Mitsubishi verpasst seinem Kleinwagen einen optischen Kick

Unterwegs mit dem Mitsubishi Space Star rund um Werder
Unterwegs mit dem Mitsubishi Space Star rund um WerderFoto-Quelle: Stefan Beckmann

Space Star: Der praktische Cityflitzer


Von Karin Weise

Werder (rbw). Mitsubishi hat seinem Space Star nicht nur neues Design sondern auch einen neuen Innenraum, neues Infotainment-System und bessere Fahrwerksabstimmung verpasst. Über 33.000 Einheiten konnten auf dem europäischen Markt und Deutschland abgesetzt werden. Mit seinen gerade für den Stadtverkehr perfekten Maßen konnte der Cityflitzer mehr als 75 Prozent Privatkunden ansprechen. Zum Marktstart des Colt Nachfolgers bietet der Japaner zwei Einführungsmodelle ab 9.990 Euro an.

Der Kleinwagen bietet vor allem eines: praxisnahe Alltagstauglichkeit, hohe Wirtschaftlichkeit und ein Höchstmaß an Sicherheit. Der vom Klein- (Colt) zum Kleinstwagen geschrumpfte Space Star misst zwischen Front- und Heckstoßstange gerade mal 3,71 Meter, bietet aber vier Türen. In der Grundversion ist das in Thailand produzierte Autochen für 9.990 Euro zu haben. Ein Preis, der auch im Segment der Winzlinge eher im unteren Bereich liegt. Vergleicht man den Space Star aber mit dem Colt, ist er zwar 29 Zentimeter kürzer, weist aber die gleichen Innenraummaße auf.
Voll beladen wiegt das Auto nicht mal eine Tonne – auch ein Spitzenwert. Das Design hat sich zum Vorgänger etwas etwas verändert. Er kommt nicht mehr so hausbacken daher. Neue Stoßfängerkonturen, eine Front mit vergrößerten Lufteinlässen, Chromzierleisten und die stärker konturierte Motorhaube lassen den Kleinen flott aussehen. Der Space Star soll allen gefallen, ist eben ein sogenanntes Weltauto..
Einer der großen Pluspunkte beim Space Star ist der erstaunlich große Innenraum. Sogar die Mitfahrer auf den hinteren Sitzen haben mehr Beinfreiheit als der Fluggast in der Holzklasse. Für Fahrer über 1,80 Meter Körpergröße wäre allerdings eine längere Sitzschiene angebracht. Der Kofferraum fasst 235 Liter Gepäck. Bei umgeklappter Sitzbank – sie ist im Verhältnis 60:40 teilbar – fasst das Gepäckabteil 912 Liter. Bei der Beladung stört dann allerdings die Unebenheit der Ladefläche. Kurzum: Da Mitsubishi auch geringe Reparatur- und Wartungskosten verspricht und günstige Versicherungseinstufungen erwartet, dürfte der Space Star zu den preiswertesten Möglichkeiten der automobilen Bewegung zählen.
Das 1,2-Liter-Aggregat mit der stufenlosen Automatik gefällt uns gut. Auch die Automatik macht, was von ihr verlangt wird: Sie wechselt die Gänge recht ordentlich und ruckelfrei, wenn auch ab einer gewissen Drehzahl mit einem lautstarken Dreizylinder-Orgeln. Der Benziner leistet 80 PS und kommt auf ein maximales Drehmoment von 106 Newtonmetern. Damit beschleunigt er den Kleinen in 12,8 Sekunden auf Tempo 100 und erreicht eine maximale Geschwindigkeit von 173 Kilometern pro Stunde.
Absolut erfreulich ist der gemittelte Spritverbrauch von 4,1 Litern. Hier wirkt sich das spritsparende und damit umweltschonende ClearTec-Technologiepaket mit Start-Stopp-System (AS&G), intelligentem Batteriesensor (IBS), Hocheffizienzgenerator und rollwiderstandsoptimierter 165/65R14-Bereifung aus. Hilfreich ist zudem der zugehörige Eco-Drive-Assistent, der in Echtzeit die jeweiligen Fahrbedingungen analysiert und den Fahrer über die Effizienz seines Fahrstils informiert.
Überhaupt ist Geschwindigkeit beim Space Star nicht so wichtig, seine Stärken liegen eindeutig im Stadtverkehr. Die Lenkung ist leichtgängig, wenn auch nicht sonderlich direkt. Der Wendekreis von 9,20 Metern ist hervorragend geeignet für alle U-Turns, was sich im urbanen Alltag als großer Vorteil erweist. Die für das Modelljahr 2016 überarbeitete Fahrwerksabstimmung überzeugt mit strafferen Federn und einer Neuabstimmung von Stoßdämpfern und elektrischer Servolenkung, was den Space Star sehr agil wirken lässt. Die Federung verzeiht schlechte Wegstrecken und gröbere Unebenheiten, was sich allerdings negativ auf die Kurvenlage auswirkt. Für sportliche Fahrer bietet das CVT-Getriebe des Kleinstwagens ein Sportprogramm. Was dabei auffällt, ist, dass das Ziel nicht wirklich schneller erreicht wird, die Lautstärke aber umso mehr ansteigt. Den Gangwahlhebel sollte man also besser in seiner normalen D-Position lassen.
In der Basisausstattung sind unter anderem sechs Airbags, Berganfahrhilfe, 14 Zoll Stahlfelgen mit Radzierblenden, Außenspiegel und Türgriffe in Wagenfarbe, Drehzahlmesser, höhenverstellbarer Fahrersitz und einiges mehr enthalten. Audiosystem mit Radio, CD-/MP3 Funktion und AUX-IN gibt es leider erst ab der zweiten Ausstattungslinie PLUS.
Für 15.390 Euro überzeugt der Mitsubishi Space Star 1.2 MIVEC ClearTec CVT in der höchsten Ausstattungsvariante Top trotz billig anmutender Stoffe mit einer großzügigen Serienausstattung. Licht- und Regensensoren, ein Leder-Lenkrad, verdunkelte Scheiben und eine Klimaautomatik relativieren den Preis schnell wieder.

Mitsubishi Space Star 1.2 MIVEC ClearTec CVT Top:
Hubraum: 1193 cm, Zylinder: drei (Reihe), Leistung: 59 kW (80 PS) bei 6000 U/min, maximales Drehmoment: 106 Nm bei 4000 U/min, Getriebe: stufenlose Automatik, Beschleunigung 0 – 100 km/h: 12,8 s, Höchstgeschwindigkeit: 173 km/h, Kraftstoff: Benzin, Länge/Breite/Höhe: 3710/1665/1490 mm, Radstand: 2450 mm, Leergewicht (DIN): 940 kg, zulässiges Gesamtgewicht: 1370 kg, Kofferraumvolumen: 235 – 912 l, Tankinhalt: 35 l, Verbrauch: 4,1 (innerorts: 4,6, außerorts: 3,) l/100 km, CO2-Emission: 101 g/km, Abgasnorm: Euro 5, Effizienzklasse: C, Preis: 15.390 Euro.

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