Senioren lernen mit Apps - Mitglieder des Frauenbundes begeistern sich für Tablet-PCs

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Senioren lernen mit Apps - Mitglieder des Frauenbundes begeistern sich für Tablet-PCsFoto-Quelle: pixabay.com
Deutscher Evangelischer Frauenbund Bayern

Noch immer spielen PC und Internet im Alltag von älteren Menschen eine untergeordnete Rolle. Wenn sie das Internet nutzen, dann hauptsächlich als Informationsquelle. Ganz anders sieht das bei den jüngeren Altersgruppen aus. Sie nutzen das Internet sehr intensiv, z.B. auch als Lieferant für Musik und Videos, für soziale Netzwerke, für Spiele, zum Einkaufen, um aktuelle Nachrichten abzurufen, zum Fernsehen, zur Routenplanung, um nur einige Anwendungen zu nennen. Hierfür besonders beliebt sind mobile Geräte wie Smartphone und Tablet. Damit lassen sich unter wegs z. B. Fahrpläne von öffentlichen Verkehrsmitteln abrufen und sogar Fahrkarten kaufen, die dann als elektronischer Fahrschein auf dem Smartphone bzw. Tablet dem Kontrolleur vorgezeigt werden. Viele Informationen und Dienstleistungen werden künftig nur noch in elektronischer Form zur Verfügung stehen. Deshalb wird es auch für ältere Menschen immer wichtiger, neue Medien zu nutzen. Das von der Europäischen Kommission geförderte Projekt SenApp – Senioren lernen mit Apps – möchte Seniorinnen und Senioren dabei unterstützen.

Im Projekt SenApp entwickelt das Institut für Lern-Innovation der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen- Nürnberg derzeit ein Kursprogramm für Tablet-PCs. Es vermittelt den grundlegenden Um gang mit dem Tablet- Computer. Außerdem lernen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, das Internet für alltägliche Dinge zu nutzen. Die einzelnen Lerneinheiten werden wie beim Lern-Haus-Kurs, den die EAM seit einigen Jahren anbietet, auf einer Lernplattform im Internet zur Verfügung gestellt.

Die Kursinhalte können von zu Hause aus zu selbstbestimmten Zeiten bearbeitet werden. Wiederholungen der Lerninhalte sind jederzeit möglich. Betreut werden die Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmer von Tutorinnen und Tutoren. Diese helfen bei allen Fragen und Problemen weiter. Dabei erfolgt die Kommunikation über E-Mail, Diskussionsforen und Telefon.

Derzeit befi ndet sich das Projekt „SenApp“ in der Testphase. Das Institut für Lern-Innovation bat die EAM, Teilnehmerinnen für einen Probekurs zu fi nden, um die ersten Lerneinheiten zu testen. Für die Kursdauer stellte das Institut zehn Tablets zur Verfügung. Es meldeten sich elf Frauen, die die neue Technik aus probieren wollten. Eine davon hatte ein eigenes iPad, sodass alle Interessierten teilnehmen konnten. Anfang Mai trafen sich die Teilnehmerinnen zur Kurseinführung beim Institut für Lern-Innovation in Fürth.

Erwartungsvoll nahmen sie ihre Tablets entgegen. Nach einigen Erläuterungen zum Projekt und Kursab lauf ging es los. Die Tablets wurden ausgepackt, und mit Hilfe der anwesenden Tutoren gelang auch bald die Anmeldung auf der Lernplattform. Die anfängliche Scheu war rasch überwunden, zumal die Tutoren immer wieder versicherten, dass nichts kaputt gehen kann. Nach kurzer Zeit waren die Teilnehmerinnen in der Lage, sich selbstständig auf der Lernplattform an zumelden und die ersten Lerninhalte zu bearbeiten. Zufrieden mit den ersten Lernerfolgen fuhren die Frauen mit den überlassenen Tablets nach Hause.

In den nächsten Wochen stellte das Institut die Lerneinheiten nacheinander auf der Lernplattform bereit. Diese wurden dann von zu Hause aus bearbeitet. Bei auftretenden Fragen und Problemen halfen die Tutoren weiter. Einige Teilnehmerinnen trafen sich auch zwischendurch zum Erfahrungsaustausch. Am 29.6. war die Testphase zu Ende und die Tablets mussten zu aller Bedauern wieder abgegeben werden. Beim Abschlusstreff en im Institut für Lern-Innovation fand ein reger Austausch über die Kurserfahrungen statt.

Im Herbst startet ein weiterer Testlauf, dann jedoch mit dem kompletten Kursinhalt. Voller Begeisterung haben die Frauen bereits ihre Teilnahme für die zweite Testphase zugesagt. Einige möchten bis dahin sogar ein eigenes Tablet anschaffen.

Ab nächstem Jahr wird es die ersten offi ziellen Grundund Aufbaukurse geben, die auf iPads abgestimmt sind. Später sind auch Kurse für Tablets mit dem Betriebssystem Android geplant.
Die EAM beabsichtigt, die SenApp-Kurse zusätzlich zu den LernHaus-Kursen anzubieten.

Aufgrund der zunehmenden Digitalisierung der privaten Lebensbereiche wird die Nutzung neuer Technologien immer wichtiger. Die Kurse sollen vor allem helfen, den An schluss an die digitale Welt nicht zu verlieren und den Alltag auch in Zukunft mühelos meistern zu können.

Die Evangelische Arbeitsgemeinschaft Medien hat ein dreiköpfiges Team von Kursbegleiterinnen für die Teilnehmerinnen an unseren Online-Kursen. Dieses Jahr möchten wir dann auch gerne Tabletkurse anbieten.

Bei Interesse wenden Sie sich an die DEF Geschäftsstelle in München
info@def-bayern.de

4 Kommentare

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Selbst Frauen, die zu Beginn des Kurses den Geräten skeptisch gegenüberstanden, sind inzwischen eifrige Nutzerinnen.
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Deutscher Evangelischer Frauenbund Bayern
Wir finden's toll.
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Eine meiner Tanten ist eine begeisterte Tablet-Userin. Sie nimmt es täglich her und verbindet sich mit allen, die auch modern genug für die Neuen Medien sind.
Deutscher Evangelischer Frauenbund Bayern
Genau! Das Internet und die Tablets sind auch ein Stückchen maßgeschneiderte Freiheit und Selbstbestimmung!
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