Frauen erhalten monatlich im Schnitt 140 Euro weniger Rente als Männer.

Rentenlücke: Frauen bekommen im Alter 26 Prozent weniger Rente als Männer

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Von News Team

Frauen bekommen durchschnittlich 26 Prozent weniger Rente als Männer. Das ergab eine bislang unveröffentlichte Studie der Universität Mannheim und der niederländischen Tilburg Universität, die der "Süddeutschen Zeitung" vorliegt. Grund ist vor allem, dass auch heute Frauen immer noch den Großteil der Kinderbetreuung übernehmen und dadurch weniger im Beruf arbeiten können.

Um die geschlechtsspezifische Rentenlücke zu ermitteln, untersuchten die Wissenschaftler Daten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. Verglichen wurden die gesetzlichen Rentenansprüche von rund 1,8 Millionen Arbeitnehmern im Zeitraum zwischen 1993 und 2014. Dabei kam heraus:

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Im Schnitt hätte eine Frau, die mit 67 in den Ruhestand geht, nach heutiger Berechnung im Monat 140 Euro weniger gesetzliche Rente als ein Mann

, wird Prof. Alexandra Niessen-Ruenzi (Uni Mannheim) von der "SZ" zitiert.

Bei einem Rentenbezug über 15 Jahren wäre das ein Unterschied von 25.000 Euro.

Familiengründung als Ursache der Rentenlücke

Grund für den sogenannten "Gender Pension Gap" ist, dass Frauen auch heutzutage noch immer die dominierende Rolle bei der Kinderbetreuung zuteilwird.

Der wahrscheinlichste Grund für diese Entwicklung ist, dass viele Paare in den Dreißigern eine Familie gründen

, so Niessen-Ruenzi weiter.

Frauen würden ihre Arbeitszeiten häufiger als Männer reduzieren. Und genau hier öffnet sich dann auch Schere bei den Rentenansprüchen. "Mit drastischen Folgen für die Finanzen von Frauen und ihre spätere Rente."

Frauen müssen frühzeitig vorsorgen

Bis zum 35. Lebensjahr sind die Rentenansprüche bei Männern und Frauen nahezu gleich. In der Altersgruppe der 36- bis 45-Jährigen liegt die Rentenlücke bereits bei 15 Prozent, bei den 46- bis 55-Jährigen bei 27 Prozent.

Niessen-Ruenzi betont, Frauen sollten daher frühzeitig beginnen, vorzusorgen.

Das ist gesellschaftspolitisch wichtig, wenn man sich die aktuellen Scheidungsraten ansieht, sind viele Frauen nicht mehr über ihre Männer abgesichert.

Die geschlechtsspezifische Rentenlücke ist jedoch keine neue Erkenntnis. Bereits Studien der Rentenversicherung und diverser Wirtschaftsinstitute waren in der Vergangenheit zu ähnlichen Ergebnissen gekommen.

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