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31. Juli ist Deadline für die Steuererklärung 2018

Millionen Rentner sind STEUERPFLICHTIG - So finden Sie heraus, ob Sie betroffen sind

News Team
Von News Team

Bis zum 31. Juli muss die Steuererklärung abgegeben sein – das gilt auch für Rentner. Nach Schätzungen des Bundesfinanzministeriums müssen dieses Jahr 5,6 Millionen Ruheständler eine Steuererklärung abgeben und 4,4 Millionen tatsächlich Steuern zahlen.

Das sind mehr als im Vorjahr, da die Renten gestiegen sind - und die Freibeträge für Neurentner kontinuierlich sinken. Wie Sie berechnen, ob Sie betroffen sind, und wie Sie die Steuerlast senken.

Für Rentner gilt für das zu versteuernde Jahr 2018 ein Grundfreibetrag von 9000 Euro pro Jahr, bei Ehepaaren sind es 18.000 Euro. Wer unter diesem Grundfreibetrag bleibt, muss keine Steuern zahlen.

Steuerpflichtig? So geht die Berechnung

Wie Sie berechnen können, ob Sie betroffen sind, verdeutlicht dieses Beispiel:
Sie erhalten 2018 eine Brutto-Jahresrente von 18.000 Euro, das sind monatlich 1500 Euro. Abzüglich der Sozialabgaben (1971 Euro bei 8,5 % Krankenversicherung und 2,55 % Pflegeversicherung macht das 1335,75 Euro) bleiben 16.029 Euro.

Sofern Sie 2018 erstmals Rente bezogen haben, sind 24 Prozent davon (3846,96 Euro) steuerfrei, es bleiben 12.182,04 Euro. Nun müssen Sie noch den Werbungskostenpauschbetrag in Höhe von 102 Euro abziehen. Somit verbleiben Ihnen Einkünfte in Höhe von 12.080,04 Euro.

Da die Grenze von 9000 Euro überschritten wird, muss in diesem modellhaften Fall eine Steuererklärung abgegeben werden. Vorausgesetzt, Sie können Ihre Steuerlast nicht durch andere Posten drücken (siehe unten). Gleichzeitig gilt, dass Sie darüber hinaus noch Nebeneinkünfte dazu addieren müssen.

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Je später der Renteneintritt, umso mehr muss versteuert werden

Zu beachten ist, dass Menschen mit früherem Renteneintritt einen geringeren Teil der Einkünfte versteuern müssen. So waren beim Renteneintrittsjahr 2005 noch 50 Prozent steuerfrei, und 2015 waren es 32 Prozent. Bis zum Jahr 2040 steigt der Besteuerungsanteil auf 100 Prozent.

Die Stiftung Warentest hat berechnet, wie hoch die Bruttorente jeweils sein darf, bevor der Fiskus zuschlägt – vorausgesetzt, es gibt keine weiteren Nebeneinkünfte. Berechnungsgrundlage sind bei den Sozialabgaben 8,4 Prozent für die gesetzliche Krankenversicherung sowie 2,55 Prozent für die Pflegeversicherung. Hier ein Überblick (bei Ehepaaren gilt der doppelte Betrag):

Weitere Berechnungen zum Renteneintrittsalter finden Sie auf den Seiten der Stiftung Warentest.

Wie Sie die Steuerlast drücken können

Auch Rentner können in der Steuererklärung viele Abzüge geltend machen. Dazu zählen:

  • Beiträge zu verschiedenen Versicherungen wie die Kranken- und Pflegeversicherung (volle Höhe), Haftpflicht oder Zahnzusatzversicherung
  • Werbekostenpauschale in Höhe von 102 Euro und 36 Euro für Sonderausgaben. Wenn Sie höhere Ausgaben nachweisen können, sinkt die Steuerlast weiter. Tipp: Das ganze Jahr über Belege sammeln.
  • Weitere Sonderausgaben wie Unterhaltsleistungen, Kirchensteuer, Parteibeiträge oder Spenden Außergewöhnliche Belastungen: Darunter fallen viele Gesundheitsausgaben, sofern vom Arzt verordnet (Brille, Hörgeräte, Hilfsmittel).
  • Behindertenpauschvertrag bei chronischen Leiden
  • Rentenberater, Lohnsteuerhilfeverein oder Steuerberater, Anwalts- und Gerichtskosten, wenn um die Rente gestritten wird
  • Haushaltsnahe Dienstleistungen: Haushaltshilfen. Bei Handwerkern für Arbeiten in Haus, Wohnung oder Garten können Sie bis zu 6000 Euro für Lohn- und Fahrtkosten geltend machen (20 Prozent Steuerabzug). Achtung: Das Geld muss überwiesen und nicht bar gezahlt worden sein.
  • Günstigerprüfung für Kapitalerträge: Liegt der persönliche Steuersatz in der Rente unter 25 Prozent und fallen aufgrund von lebenslangen Ersparnissen Kapitalerträge an, so sollte auf der Anlage KAP die „Günstigerprüfung“ angekreuzt werden.

Welche Nebeneinkünfte versteuert werden müssen

Sofern Sie sich etwas nebenher verdienen und es sich nicht um einen pauschal besteuerten 450-Euro-Minijob handelt, müssen Sie die Einkünfte versteuern. Selbiges gilt für Vermietung oder Verpachtung von Grundbesitz sowie Einnahmen aus Kapitaleinnahmen, Betriebs- oder private Renten.

Diese Renten bleiben steuerfrei

Manche Arten von Renten sind in vollem Umfang steuerfrei:

  • Schwerbeschädigtenrenten
  • Renten aus der gesetzlichen Unfallversicherung
  • Berufsgenossenschaftsrenten
  • Kriegs-, Wehrdienst- oder Zivildienstrenten

Was bei verspäteter Steuererklärung droht

Deadline für die Steuererklärung für 2018 ist der 31. Juli 2019, sofern Sie keinen Steuerberater oder einen Lohnsteuerhilfeverein in Anspruch nehmen – dann verlängert sich die Abgabefrist bis Ende Februar 2020. Wird die Frist versäumt, kann der Bearbeiter nach eigenem Ermessen einen Verspätungszuschlag erheben. 14 Monate nach Ablauf des Steuerjahres 2018 wird diese jedoch automatisch fällig: mindestens 25 Euro für jeden angefangenen Monat, den die Erklärung zu spät kommt.

Sie bekommen eine Aufforderung, obwohl Sie glauben, befreit zu sein

Bekommen Sie nach dem 31. Juli eine Aufforderung zur Steuererklärung, obwohl Sie glauben, davon befreit zu sein, kann der Verspätungszuschlag erst fällig werden, wenn Sie die im Schreiben genannte Frist nicht einhalten.

Im Video:

Riesen Renten-Lücke: Wer heute 29 Jahre ist, muss 233.000 Euro sparen

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