Stromkosten im Haushalt: Dass der Austausch alter Geräte Geld spart, ist ein Mythos

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Alte Waschmaschinen auszutauschen lohnt mit Blick auf die Kosten erst nach J ...
Alte Waschmaschinen auszutauschen lohnt mit Blick auf die Kosten erst nach Jahren
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Von News Team

Alte Haushaltsgroßgeräte verbrauchen vergleichsweise viel Strom. Der Austausch allein aus Stromkostengründen lohnt sich aber in der Regel nicht, wie Modellrechnungen des Vergleichsportals Verivox zeigen.

„Dass der Austausch alter, aber noch funktionsfähiger Geräte die Haushaltskasse schont, ist ein Mythos“, sagt Valerian Vogel, Energieexperte bei Verivox mit Verweis auf Berechnungen des Portals.

Die Beispiele:

  • Wäschetrockner: Die Stromkosten für ein altes Gerät (284 kWh/a) summieren sich während einer durchschnittlichen Nutzungsdauer von 12 Jahren auf 1014 Euro. Ein energiesparendes Gerät der Klasse A+++ (176 kWh/a) verbraucht im selben Zeitraum Strom für 629 Euro. Das entspricht einer Stromersparnis von 385 Euro. Bis sich der Kaufpreis des mittelpreisigen Markengeräts über die geringeren Stromkosten amortisiert, dauert es mehr als 19 Jahre.
  • Waschmaschine: Ein Gerät der Klasse A+++ (137 kWh) benötigt zwar nur halb so viel Strom wie ein Altgerät (279 kWh), dennoch gleichen sich die Kosten für die Neuanschaffung erst nach 14 Jahren aus.
  • Spülmaschine: Hier vergehen laut Verivox-Berechnung sogar mehr als 38 Jahre, bis sich das Neugerät über Stromkosten amortisiert.
  • Kühl-Gefrier-Kombi: Wer ein Gerät der Energieeffizienzklasse A+++ (237 kWh) kauft, kann seine jährlichen Stromkosten im Vergleich zum Altgerät (294 kWh) um 39 Euro senken. Der Neupreis ist bei gleichbleibenden Stromkosten nach rund 17 Jahren wieder drin. Damit refinanziert sich auch die Kühl-Gefrier-Kombi nicht vor dem Ende der durchschnittlichen Nutzungsdauer über die Stromkostenersparnis.

Fazit des Energiefachmanns Vogel:

Die Stromersparnis wiegt die Anschaffungskosten in der Regel nicht auf – am ehesten ist das noch der Fall, wenn man sich für ein Gerät aus dem günstigen Preissegment entscheidet.

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Neugerät verbraucht Ressourcen

Auch mit Blick auf die Umwelt rät Vogel zum Abwarten, da Neugeräte immer mit Ressourcenverbrauch verbunden sind: „Wer Ressourcen, die Umwelt und seinen Geldbeutel schonen möchte, wartet mit dem Neukauf, bis das Altgerät seinen Dienst nicht mehr tut - und betreibt die Geräte mit nachhaltigem Ökostrom.“

Der Stromverbrauch großer Haushaltsgeräte macht dem Vergleichsportal zufolge ungefähr ein Drittel der jährlichen Stromrechnung aus. Wie hoch der jährliche Verbrauch eines Geräts ist, weist das Energielabel aus. Die beste Klasse A+++ benötigt am wenigsten Strom.

Zur Methodik:

  • Zur Berechnung der jährlichen Stromkosten wurde der Verivox-Verbraucherpreisindex von 29,76 Cent pro kWh zugrunde gelegt.
  • Die Altgeräte stammen aus den Jahren 2008 und 2009.
  • Die ausgewählten Neugeräte sind mittelpreisige Markengeräte und besitzen die Energieeffizienzklasse A+++.
  • Die durchschnittliche Nutzungsdauer beträgt nach Marktstudien der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) für die genannten Haushaltsgroßgeräte jeweils rund 12 Jahre.

1 Kommentar

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Klasse erklärt und stimmt- die Hersteller beherrschen sämtliche Psychotricks der Verkaufsstrategie und wollen, dass ihre Produkte auf Augenhöhe präsent bleiben. Oft müssen in den großen Einzelhandelsketten über "placement fees- Vermittlungsgebühren "gezahlt werden. Das sind Gebühren für den besonderen Platz. Die der Kunde natürlich mitbezahlt, wenn er diese wohlplatzierten Waren kauft...egal ob Supermarkt, Fachgeschäft oder Online..diese Verkausabzocke ist überall versteckt vorhanden.
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