Wildtierhandel

Wildtierhandel
WildtierhandelFoto-Quelle: Eigenes Werk, Copyright 2010

Auch der legale Wildtierhandel muss verboten werden!


Im Jahr 1900 gab es noch zehn Millionen Elefanten in Afrika. Bereits 1989 waren es nur noch 600.000 Tiere. Im Jahr 2014 hatten Wilderer sie auf 470.000 zusammen geschossen. In jeder Stunde sterben heute 4 Elefanten. Das macht alle 15 Minuten ein Tier!

Weit mehr als die Hälfte des verkauften Elfenbeins findet man in China. Zurzeit dürfen dort 5 Tonnen Elfenbein legal verkauft werden. In 37 legalen Elfenbeinschnitzereien werden die Stoßzähne verarbeiten. Teilt man diese legalen 5 Tonnen durch die 37 legalen Verarbeitungsbetriebe, bekäme jeder Betrieb pro Jahr gerade einmal 135 Kilo Elfenbein. Bei der großen Zahl der Mitarbeiter würde diese Menge gerade einmal für wenige Tage reichen. Deshalb kaufen diese legalen Betriebe viel illegales Elfenbein zusätzlich ein. Insgesamt werden allein in China mehr als 200 Tonnen verarbeitetes Elfenbein pro Jahr verkauft.

Noch einmal! Pro Jahr dürfen 5 Tonnen verkauft werden, es werden aber 200 Tonnen verkauft! Das legale Angebot kann diese Nachfrage unmöglich decken. Für die Käufer in den Läden ist das sehr verwirrend. Keiner weiß was legal und was illegal ist. Händler fälschen Zertifikate, bestechen Beamte und legalisieren mit einfachsten Mitten ihr illegales Elfenbein. Das in den Läden angebotene Elfenbein ist jedoch nur ein Bruchteil dessen was jede Woche in China ankommt.

Viele Investoren lagern die Stoßzähne in geheimen Lagern als sichere Geldanlage und warten darauf dass der Preis weiter steigt. Sie investieren in die Ausrottung der Elefanten weil sie ganz genau wissen, dass es niemals mehr Elefanten geben wird als heute. An dem Tag, an dem es keine Elefanten mehr in freier Wildbahn gibt, wird der Preis ihrer gelagerten Stoßzähne durch die Decke gehen.

Der illegale Wildtierhandel ist inzwischen der dritt lukrativste Schwarzmarkt nach dem Drogenhandel und dem Waffenschmuggel. Der jährliche Umsatz wird auf 20 Milliarden US Dollar geschätzt. Wildtierhandel ist für die Schmuggler ein sehr einträgliches Geschäft. Denn es ist sehr unwahrscheinlich, dass sie jemals gefasst werden und sollte es doch einmal passieren sind die Strafen in vielen Ländern lächerlich gering. Dagegen ist die Gewinnspanne häufig größer als beim Rauschgifthandel.

Schuld an dem Schlammassel sind die Käufer in Asien. Ihnen ist nicht klar, dass die Elefanten ihre Stoßzähne nicht einfach verlieren, wie alte Männer ihre Haare. Sie wissen auch nicht, dass ein Nashorn sterben muss, weil es sein Horn nicht freiwillig her gibt. Sie haben keine Ahnung, dass ihnen das Horn mit einer Motorsäge aus dem Schädel gesägt wird, während es sterbend in seinem Blut liegt. Haben die Käufer das gewilderte Horn eines Nashorns gekauft, dann haben sie nicht nur in das Horn investiert. Sie haben auch gleich in neue Gewehre, Patronen, Macheten und Motorsägen investiert. Mit ihrem Kauf haben sie dafür gesorgt, dass das Morden weiter geht. Die stetige Nachfrage der Käufer treibt die Wilderer an, immer weitere Tiere zu töten.

