Menschenrechte mal anders

Menschenrechte
MenschenrechteFoto-Quelle: faz.net

An Tagen wie heute passe ich mich gerne an die "Ich tu mal so" Gesellschaft an. Es kann ja nicht angehen, dass ich immer auffallen muss. Am heutigen Tag der Menschenrechte sollte ich wenigstens versuchen, auch eine Kleinigkeit davon abzukriegen - also von diesen Rechten meine ich... Ist gar nicht so einfach, wenn ich mich in der Welt umsehe, denn alleine der Begriff scheint schon im Widerspruch zur Menschheit zu stehen.

Immerhin muss man schlau sein wie ein Fuchs, schnell wie ein Wiesel, niedlich wie ein Panda und verfressen wie eine Sau wenn man zu etwas kommen will.

Wer braucht da schon liberale Verteidigungsrechte wie

das Recht auf das Recht auf Leben, Unversehrtheit und Sicherheit ?
das Recht auf (Meinungs-, Glaubens-, Gewissens-)Freiheit ?
das Recht auf Eigentum und auf d) Gleichheit d. h. das Verbot rassistischer, geschlechtlicher, religiöser, politischer und sonstiger Diskriminierung ?
das Recht auf Widerstand gegen Unterdrückung ?

oder die demokratischen und sozialen Rechte wie

das Recht auf Freizügigkeit ?
die Versammlungsfreiheit ?
die Vereinigungs- und Koalitionsfreiheit ?
das Wahlrecht ?
das Recht auf Erwerbsmöglichkeit und gerechten Lohn ?
das Recht auf Bildung ?

Wie hoch die Unversehrtheit gehalten wird, sieht man schon in der Schule, wenn klein Fritzchen von älteren Schülern abgezockt wird. Und Glaubens bzw. Gewissensfreiheit ? Sagt mal einem kath. Pfarrer, dass er nur Euer überbezahlter Angestellter ist, weil Euer Gewissen Euch vorschreibt, Gott zu sein. Ich hab´s versucht und wurde in meiner kath. Privatschule echt von denen diskriminiert. Ich musste immer eine Freistunde nehmen, wenn Religion angesagt war.
Und spätestens bei der ersten ernsthaften Beziehung, merkt man, dass es keinen Schutz vor Unterdrückung gibt. Die Worte "Ja Schatz, mache ich" und "Kaufe ich Dir gerne" werden dann zum Standardvokabular.

Und schon geht es weiter mit den demokratischen Rechten:

Das Recht auf Freizügigkeit ? Ich war schon mal sehr freizügig, bin nackt und besoffen ins Kino gegangen und habe schmutzige Lieder gesungen. Rausgeschmissen haben sie mich. Da war nix mit Freizügigkeit. Und die Leute, die sich um mich versammelt hatten, wurden nach Hause geschickt. Also auch keine Versammlungsfreiheit. Dass die Vereinigungs- und Kopulierungsfreiheit nicht viel wert ist, habe ich beim Sex auf der Motorhaube im Parkhaus gemerkt. Und wählen konnte ich auch nicht, als ich mir das Design der Zelle aussuchen wollte, in der ich die Nacht verbracht habe.

Das Recht auf Erwerbsmöglichkeit und gerechten Lohn ? Dieses Argument zieht nicht beim Strafrichter, der Euch wegen Einbruchs verurteilt, nur weil Ihr darin eine vorzügliche Erwerbsmöglichkeit seht. Gerecht ist dieser Lohn dann auch nicht unbedingt. Und das Recht auf Bildung wird freiwillig mit dem Besitz des ersten Smartphones abgegeben. Wer muss schon lernen, solange es Google gibt?

Und noch ein klitzekleiner Hinweis für alle Spaßbremsen: man muss diesen Text nicht todernst nehmen, aber es hilft, die vielen echten Menschenrechtsverletzungen leichter zu ertragen, wenn man sie schon nicht verhindern kann.

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6 Kommentare

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Diese Deine harmlosen Probleme hätte ich auch gerne mal. Wusstest du eigentlich schon dass man den Amtsschimmel nicht reiten kann, er aber ständig auf dir rum reitet?
Ist mir bekannt. Dann sollte man mal den Schimmel wechseln
Leider gibt's da nur alte Klepper. Weder eine junge Stute oder ein agiler Hengst in Sicht, der auch mal neue Ideen hätte.
Oooch...einen Hengst wüsste ich schon. Aber der wohnt woanders
Du bringst mich immer wieder zum lachen!
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