Wie Michael seine Depression erlebt - Ein Erfahrungsbericht

Depressionen im Blog
Depressionen im BlogFoto-Quelle: Hans-Joachim Schneider

...ich heiße Michael, bin Mitte 30, ledig, keine Kinder, keine Haustiere, keine Arbeit, zumindest über letzteres bin ich im Moment eigentlich froh. Einer festen Arbeit könnte ich im Moment gar nicht nachgehen. Ich komme schwer in die Gänge, wie man so schön sagt. Ich bin schnell überfordert und unsicher. Auf Kritik kann ich teils nur schwer objektiv eingehen und bin dann beleidigt und verletzt, teils aggressiv. Meine Gedanken drehen sich im Kreis und ziehen mich oft immer tiefer in einen Sumpf, aus dem es kein Entkommen zu geben scheint. Ich bilde mir ein, ein guter Zuhörer zu sein, mich aber selbst jemandem anzuvertrauen, neue Bekanntschaften zu schließen oder gar Freunde zu finden, fällt mir schwer. Frauen zu treffen ist eine besondere Hürde. Gerne hätte ich jemanden, der mich liebt und akzeptiert wie ich bin. Irgendwie stehe ich mir aber immer selbst im Weg, habe Angst ausgelacht zu werden (ist mir leider schon passiert), wenn ich jemanden meine Liebe gestehe. Ich komme mir klein und lächerlich vor, wobei es doch das normalste der Welt ist oder sein sollte, sich jemanden zu öffnen oder zu offenbaren, warum fällt mir das so schwer?...

Jeder erlebt die Depression auf seine Weise, intensiv oder gedämpft, befremdlich, ängstigend, ermüdend, mutlos machend, nach Gründen Ausschau haltend, nach Auswegen suchend oder resignierend. Jede Depression ist anders und doch ist jede Depression auch irgendwie gleich. Der Erfahrene erkennt sofort die Parallelen, erkennt sich selbst, findet sich wieder. Ein Blick auf andere Menschen, die offen mit ihrer Situation umgehen, kann helfen, die eigene Situation besser anzunehmen, sie aus der Schamecke heraus zu holen. Heute berichtet Michael, wie er sich als de depressiver Mensch erlebt und wie er damit umgehen möchte. Herzlichen Dank, Michael, für deinen umfassenden Bericht!

Hier geht es zum vollständigen Beitrag: Diagnose Depression - Was nun?

2 Kommentare

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Warum wird die Depression „negativ“ besetzt?
Positiv betrachtet bedeutet sie doch, dass ein Mensch fähig ist zu größter Traurigkeit. Lachen, Freude, Liebe, Traurigkeit....alles Emotionen, die gelebt werden wollen....
Oder?
Ich denke, sie wird negativ besetzt, weil mit ihr vielfach Gefühle wie Hoffnungslosigkeit, Überforderung, Ohnmacht, Scham, Schuld, Leere, Angst und Freudlosigkeit einher gehen. Das alles irgendwann positiv sehen zu können, ist die hohe Kunst der Ablösung von Altem, von Entwicklung und von Neuorientierung... und es stimmt, die Fähigkeit zu tiefem Erleben hat in der Tat zwei Seiten und insgesamt genommen, möchte ich diese Fähigkeit nicht missen....
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