Zur Zeit ein Haiku

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Ein Haiku ist ein reimloses Kurzgedicht nach japanischem Vorbild.
In drei (oder weniger) Zeilen wird ein einfacher Vorgang aus der erlebten Wirklichkeit ohne Ausschmückungen oder Kommentare so zur Sprache gebracht, dass im Leser ein Bild entsteht und ein Nachhall erzeugt wird.
Die Kunst besteht - wie bei den japanischen Tuschzeichnungen - darin, mit sparsamen äußeren Mitteln, im Betrachter eine starke innere Wirkung zu erzielen. Autor und Leser wirken dabei zusammen. Das Haiku geschieht in der Kommunikation zwischen ihnen. Insofern ist es auch eine Schule der Aufmerksamkeit und Achtsamkeit.

Ein Haiku ist nicht einfach nur ein Gedicht, sondern eine Kurznachricht, die zu einem besonderen Ereignis des Verstehens zwischen Menschen wird.

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6 Kommentare

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Haiku,damit habe ich mich auch mal beschäftigt, ist mir aber zu zeitaufwendig geworden, Zeit,die ich für meine Ahnenforschung brauchte. So blieb nur mein Haiku dazu " Meine Gedanken zwischen den Jahren auf Spurensuche" angenommen?,Kunigunde
angenommen
die ganze zeit
das leben
Leben
mit allen Sinnen
für immer
immer
leben
sinn?
Ich freue mich über das Echo und die Lust auf Haiku, die sich immer wieder zu regen beginnt - anscheinend auch hier.

Gleichzeitig möchte (und muss!) ich aber auch sagen:
Drei Zeilen, gefüllt mit bedeutungsschweren Wörten, sind noch kein Haiku. Haiku-Schreiben ist eine Kunst, die gerade durch ihre Schlichtheit besticht und zwar einfach, aber alles andere als leicht ist - wie die schon erwähnten japanischen Tuschzeichnungen (Sumi).
Haiku ist das Gegenteil von Gedankenlyrik. Es geht gerade nicht darum, hohe oder tiefe Gedanken oder Gefühle auszudrücken, sondern das eigene Ich ganz zurückzunehmen, zu schauen, zu lauschen und den schlichten Dingen des Alltagserlebens - vornehmlich, aber nicht ausschließlich in der Natur - auf die Spur zu kommen. Im Haiku zeigt sich dann, dass sie einen ganz besonderen Nachhall - ein wichtige Begriff beim Haiku - erzeugen können, der auch etwas von einem Moment der Erleuchtung haben kann.

Heutzutage werden weltweit viele Haiku geschrieben und im Internet verbreitet. Dabei gibt es auch verschiedene Formen und Verständnisnuancen. Nur wenige davon erreichen wirklich die hohe Kunst des Haiku.

Ich beschäftige mich seit mehr als zehn Jahren mit Haiku. Sie sind ein kleiner, aber sehr bereichernder Teil meines Lebens geworden, den ich nicht mehr missen möchte. In meinem Notizbüchlein (und neuerdings auf dem Smartphone) halte ich kleine Augenblicke des (Er-)Lebens fest, die mir kostbar geworden sind. Oft überarbeite ich sie später und tausche mich dann mit anderen darüber aus.

Viele Versuche sind wirklich nur Versuche. Hier - um mal ein Beispiel zu geben - einer der gelungeren:

Nach dem Gewitter
der Sonnenglanz
auf dem geknickten Ast

Wer mehr über Haiku erfahren möchte, findet hier eine Fülle von Infomationen und Beispielen: http://www.haiku-heute.de/
Danke Heinz für die Informationen. Besonders die Anmerkung,dass man sein eigenes Ich zurücknehmen sollte um dem Haiku wirklich gerecht zu werden. Leider habe ich immer viel zu viele Nebengedanken,die mich immer wieder ablenken. Aber ich lese sie sehr gerne.
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