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Weihnachten in Indien

Weihnachten in Indien

In diesen dunklen regennassen Tagen vor Weihnachten überfallen mich Erinnerungen. Plötzlich tauchen Bilder auf, Frauen in Saris, auf dem Boden sitzend, in den schattigen Vorhöfen des riesigen Tempels, eigentümliche Klänge und der Duft von Räucherstäbchen ...
Ich bin in Puttaparthi, einer kleinen Stadt in Südindien, die in der ganzen Welt berühmt geworden ist.

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1981 machte ich meine erste Reise dahin. Nie wäre ich auf diese Idee gekommen, wenn nicht vorher etwas ganz und gar Merkwürdiges in meiner Wohnung passiert wäre. Etwas, was ich damals weder verstehen noch einordnen konnte.

Wir hatten als Familie damals zwei Wohnsitze, mein Mann lebte in Mühlacker und ich mit unserer kleinen Tochter in Heidelberg, im Haus meiner Mutter. Das war leider aus vielen Gründen nötig geworden.
Eines Tages traf ich eine Bekannte, die mir jenen Namen nannte, der mir eine völlig neue Welt erschließen sollte: Sathya Sai Baba.
Sie gab mir den Rat, diesem fremden „Wundermann“ in Indien einen Brief zu schreiben. Sie wusste, wie sehr wir Hilfe für unser Kind brauchten. Unser Kind hatte eine unheilbare Stoffwechselstörung, und niemand konnte uns helfen.

Ich schrieb also einen kurzen Brief, der immerhin drei Bitten enthielt:
1.Hilfe für das Kind, 2. Wie geht man mit Medialität um? Und 3. ich suchte einen spirituellen Meister.
Drei Wochen vergingen, ich wartete sehnsüchtig auf eine Antwort, wusste ich doch nicht, dass sich schon damals täglich ca. 5000 Menschen um diesen Menschen scharten.

An einem Nachmittag – meine kleine Tochter schlief – ging ich in das Wohnzimmer und sah auf dem Berberteppich etwas liegen. Ich dachte, es sei vielleicht eine Zeitungsbeilage, 4 Seiten mit gedrucktem Text. Ich hob sie auf und las: „Wenn du einem echten Meister begegnest, dann misse niemals die Chance, sondern folge ihm und halte seine Gebote. Jeder Mensch hat im Leben nur eine einzige echte spirituelle Chance. Verpasst er sie, kommt sie in diesem Leben nicht wieder oder nur auf einer Ebene darunter.“ (S. 595)

Auf der nächsten Seite (S. 596) wurde im Rahmen eines Krankenberichts auf die richtige Einstellung gegenüber Medialität und sensitiven Menschen hingewiesen.

In diesem Bericht über einen kleinen kranken
Patienten ging es um erfolgreiche „Heilungen aus der Ferne“ . Das bezog sich auf Geistheilung in Rio de Janeiro.
Eine Erklärung für das Erscheinen dieses Textes in meiner Wohnung zu finden, war nahezu unmöglich. Damals wusste ich auch nicht, dass Sai Baba gerade ein Meister der Materialisation war. Dieser Text, der auf meine 3 Fragen spezielle Antworten gab, musste irgendwo gefunden und in mein Zimmer transportiert worden sein!

Mein Entschluss stand im nächsten Augenblick fest. Ich musste Sai Baba treffen. Frau Dr. Rees, eine Ärztin in Freiburg, die selber von einem Bauchspeicheldrüsenkrebs in Puttaparthi geheilt worden war, machte jedes Jahr zu Weihnachten eine Gruppenreise dahin. Ich flog am 20 Dezember mit.
Damals gab es noch keinen Direktflug nach Puttaparthi, man musste nach Bombay, dort übernachten und am nächsten Tag nach Bangalore weiterfliegen. Daran schloss sich eine 3-stündige Busfahrt durch eine dürre, ausgetrocknete Steppenlandschaft mit gelegentlichen kleinen Dörfern in Oasen.

Wir kamen rechtzeitig zum Nachmittags-Darshan an, und es grenzte fast an ein Wunder, dass ich diesem Menschen, der in einem orangefarbenen Gewand durch die endlosen Reihen der PIlger ging, meinen Brief mit dem Foto meiner Tochter übergeben konnte. Sein Blick traf mich wie ein stilles Versprechen.

Am 24. Dezember flog ich wieder in dem fast leeren Flieger zurück, dankbar und voller Sehnsucht, tiefer in diese fremde spirituelle Welt einzutauchen.
Die zweite Reise erfolgte 10 Jahre später und dann immer wieder in fast regelmäßigem Abstand. Ich arbeitete mich in die vedische Lehre ein, las Bücher, übersetzte sie ins Deutsche, erlebte Wunder dort und eine weitere Materialisation in meiner Wohnung, und meiner Tochter ging es besser.
Als sie ihren eigentlichen Auftrag erfüllt hatte, nahm sie Abschied.
Die Erfahrungen in Indien halfen mir, damit umzugehen.

Danach wurde die Weihnachtsreise nach Indien immer ein Jahreshöhepunkt. Ich verbrachte meist 4-8 Wochen dort, hatte später eine eigene Wohnung und lernte das Leben und seine „innere Seite“ mehr und mehr zu verstehen.

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Wir wissen im Westen von dem spirituellen Reichtum dieser Kultur erstaunlich wenig. Es sind die Vergleichenden Religionswissenschaftler, die Zugang zu dieser großartigen Weisheitslehre haben, die in Hunderttausenden von Versen niedergeschrieben worden ist, von Rishis (= Sehern), die einen ganz anderen Zugang zu Brahman , dem „alles Durchdringenden“ hatten als wir im Westen

Die Weihnachtsfeste, die ich dort verbrachte, waren Höhepunkte des Jahres. Da waren Sonne, Wärme, Schönheit, die Sprache des Herzens, der Gleichklang der Seelen, da war ich unter 50 000 Menschen aus aller Welt ZUHAUSE.

„Es gibt nur eine Sprache, die Sprache des Herzens.
Es gibt nur eine Religion, die Religion der Liebe.
Es gibt nur einen Gott, er ist allgegenwärtig.“
(Sathya Sai Baba)

© ez

2 Kommentare

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Meine Schwiegermutter hat nach dem Tode ihres Mannes, jedes Jahr 1 bis 3 Monate inIndien verbrachte. Die liebte dieses Land, denn sie sind Buddhisten.
Über Wunderheilungen und mehr, habe ich von meinen indischen Freunden hier erfahren.
Unsere Lebenslinien überkeuzen sich oft, Rabeah. Deshalb erlebe ich dich immer als jemand, der das Webmuster meines Lebens lesen und verstehen kann.

Ja! Indien ist das Land krassester Gegensätze, eine große Zahl von hoch entwickelten Meistern, und immer noch ein Kastensystem, das Menschen hindert, als M e n s c h zu leben.

So viel Reichtum und so viel elendeste Armut findet man nicht überall. So viel Schönheit, äußere und innere, und so viel Missachtung von Frauen!

Man lernt zu beobachten, zu unterscheiden, Nuancen zu erkennen und am Wesentlichen festzuhalten.

Es hat mein Leben erweitert und vertieft.
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