Starkoch Nelson Müller testet Aldi und Lidl - und das kam dabei heraus

► Video
Sternekoch Nelson Müller mit Produkten von Aldi und Lidl
Sternekoch Nelson Müller mit Produkten von Aldi und Lidl
News Team
Aktualisiert:
Von News Team

Millionen Deutsche kaufen bei Aldi und Lidl. Die beiden Marktführer liefern sich Woche für Woche Rabattschlachten. Für den Kunden ist es immer schwerer nachzuvollziehen, bei welchem der beiden Discounter er das bessere Angebot bekommt.

Wer ist günstiger? Wessen Qualität überzeugt? Diese Fragen hat sich Sternekoch Nelson Müller vorgenommen und testet in der ZDF-Dokumentation "Der große Einkaufs-Check" das Angebot von Aldi und Lidl.


Die Ware lässt er dabei von Experten auch mit Blick auf Schadstoffe untersuchen und nach Fairness-Kriterien beurteilen. "Damit gut informierte Kunden ihre Macht beim Einkauf besser nutzen können", sagt Nelson Müller.

Wie sich die beiden Supermarkt-Riesen im Test geschlagen haben, erfahren Sie hier.

Wer ist günstiger?

Seit diesem Jahr liefern sich Aldi und Lidl auch Rabattschlachten bei Markenprodukten. Immer wieder verändern sie die Preise. Doch wer bietet das preislich beste Angebot?

Lesen Sie auch: Aldi schließt sein Stammhaus in Essen - aus Platzgründen

Um das herauszufinden, haben die Tester einen Einkaufskorb zusammengestellt. Darin: 15 Artikel wie Ristorante Pizza, Butter von Kerrygold, Philadelphia-Käse und Nutella.

Wer ist günstiger? Diese Markenprodukte haben sowohl Aldi als auch Lidl im Angebot
ZDF/Willi Weber.Wer ist günstiger? Diese Markenprodukte haben sowohl Aldi als auch Lidl im Angebot

Neun Wochen lang haben die Tester die Preise für den Einkaufskorb mit den 15 Markenprodukten verglichen.

Dabei fällt auf: In dem Zeitraum reduziert Lidl 5x die Preise, Aldi nur 3x.
Dennoch beobachten die Tester einen "Schnäppchenvorteil" bei Aldi. Der Discounter reduziert zwar seltener, dafür ist der Rabatt mit bis zu 5 Prozent höher als beim Konkurrenten.

Allerdings: Am Ende machen die unterschiedlichen Strategien für den Kunden keinen großen Unterschied - er zahlt für die Markenprodukte bei beiden Discountern fast gleich viel.

Soviel kosten die Markenprodukte bei Aldi und Lidl

Bei Aldi kosten die 15 Markenprodukte im Schnitt 38,13 Euro.
Bei Lidl fallen dafür 38,16 Euro an.
Ergebnis: Mit 3 Cent ist der Unterschied minimal.

Vorteil für den Kunden: Auf Wunsch der Discounter produzieren die Hersteller häufig Sondergrößen, die preislich günstiger sind als in anderen Supermärkten.

Wer hat mehr Markenprodukte?

Wieder wurden die Tester mit einer Einkaufsliste zu Aldi und Lidl geschickt. Darauf: 26 Markenprodukte.
Bei Lidl gab es 20 der gelisteten Artikel.
Bei Aldi nur 11.
Das bestätigen auch die Unternehmen: Demnach hat Lidl 950 Markenprodukte im Angebot, was einem Viertel des Sortiments entspricht. Aldi zählt 160 Markenprodukte, das sind 10 Prozent des Sortiments.
Ergebnis: Bei Lidl stehen deutlich mehr Markenprodukte zur Auswahl als Aldi.

Auch interessant: Neue Öffnungszeiten bei Lidl - ab sofort länger einkaufen

Welche Eigenmarken schmecken besser?

Jenseits der Markenprodukte besteht also der weitaus größte Teil des Sortiments bei beiden Discountern aus Eigenmarken.

Welche schmecken besser? Um eine Antwort auf diese Frage zu finden, hat Nelson Müller 50 Tester zu einem Frühstück mit den Eigenmarken geladen. Auf dem Tisch: Erbeermarmelade, Orangensaft, Kaffee, Müsli, Toast.

Frühstück mit Aldi und Lidl: Sternekoch Nelson Müller testet die Eigenmarken der Discounter
ZDF/Julia FeldhagenFrühstück mit Aldi und Lidl: Sternekoch Nelson Müller testet die Eigenmarken der Discounter

Die Preise sind bei Lidl und Aldi identisch, beim Geschmackstest gab es jedoch Unterschiede:
Bei fast allen Produkten konnten die Eigenmarken von Aldi die Mehrheit der Tester überzeugen. Einzig beim Kaffee hatte Lidl die Nase vorn.

