen stichig - madig'. Wenn's am Ulrichstag donnert, fallen die Nüsse vom Baum. Bei den alten Germanen war am 4.Juli das Ende der Mittsommerfeste. In einigen Alpenländern bittet man um eine günstige Witterung sowie gegen Mäuse- und Rattenplagen bei diesem Alpensegentag .Der heilige Sankt Kilian (8.Juli) stellt die ersten Schnitter an. An Sankt Kilian säe Rüben und Wicken an.
Sankt Kilian ist der rechte Rübenmann, Der heilige Kilian, ein irischer Missionar wird bei Rheuma und Gicht besonders angerufen.. Am gleichen Tag werden auch die vierzehn Nothelfer verehrt.Es sind dies Achatius , Ägidius, Barbara , Blasius , Christophorus, Cyriacus, Dionysius , Erasmus, Eustachius, Katharina, Georg,Margarete, Panaleon und Vitus. Als 15.Nothelfer wird vieler Orts der Wasserdoktor Sebastian Kneipp genannt.


Knud von Dänemark (dort König von1080-1086), Erich von Schweden (Patron von Schweden) und Olaf von Norwegen (Patron
von Norwegen) stehen am 10. Juli im Kalender, dem Brüder-Tag. An diesem Tag sollen sich die Apostel getrennt haben , um in die Welt hinauszugehen und das Evangelium zu verkünden. Dieser Tag wird auch der heiligen Zwölfboten Scheidungstag genannt. Wie´s Wetter am Siebenbrüdertag -so bleibt es sieben Wochen danach. Am 11. Juli wird das Fest des heiligen Benedikt von Nursia
gefeiert, dem Ordensgründer, Patron des Abendlandes und Europas, Vater des abendländische Mönchtums. Um die Gestalt des Benedikts ranken sich -so Gerard Zacher- über alle Jahrhunderte hinweg vielerlei Brauchtum. So wurden u.a. Benedikt-Medaillen oder Benedikt-Pfennige als Amulette benutzt, um Heilung für Mensch und Tier sowie Schutz vor Unwetter und Gewitter zu erwirken. Um böse Geister von Sterbenden fern zu halten, läutete man die Bendedikt-Schellen.
.

Am 15.ist die sog. Apostelteilung: Ist Apostelteilung schön, so kann das Wetter der sieben Brüder gehen. An diesem Tag sollen sich die Apostel getrennt haben, um in die Welt hinauszugehen und das Evangelium zu verkünden. Wenn's an Alexius (17.)regnet, so fault das Getreide auf der Mauer. Wenn's auf Alexius regnet, wird die Frucht teuer. Regen an Alexe wird zur alten Hexe. Nach eine syrischen Legende entfloh Alexius am Tage seine Hochzeit nach Edessa. Dort soll er bis zu seinem Tode ein Leben mit großen Entbehrungen geführt haben. Er wird als Patron der Pilger, Bettler und Gürtler verehrt.

Der Margaretentag (20.)ist ein gefürchteter Lostag, den Margaretenregen bringt keinen Segen. Daher sahen die Bauern diesem Tag mit entsprechender Sorge entgegen. Margareta, die um 307 in Antiochien enthauptet wurde, ist Patronin der Bauern, Jungfrauen, Ammen und Helferin in Geburtsnöten. Margareta zählt zu den 14 Nothelfern. Zwischen Margarethen und Jakoben die stärksten Gewitter toben. Bringt Margarete Regenzeit, so verdirbt Most und Nuß weit und breit. Die erste Birn' bringt Margaret, drauf überall die Ernt' angeht. Wenn Margarete Regen fällt ins Laub, so fallen die Walnüsse ab und die Haselnüsse werden taub. Der Kirchenlehrer Laurentius von Brindisi (21.Juli) ist Patron des
Kauzinerordens. Er gilt als bedeutenster Prediger seiner Zeit.
Am Tage der heiligen Magdalena (22.), kann man schon volle Nüsse sehen. Magdalena weint um ihren Herrn, drum regnet's an diesem Tage gern.


