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Strom fürs Auto ist unterschiedlich teuer.

Elektroauto: Wahre Stromkosten können ganz einfach berechnet werden

News Team
Aktualisiert:
Von News Team

Wie hoch sind die Kosten für den "Sprit" bei Elektroautos? Was beim Benziner und Diesel selbstverständlich auszurechnen war, lässt manchen E-Auto-Eigentümer erst mal stocken. Dabei ist die Formel ebenfalls einfach. Schwieriger kann es werden, den Strompreis herauszufinden.


Die Kosten fürs Benzin zu berechnen, ist beim Auto mit Verbrennungsmotor sehr übersichtlich – sofern der Hersteller korrekte Angaben gemacht hat beim Verbrauch. Sind es 7 Liter pro 100 Kilometer, multipliziert man den Benzinpreis, der transparent bei den Tankstellen aufgeführt ist, schlicht mit 7. Zu beachten ist hier freilich, dass die 7 Liter in der Regel für eine sparsame Fahrweise gelten.

Ähnlich lässt sich auch beim Elektroauto der Verbrauch berechnen, wie „emobly.com“ erläutert. Allerdings gibt es Stolpersteine gibt.

Stolperstein 1: Neue Einheiten

Viele Menschen erst mal an die neuen Einheiten gewöhnen: Nicht die Liter pro 100 Kilometer sind ausschlaggebend, sondern die Kilowattstunden (kWh). Dabei handelt es sich um die Strommenge, die ein Elektroauto bei der Leistung von einem Kilowatt, also 1000 Watt (Einheit für elektrische Leistung) innerhalb einer Stunde verbraucht.

Die Formel für die Berechnung der Stromkosten des Elektroautos lautet:

Kennen Sie den Verbrauch des Autos nicht, können Sie alternativ Angaben zur Batteriegröße und Reichweite verwenden. Diese finden Sie in der Fahrzeugbeschreibung. Die Formel sieht dann folgendermaßen aus:


Dieser Wert (kWh/100 km) wird dann wiederum mit dem Strompreis multipliziert.

Beispiel:
Audi gibt den Verbrauchswert seines e-Trons (e-SUV) mit 26,4–22,9 kWh/100 km an (nach dem neuen Prüfverfahren WLTP). Nehmen wir 26,4 kWh für den Verbrauch und den Durchschnitts-Haushaltsstrompreis 0,30 Euro. Ergibt:

0,30 € × 26,4 kWh/100 km = 7,92 €/100 km


Stolperstein 2: Strompreis bei externem Aufladen herausfinden

Wer sein Auto an einer öffentlichen Ladesäule lädt, kann sich schnell im Tarifdschungel verirren. Häufig ist es schwierig, den genauen Strompreis herauszufinden, bevor man auflädt.

Folgende Defizite bemängelt der Ökostromanbieter Lichtblick in seinem Ladesäulencheck 2019:

  • Intransparent I: Nur drei der 12 recherchierten Stromanbieter rechnen die Preise verbrauchsabhängig in Kilowattstunden ab.
  • Intransparent II: Die genaue Preisauskunft bekommt der Verbraucher meist erst zu sehen, wenn er sein E-Auto mit dem Ladepunkt verbindet.
  • Kostenintensiv: Die Preise liegen deutlich über den Durchschnittkosten für Haushaltsstrom (30 Cent) in Deutschland. Spitzenreiter 2019 ist demnach E.on mit 53 Cent/kWh, gefolgt von den Stadtwerken München mit 47 Cent/kWh. Bei Roaminganbietern kommen zusätzlich Gebühren hinzu.
  • Kompliziert: Mal muss sich der Nutzer mit SMS beim Stromanbieter der Zapfsäule anmelden, mal mit App, Ladekarte oder mit Vorabregistrierung auf der Internetseite.
  • Monopol: Regional dominieren große Anbieter den Markt und können so den Preis deutlich oberhalb des Haushaltsstrompreises festlegen. Meistens sind es Lichtblick regionale Stromversorger. In Dortmund und Essen dominiert Innogy demnach mit über 90 Prozent den Markt, EnBW kontrolliert mit 75 Prozent die Region um Freiburg, in Köln RheinEnergie mit 81 Prozent. In Hamburg, Berlin und München sind es Stromnetz Hamburg/Hamburg Energie, Allego und die Stadtwerke München (SWM).
  • Mager: Auch Roaminganbieter, die eigentlich Zugang zu Ladesäulen mehrerer Anbieter ermöglichen, bieten bisweilen nur teurere Tarife an, so dass es regional Preisunterschieden von bis zu 300 Prozent kommen kann.

Die Preise übersteigen dadurch teils die Benzinpreise bei gleicher Reichweite!


Beispiel für variierende Preise – je nach Ladeort

Eine Modellrechnung von „emobly.com“ veranschaulicht, wie unterschiedlich die Kosten für ein und dasselbe Auto ausfallen können, je nachdem, wo man sein Auto auflädt. Dabei ist zu berücksichtigen, dass an Ladesäulen in der Stadt der langsamere Wechselstrom (AC) angeboten wird und an Autobahnraststätten der schnellere Gleichstrom, was zwar komfortabler ist, den Preis allerdings nochmals in die Höhe treibt.

Ein Nissan Leaf (Verbrauch 19,4 kWh/100 km) wird an einem speziell reservierten Parkplatz für Elektroautos aufgeladen. Die Kilowattstunde Wechselstrom kostet 39 ct pro kWh (Angebot von EnBW):
0,39 € × 19,4 kWh/100 km = 7,57 €/100 km (statt 5,82 € zuhause)

Jetzt wird der Nissan Leaf an der Autobahnraststätte aufgeladen, mit Gleichstrom, der von EnBW in diesem Fall 49 ct pro kWh kostet. Macht:
0,49 € × 19,4 kWh/100 km = 9,51 €/100 km

Das sind fast zwei Euro mehr als beim Tanken in der Stadt pro 100 km und fast 3,70 Euro mehr als beim Tanken zuhause.

1 Kommentar

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Ich bleibe dann doch bei meinem Dieselmotor
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