Negativzinsen: Bank bittet Privatkunden erstmals zur Kasse

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Die Bankkunden einer kleinen Raiffeisenbank in Bayern werden ab September zur Kasse gebeten. Denn wer eine gewisse Summe Geld auf seinem Tagesgeld- oder Girokonto verwahrt, muss schon bald Strafzinsen zahlen. Bisher galt das Thema Negativzinsen für Privatkunden als Tabu. Viele Sparer fragen sich nun, worauf sie sich künftig einstellen müssen?

Negativzinsen: Böses Erwachen für fleißige Sparer

Erstmals müssen Privatkunden einer kleinen Raiffeisenbank in Bayern Strafzinsen für ihr Erspartes zahlen. Josef Paul, Vorstandsmitglied der Raiffeisenbank Gmund am Tegernsee, bestätigte am Mittwoch laut Nachrichtenagentur Reuters, dass das Institut für Einlagen von mehr als 100.000 Euro auf Giro- oder Tagesgeld-Konten ein „Verwahr-Entgelt“ von 0,4 Prozent erheben werde. Bereits ab September sollen die Negativzinsen eingeführt werden. Paul erklärte weiter, dass alle Großanleger gezielt informiert wurden, damit sie sich rechtzeitig mit der Thematik befassen können. „Wenn man keine Anreize schafft, etwas zu verändern, verändert sich auch nichts“, begründete er den Schritt.

Besonders Privatkunden leiden im Kampf gegen das Zinstief

In Zeiten der Niedrigzinsphase stehen viele Banken zunehmend unter Druck. Sie zahlen schließlich selbst Strafzinsen, wenn sie zum Beispiel Geld bei der Europäischen Zentralbank deponieren. Bisher reichten die Geldinstitute Strafzinsen jedoch nur an Firmen oder institutionellen Anlegern weiter. Privatkunden hingegen blieben verschont. Sie spürten die missliche Lage der Banken bisher nur durch Gebührenerhöhungen für beispielsweise Überweisungen und Kreditkarten oder das Abschaffen von kostenlosen Girokonten.

Für die bayrische Bank in Gmund ist die Einführung der Negativzinsen für Privatkunden offensichtlich eine weitere Alternative. Dabei galten „Strafzinsen, wie es sie für Firmenkunden und institutionelle Anleger seit fast zwei Jahren gibt, bei Privatkunden aber bisher als Tabu“, so die Frankfurter Allgemeine Zeitung.

Fordern weitere Banken bald Negativzinsen?

Private Bankkunden fragen sich nun, ob diese Entwicklung viele Nachahmer findet. Doch „der Bundesverband der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken (BVR) glaubt nicht, dass wir in Deutschland im Privatkundengeschäft in der Breite Negativzinsen sehen werden - nicht zuletzt auf Grund der intensiven Wettbewerbssituation im deutschen Bankenmarkt.“

Laut Raiffeisenbank-Vorstand Paul hat der Strafzins schon Wirkung gezeigt. "Ein Teil der Kunden, die wir informiert haben, hat sich für alternative Anlagen entschieden, andere haben ihr Geld zu anderen Banken verlagert." Eine Ausweitung auf weniger wohlhabende Kunden sei nicht geplant, laut Handelsblatt.

Alternative zu Negativzinsen: Festgeldanlage im EU-Ausland

Private Anleger, die keine Strafzinsen zahlen und gleichzeitig attraktive Zinsen erhalten möchten, sollten sich auf die Suche nach gewinnbringenden Alternativen begeben. Doch bei heimischen Banken wird dies oftmals schwierig. Obwohl Geldinstitute bisher in der Regel keine Strafzinsen fordern, steigen bei etlichen Banken dennoch die Gebühren und die Renditen schrumpfen. Eine lukrative Alternative für private Anleger bieten Festgeldanlagen im europäischen Ausland. Mit einem kostenlosen Festgeld Vergleich können Sparer so einfach und bequem attraktive Zinsen erhalten.

5 Kommentare

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Was solls? Die einfachste Lösung ist doch, dass man sein bei der Bank gelagertes Geld abholt und zuhause 'bunkert'.
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Was ist daran falsch? Wenn ich meine Möbel bei einer Spedition einlagere, dann muss ich auch dafür bezahlen.
Da die Banken für die Einlagerung von Geld bei der EZB zahlen muss, sollte sie folgerichtig ihre Kunden damit belasten. Die können ja ihr Geld woanders anlegen.
Wo ist das Problem?
Ist doch ein Witz vor dem Herren! Ein Leben lang habe ich brav gearbeitet, hab alle möglichen Steuern bezahlt. Und das Geld, dass ich mir zur Seite gelegt habe und die Inflation noch nicht kaputt gemacht hat, wird mir nun auch noch weg genommen.... Ernsthaft? Was kommt als nächstes? Neue Währung? Krieg?
Johann, was hat Dein Beitrag mit dem Thema zu tun? Im übrigen haben wir im Moment keine Inflation!
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Leider Gottes habe ich dieses Problem nicht
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