Vom 23. Juli bis 24. August sind die sog.Hundstage.
Hundstage klar und hell wird´s ein gutes Jahr, ganz schnell. Die sogenannte Hundstage", auch Hitzetage, genannt werden als sehr heiß gefüchtet. Bei dem Begriff handelt sich dabei um eine Übersetzung aus dem Lateinischen dies caniculares (von lat. Canicula ist gleich Hundsstern, Sirius im Sternbild des Großen Hundes). Jetzt geht der Hundsstern Sirius bis zum 22. Oktober zusammen mit der Sonne auf. Mit den Hundstagen begann nach früherem Aberglauben auch eine sprichwörtliche Unglückszeit.In den Nächten zwischen Mitte Juli und Mitte August strahlt der Sirius als hellster Stern. Klar muss Apollinaris (23.) sein, soll sich der Bauer freu´n. St.Christophorus, Nothelfer und Patron des Verkehrs sowie vieler Berufsgruppen, die mit dem Verkehr etwas zu tun haben, wird am 24. Juli verehrt.Ein Sprichwort sagt, wenn man am Morgen ein Christophorus-Bild betrachtet, sei man geschützt bis zum Abend. Jakobi (25.) trocken, Winter hart St. Jakobi klar und rein, wird das Christfest frostig sein. Nach Jakobi gehen die Störche. Fällt an Jakobi die Blüte vom Kraut, wurden keine guten Kartoffel gebaut . St. Jakob nimmt hinweg die Not, bringt erste Frucht und frisches Brot. .Deßhalb heißen die ersten Äpfel Jakobiäpfel und die ersten Kartoffeln Jakobikartoffeln, stellt Gerard Zacher klar. . Jakobus rettete einen unschuldigen gehenken Jungen, der sich mit seinen Eltern auf einer Wallfahrt nach Santiago de Compostela befunden hatte. Ist St. Anna (26.) erst vorbei, kommt der Morgen kühl herbei.Anna warm und trocken, macht den Bauern frohlocken. Ist Sankt Anna erst vorbei, kommt der Morgen kühl herbei. Werfen die Ameisen Haufen auf am Annatag, ein strenger Winter folgen mag. Anna war die Mutter Marias und lebte mit ihrem Mann Joachim, der ziemlich unbekannt ist, in Jerusalem. Erst nachdem sie 20 Jahre auf ein Kind gewartet hatten, wurde ihnen Maria geboren. St.Anna ist Patronin der Ehefrauen, Schiffer und Bergleute, sowie Beschützerin der Armen. Reicher Kindersegen wird von der heiligen Anna erbittet.
Der Patron der Jesuiten, Ignatius von Loyola wird am 31. Juli
gefeiert. Schon seit langer Zeit gibt es das Brauchtum um das
Ignatius-Wasser, dem heilende Kraft nachgesagt wird. Das Wasser
wird gesegnet,indem ein Gebet zu Ignatius gesprochen und eine Reliquie oder eine Medaille des Heiligen eingetaucht wird. Früher wurde das Ignatius-Wasser bei Krankheiten und Epidemien eingesetzt.


Gerard Zacher verweist auf folgende Juli-Sprüch und Regeln: Im Juli Finkenschlag früh vor Tag, fleißig Regen bringen mag.
Juli trocken und heiss, Januar kalt und weiss Wenn die Schwalben im Flug das Wasser berühren, ist ein Gewitter bald zu spüren
Muß im Juli man nicht schwitzen, tut die Jahresplag nichts nützen.
Wer im Juli sich regen tut, sorget für den Winter gut.
Wenn abends tanzt die Nebelfrau und morgens liegt auf Gräsern Tau, wird heiß die Sonn am Tage sein, werden Bohnen und Gurken üppig gedeih´n. Ohne Tau kein Regen, so heißt´s im Juli allerwegen. Wenn Spinnen fleißig weben im Freien, läßt sich schön Wetter prophezeien. Wenn's im Juli bei Sonnenschein regnet, man viel giftigem Mehltau begegnet. gz

Mehr zum Thema

1 Kommentar

Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Äußerst interessant.
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.

wize.life News per Push Benachrichtigung in Ihrem Browser aktivieren

Benachrichtigungen aktivieren