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Adventszeit – die Gelegenheit um Un-und Sinn zu unterscheiden

Adventszeit – die Gelegenheit um Un-und Sinn zu unterscheiden

Quintessenz Manufaktur für Chroniken

Zum 1. Advent


Ich erinnere mich an eine Kundin, die uns bei einer Biografie erzählte, wie schön die Adventszeit nach dem Krieg war - alle hatten nichts, man freute sich, dass man am Leben war. Erinnern Sie sich auch noch an Erzählungen Ihrer Eltern, Großeltern?

Wenn ich jetzt mit Kunden, Freunden oder Familie ins Gespräch komme, dann drängen sich in nullkommanix die Leitthemen des vergangenen Jahres nach vorn.
Millionen Menschen die Zuflucht suchen, vor Krieg und islamischen Terror fliehen, wobei ‚islamisch‘ nicht das richtige Wort sein sollte, denn es ist einfach nur Terror, aber hier in Deutschland finden sich die Unzufriedenen und fraternisieren mit Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes (Pegida) + AFD.
Mir wölbt sich jetzt die Frage entgegen, ob nach den zu erwartenden Kundgebungen im Dezember die Menschen nach Hause gehen und Krippen aufbauen, Kerzen auf den Adventskränzen anzünden und ob sie sich klar darüber sind, wie widersprüchlich das Ganze ist. Christliche Rituale, die Ankunft des Herrn feiern und morgen evtl. statt Räucherkegel eine Asylantenunterkunft abfackeln. Eine brandaktuelle Geschichte also.
Nicht alles was hinkt ist auch ein Vergleich, aber trotzdem möchte ich jetzt mal kurz auf Herodes zu sprechen kommen. Sie wissen doch, den, nachdem er von der Geburt Jesus hörte den Kindermord in Bethlehem befahl.
Zur Zeit fliehen aus verschiedenen Gründen Menschen aus Syrien, Irak, Afghanistan und Eritrea ebenfalls vor Verfolgung und die Anhänger der PEGIDA und AFD könnten, wenn sie wollten, in der Weihnachtsgeschichte nachlesen, dass der gesetzestreue Josef zu Fuß und seine Verlobte auf einem Esel von Palästina nach Bethlehem begaben, um sich zählen zu lassen und dass, obwohl Maria hochschwanger war.
Als es Nacht wurde, Maria in den Wehen lag, stießen die beiden auf Fremdenhass, glattweg wurde abgelehnt ihnen Zuflucht im Haus zu gewähren.
Wenn damals die Hartherzigen glaubten, dass da irgendwann mal Gras über die Sache wachsen würde, haben sie sich getäuscht. Ihr Imageschaden hält sich jetzt bereits 2015 Jahre.
Das Ende kennen wir auch. Statt in einer Zeltstadt kamen die beiden im Stall unter, der Esel und die Kuh waren durchaus bereit Platz zu machen.

Da waren dann die beiden jüdischen Eltern eines Neugeborenen, dann kam noch gebildete – die Weisen aus dem Morgenland - Araber und ein Afrikaner. Keiner der Könige brach sich einen Zacken aus der Krone, und freuten sich ehrlich über die Ankunft des Kindes mit den Eltern. Doch dann mussten sie von Bethlehem nach Ägypten fliehen, weil sie die Häscher von Herodes fürchteten. Erst als Herodes starb (oder beseitigt wurde) konnten sie zurückkehren und siedelten sich in Nazareth an. Insgesamt doch eine erstaunliche Geschichte die von Terror und Toleranz Einiger erzählt, wobei ich hier auch mal für den braven Josef eine Lanze brechen möchte. Der einfach seiner Maria glaubte oder vergab, dass sie ein Kind ohne weiteres eigenes Zutun bekam.
Ganz anders heute, wo in den sozialen meist rechtsradikalen Netzwerken bewusst Stimmung gemacht wird und Männern Angst gemacht wird, dass die vielen Männer sich an „ihre“ Frauen ranmachen könnten. (Und überhaupt: Es gehören halt immer drei dazu, einer der sich nicht um die Freundin, die Frau und die Liebe kümmerte, eine die sich auf eine stille Hoffnung mit einem anderen einlässt, dass es auch anders sein kann. Ok, bei Maria war das angeblich anders. Aber lassen wir das.)
In Syrien, wo noch vor zwei Jahren Christen, Muslime und andere Religionen friedlich zusammenlebten ist heute nur noch Schutt und Asche und der Terror des sogenannten IS zwingt nun Flüchtlinge sich zwischen Pest und Cholera zu entscheiden. Für eine lebensgefährliche Flucht alles Geld zusammenzulegen was noch vorhanden ist, dieses den Schleppern und den Stärksten der Familie mit bangen Herzen anzuvertrauen, in der Hoffnung, dass man sich wiedersieht, oder dableiben in großen Camps, und dort zu verhungern, weil nicht mal der UCHR mehr genügend Wasser und Lebensmittel für Millionen bereitstellen kann. Es ist erstaunlich, dass die Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes (Pegida) + AFD nie klarmachten, dass diese Muslime dem islamischen Terror weglaufen und dies doch eine ganz schöne Schmach für diese Terroristen ist.
Ich bin nur froh, dass viele Menschen hier sich als Gutmenschen beschimpfen lassen und die christlichen Werte wie Hilfsbereitschaft, Barmherzigkeit, Nächstenliebe hochhalten – auch jene die wie ich, niemals getauft sind und nie einer Kirche angehörten.
Schließen will ich mit folgendem Gedanken. „Besorgte Bürger“ der I-Phone-Fan ist und heute eher bereit ist, seine Messe in Warteschlagen vor einem Apple-Shop zu halten, um die Hostie – sorry, das neue I-Phone zu erhalten, dem darf ich zum Ende nochmal kurz mitgeben, dass ihr ‚Gott‘ - der verstorbene Steve Jobs – Kind eines Syrers war und vielleicht ist es ein Gedanke wert, dass jetzt ein Flüchtlingskind evtl. durch seine Förderung hier in Deutschland auch einmal etwas so herausragendes für die hiesige Wirtschaft leistet.

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