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Wie war das noch mal? -  Gedanken zu 60 Jahre Gleichberechtigungsgesetz

Wie war das noch mal? - Gedanken zu 60 Jahre Gleichberechtigungsgesetz

Wie war das noch mit dem Gleichberechtigungsgesetz?

Es wurde, sagen wir mal, erst im Jahre 1958 beschlossen, da war ich gerade mal Null Jahre alt. Es kam dann doch ziemlich spät, weil im Grundgesetz Art. 3, also schon im Jahre 1949, schon die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau festgeschrieben wurden.
(1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.
(2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt
. … ( Erst 1994 wird Artikel 3, Absatz 2 des Grundgesetzes um folgenden Satz ergänzt: Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.
(3) ... siehe ganz unten

Die Situation der Frau konnte bis mindestens 1958 noch als katastrophal bezeichnet werden. Schuld daran war u.a. ein Gesetz im Bürgerlichen Gesetzbuch mit der Paragraphennummer 1354:  "Dem Mann steht die Entscheidung in allen das gemeinschaftliche eheliche Leben betreffenden Angelegenheiten zu; er bestimmt insbesondere Wohnort und Wohnung." (Gesetzestext aus der Erstfassung 1896)

Den Gesetzestext des Gleichberechtigungsgesetzes, beschlossen am 18. Juni 1957, findet man hier:
https://www.bgbl.de/xaver/bgbl/start...45049087821

Hier im link weitere Einzelheiten, wie das Gleichberechtigungsgesetz entstand:
http://www.spiegel.de/einestages/50-...947142.html

Heute kann man sich an den Kopf fassen, wenn man nachliest, dass bis 1956 aufgrund des Lehrerinnenzölibatsgesetz in Baden Württemberg nach Heirat den Staatsdienst quittieren mussten. https://de.wikipedia.org/wiki/Lehrer...%C3%B6libat

Im großen und ganzen könnte man meinen, es ist noch gar nicht lange her, da befanden wir uns im Mittelalter. Eine flappsige Redensart, die bei manchen schnell zur Hand ist, wenn es um die Frauenrechte im Islam geht, obwohl im Frühislam die Frauenrechte eher gestärkt wurden.

Darum kurzer Schwenk ins Mittelalter:

Die Muslima Fatima al-Fihri ( https://en.wikipedia.org/wiki/Fatima_al-Fihri )gründete im Jahre 859 in Marroko die Universität al-Qarawīyīn. Es ist weltweit die erste Universität.
https://de.qantara.de/inhalt/frauen-...senschaften

Mal zur Erinnerung:

Im Jahre 1900 ließ das Großherzog Baden erstmals Frauen zum Studium zu. Es betraf die Universitäten in Freiburg und Heidelberg. Die Physikerin und Chemikerin Marie Curie durfte nicht in Polen studieren, weil Frauen dort nicht studieren durften und war 1906 die erste Akademikerin, die an der Sorbonne in Paris lehrte.

Ende des 19.Jahrhunderts gab es Schriftstellerinnen, die unter einem männlichen Namen schrieben, weil sie sich dadurch mehr Erfolg verhofften. So veröffentlichte Ottilie Bach (1836-1905) und dem Namen „Otto Ulrichs“, Leonie Meyerhof (1858-1933) unter Leo Hildeck", usw. https://www.buecher-wiki.de/index.ph...udoandronym

Die Bekannteste, George Sand (eigentlich  Amantine Aurore Lucile Dupin de Francueil , 1804- 1876) lief in Männerkleidung herum und rauchte Zigarre.

Professorin Susanne Schröter, Direktorin des Forschungszentrums Globaler Islam an der Frankfurter Goethe-Universität, die schon auf dem Schwarzen Brett mehrfach gewürdigt wurde, weil sie völlig richtig vor radikalen Islamisten warnte ( https://www.focus.de/politik/deutsch...048498.html ), plädiert in einem Interview mit dem Bayerischen Rundfunk, „dass es nach etlichen Übergriffen vor allem junger männlicher Migranten auf Frauen notwendig sei, die Rechte von Frauen in Deutschland zu verteidigen … Das Klima im öffentlichen Raum habe sich für Frauen verschlechtert."

"Darüber hinaus geht es natürlich auch darum, dass all das, was ja bei uns auch in langen und zähen Auseinandersetzungen schwer erkämpft worden ist, nämlich die Gleichberechtigung von Männern und Frauen, beileibe keine Selbstverständlichkeit auch nicht in unserer eigenen Geschichte, dass das jetzt natürlich auch verteidigt werden muss gegenüber Zuwanderern, die nicht davon überzeugt sind, dass Frauen und Männer die gleichen Rechte haben." Zitat, Susanne Schröter

Weil Frau Schröter aber auch weiß, dass dieses Thema ungerechtfertigter übel Weise ausgeschlachtet wird, mahnt sie, es dürfe "kein Generalverdacht entstehen gegenüber Geflüchteten" entstehen, Integrationswillige dürfen nicht "überzogen werden mit Anpöbeleien und rassisitischer Gewalt et cetera. Das müssen wir eben genauso verhindern wie wir verhindern, dass die Sicherheit für Mädchen im öffentlichen Raum schwindet."

Der ganze Artikel hier: https://www.br.de/nachricht/islam-ex...en-100.html

Das ist ein klarer Standpunkt, den ich gerne unterschreibe. Und hier unteren erinnere ich gerne an GG, Artikel 3,3

(3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

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