Sparkasse kündigt Zehntausende lukrative Sparverträge - und das ist erst der Anfang

München: Stadtsparkasse kündigte Zehntausende Prämiensparverträge.
München: Stadtsparkasse kündigte Zehntausende Prämiensparverträge.Foto-Quelle: Pixabay
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Die Stadtsparkassen München kündigt die Prämiensparverträge von 28.000 Kunden zum Jahresende. Weitere 15.000 Kündigungen sind geplant. Als Grund gibt das Geldinstitut die anhaltende Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) an. Laut Verbraucherschutz sollten Sparer die Kündigungen jedoch nicht einfach so hinnehmen. Details im Sparvertrag könnten entscheidend sein.

Mit dem klassischen Zinsgeschäft sei es immer schwerer, Geld zu verdienen, so der Vorstandsvorsitzende der Stadtsparkasse München, Ralf Fleischer, in der "Süddeutschen Zeitung". "Die Verträge sind zum größten Teil in den 1990er-Jahren geschlossen. Die Renditen sind nicht mehr zeitgemäß." Die EZB treibe am Ende "alle Institute zu solchen Maßnahmen".


Im Video:

Sparkasse kündigt 28.000 Spar-Verträge


Die Münchner Stadtsparkasse ist nicht die einzige Bank, die zu diesem drastischen Mittel greift. Immer mehr Sparkassen wollen nach Informationen des "Handelsblatts" Prämiensparverträge loswerden.

Weitere Banken ziehen nach

Einige haben bereits in den vergangenen zwei Jahren Kündigungen dieser Verträge ausgesprochen, andere haben demnach in den letzten Wochen und Monaten nachgezogen.

Inzwischen haben der Zeitung zufolge mehr als 40 Sparkassen solche Sparverträge gekündigt oder planen eine Kündigung - das ist bundesweit mehr als jedes zehnte Institut.

Wieviele Sparverträge davon betroffen sind, ist unklar, da nur jedes zweite Geldhaus angibt, wie viele Verträge gekündigt wurden. Es gehe vermutlich um weit über 100.000 Verträge, schreibt das Handelsblatt.

Beliebte Geldanlage vor rund 20 Jahren

In den 90ern und frühen 2000ern waren Prämiensparverträge eine beliebte Geldanlage. Zuzüglich zu Zinsen gab es mit ansteigender Vertragsdauer Prämien. Doch ab dem 15. Jahr werden diese Verträge für die Banken und Sparkassen deren Angaben zufolge enorm teuer.

BGH bestätigt Rechtmäßigkeit der Kündigungen

Dass die Kündigung der Geldhäuser grundsätzlich rechtmäßig ist, hatte im Mai der Bundesgerichtshof entschieden. Damals hatten Kunden der Kreissparkasse Stendal geklagt.

Beim "S-Prämiensparen" war jedoch der höchstmögliche Ertrag von 50 Prozent nach 15 Jahren erreicht. Eine Beendigung des Vertragsverhältnisses sei den Richtern zufolge "bei Vorliegen eines sachgerechten Grundes" legitim.

Verbraucherschutz: Kündigung nicht einfach hinnehmen

Der Verbraucherschutz Bayern rät den Betroffenen dennoch, die Kündigungen nicht einfach so zu akzeptieren. Es komme auf Details und den Einzelfall an. "Wenn im Vertrag steht, 'ab dem 15. Jahr' wir die Prämie in Höhe x gezahlt und nicht 'bis zum 15. Jahr', kann man durchaus diskutieren, wie lange eine Bank die versprochenen Prämien noch zahlen muss."

Eine Kündigung sei auch dann anfechtbar, wenn eine konkrete Laufzeit vereinbart wurde bzw. wenn die Prämien über einen längeren Zeitraum als 15 Jahre gestaffelt sei. Denn das Urteil der BGH-Richter besagt auch, dass die Sparer ein Recht auf die versprochenen Prämien haben.

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2 Kommentare

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Ein sehr großes "Armutszeugnis" für die bay. Sparkassen! Aber auch ein Zeichen das die Bay. Kassen das System der privaten Vermögensbildung nicht verstanden haben oder die avisierten Prämien falsch angelegt hatten! Dann mal ran die Reserven! Sonst stehen die Kunden hoffentlich vor dem Tresen und wechseln das Institut.
Ich bin der Meinung dass das erst die erste Bank ist und die anderen noch nachfolgen. Nehmt wie früher den Sparstrumpf und ab unter die Matratze 😭😭😭. Sparen ist schon lange nicht mehr belohnt worden
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