Auf die Frage warum sich die reichen Chinesen Schnitzereien aus Elfenbein gut sichtbar auf die Vitrine stellen, antwortete der Milliardär Frank Unn aus Guangzhou in Südchina: “Wir als Anführer müssen unseren Rivalen unsere Macht demonstrieren. Wieso wollen Männer eine schöne Frau heiraten und keine hässliche? – Ganz einfach! Sie ist eine Trophäe! Menschen haben schon immer gern gefährliche Tiere getötet. Niemand ist stolz darauf ein Huhn zu töten. Wir Menschen sind die Sieger der Evolution. Wir können uns nehmen was wir wollen. Deshalb haben wir das Recht unfair zu den Tieren zu sein.“

Was kann man gegen die drohende Ausrottung tun? Die Menschen vor Ort müssen am materiellen Wert der lebenden Tiere beteiligt werden. Jahr für Jahr kommen hunderttausende Touristen in die Afrikanischen Länder um genau diese Tiere in freier Wildbahn zu sehen. Touristen bringen Geld und sie sind in einigen Ländern die Haupteinnahmequelle des Staates. So lange dieser Geldstrom jedoch an den Menschen in den Dörfern vorbei fließt, haben sie überhaupt kein Interesse daran die wilden Tiere zu schützen. Erst wenn diese wilden Tiere ihnen lebend mehr Geld einbringen als tot, wird sich ihre Einstellung ändern.

Zusätzlich muss der Wildtierhandel so schnell wie möglich weltweit komplett verboten werden. Es darf keine Schlupflöcher mehr geben! Sonst werden aus 5 Tonnen legalem Elfenbein weiterhin Jahr für Jahr 200 Tonnen. Nur ein komplettes Verbot des Wildtierhandels kann die drohende Ausrottung von Elefanten, Nashörnern und Tigern aufhalten und im besten Fall vielleicht sogar stoppen. Die Ausrottung vieler Arten ist heute nicht mehr nur ein Nebeneffekt der Wilderei. Die Ausrottung ist das Ziel um maximale Preise für die gehorteten Bestände an Hörnern, Stoßzähnen, Knochen und Fellen zu erzielen. Wilderei und Wildtierhandel müssen endlich als das behandelt werden, was sie sind. Internationale Verbrechen!

3 Kommentare

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In allen afrikanischen Staaten die sich wirtschaftlich stark an China gebunden haben ist die Wilderei auf Elefant und Nashorn sprunghaft angestiegen. Durch korrupte Politiker, Polizisten und Zollbeamte wird dem Schmuggel mit Elfenbein und Nashornhörnern Vorschub geleistet. Die Strafen und auch die Strafverfolgung lassen leider sehr zu wünschen über. Die Aufklärung müsste in den asiatischen Staaten in denen diese Produkte zur Potenzsteigerung und auch als andere Medizin sowie zu Herstellung von Schmuck benutzt werden. Ich sehe da, gerade in China, allerdings sehr geringe Erfolgsaussichten da die Asiaten sehr an ihren Traditionen hängen und sich von uns "Langnasen" sowieso nichts sagen lassen. Kenia hat es 1989 auf die ganz harte Art geschafft dem Wildern von Elefanten einigermaßen Einhalt zu gebieten. durch ein Dekret des Präsidenten durften die Ranger des Kenia Wildlife Services auf jeden schießen der sich zu Fuß in den Nationalpark bewegte. Das das zu Fuß gehen in den Parks strengstens verboten ist konnte es sich bei Fußgängern nur um Wilderer handeln. Hart aber wirksam. Außerdem wurden viele gefangene Wilderer umgepolt gut ausgerüstet und als sehr erfolgreich Wildhüter eingesetzt. Sie kannten ja die Tricks und konnten so gezielt vorgehen.
Eine wirklich gute Antwort auf die Wilderer! Leider kann man wohl nicht darauf hoffen, dass die Chinesen sich ein Beispiel daran nehmen und ebenso hart mit ihren eigenen illegalen Händlern umgehen. Denn das wäre der einzige Weg, die großen Wildtiere Afrikas zu retten.
Das ist das große Problem mit Aberglauben und Traditionen, dazu kommt noch die Mentalität der Asiaten die eine Rücksichtnahme gegenüber Tieren überhaupt nicht kennt. In Asien sind Tiere "Verbrauchsmaterial". Überzeugungsarbeit nutzt da auch nicht viel da Tierschutz und Artenschutz als romantische Spinnerei betrachtet wird. Ist ein Riesenproblem
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