Welche Früchte sind weniger durch Schadstoffe belastet?

Orangen und Zitronen sind gesund, auf der Schale können jedoch giftige Schadstoffe lauern.
Im Einkaufs-Check wurden konventionell angebaute Orangen, Mandarinen und Zitronen von Aldi und Lidl im Labor innen und außen auf Schadstoffe untersucht.

Bei allen getesteten Zitrusfrüchten wurden Schalenbehandlungsmittel nachgewiesen. "Erfreulicherweise liegen sie jedoch alle weit unter den gesetzlich festgelegten Grenzwerten", heißt es in der Sendung.

Insgesamt schneidet Aldi in der Laboranalyse etwas besser ab.

Allerdings: Auf allen Früchten, egal von welchem der beiden Discounter, werden im Labor neben den auf dem Etikett angegebenen Chemikalien bis zu 10 weitere entdeckt. Das liegt daran, dass die Händler nur die Schadstoffe angegeben müssen, die nach der Ernte zum Einsatz kamen. Die Chemikalien, die während des Anbaus verwendet wurden, müssen nicht auf dem Etikett erscheinen.

"Auch wenn in unserem Test eigentlich alles im Rahmen war, sollte uns trotzdem klar sein: Wer konventionelles Obst und Gemüse zu kleinsten Preisen kauft, der kauft meist auch Pestizide auf der Schale", sagt Nelson Müller.

Wer das vermeiden will, dem rät der Sternekoch zu Bio-Obst. Denn dort seien Schalenbehandlungsmittel verboten.

Wer hat das bessere Bio-Sortiment?

Bio spielt bei Discountern eine immer größere Rolle. 70 Prozent der Verbraucher kaufen inzwischen hier ihre Bio-Produkte.

Bioprodukte spielen für die Discounter eine immer größere Rolle
ZDF/Willi Weber.Bioprodukte spielen für die Discounter eine immer größere Rolle

Der Test zeigt: Aldi bietet mit rund 300 Bio-Produkten die größere Auswahl. Bei Lidl gibt es dagegen etwa 200 Bio-Produkte. Rund 50 davon sind allerdings Artikel des Bioland-Verbands, der für seine strengen Vorgaben bekannt ist gut für gute Qualität steht. Lidl hat damit nach Ansicht der Tester bei der Qualität die Nase vorn.

"Ein gerechtes Unentschieden", so das Fazit von Nelson Müller.

Wer ist fairer zu seinen Lieferanten?

Neben Bioprodukten haben beide Discounter auch Produkte mit Fair-Trade-Siegel im Angebot. Darunter Kaffee, Orangensaft, Tee, Schokolade. Die Anzahl der Produkte ist allerdings vergleichsweise gering: Bei Aldi gehören rund 5 Produzent der Waren zum Fair-Trade-Sortiment, bei Lidl sind es kaum 1 Prozent.

Die unabhängige Hilfsorganisation Oxfam untersucht regelmäßig, wie fair das Angebot der Supermärkte und Discounter mit Blick auf Arbeiterrechte, den Umgang mit Kleinbauern und Lieferanten tatsächlich ist.

Dafür vergibt Oxfam Fairness-Punkte. In der aktuellen Untersuchung kommt die Organisation zu einem ernüchternden Ergebnis: Aldi Süd erfüllte 19 Prozent der Fairness-Kriterien, Lidl 9 Prozent und Aldi Nord nur 5 Prozent.

Die "ersten Schritte in die richtige Richtung sind erkennbar", so das Ergebnis von Oxfam. Es bleibe aber noch einiges zu tun.

"Aldi oder Lidl? Der große Einkaufs-Check mit Nelson Müller", Dienstag, 24. September 2019, 20.15 Uhr, ZDF. Online bereits zu sehen in der ZDF-Mediathek.

2 Kommentare

Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Gottseidank, das Problem hab ich hier nicht. Hier gibt es einen Mercadona, einen Hiper Dino, einen Euro Spar und auch einen Lidl und da kauf ich auch nur das nötigste ein. Jeder hat irgendwann einige Angebote und das ist gut so. Die Preise sind hier alle so ziemlich gleich.
Wenn ich sehe, dass sich die Preise von Lidl und Aldi sich nur um 0,03 € unterscheiden, verstehe ich die Frage nicht, welchen Discounter der günstigere ist.
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Hier wurde ein Kommentar durch den Ersteller entfernt.

wize.life News per Push Benachrichtigung in Ihrem Browser aktivieren

Benachrichtigungen aktivieren