Rund 20 Millionen Rücksendungen werden pro Jahr entsorgt.

Online-Handel: 20 Millionen Retouren landen auf dem Müll - aus diesem Grund

News Team
Von News Team

Nie zuvor wurde in Deutschland die Nachhaltigkeitsdebatte so geführt wie aktuell. Da passt es nicht ins Bild, dass der Online- und Versandhandel in Deutschland pro Jahr rund 20 Millionen zurückgesandte Waren entsorgt. Das entspricht in etwa vier Prozent der Retouren.

"Eine Entsorgung ist oftmals alternativlos", so Studienleiter Dr. Björn Asdecker. Demnach sei bei gut zehn Millionen der entsorgten Artikel eine Wiederaufbereitung nicht möglich, weil sie beispielsweise defekt seien.

Asdecker und sein Team befragten 139 deutsche Online- und Multi-Channel-Händler, die ihre Ware auch im Internet vertreiben. Es stellte sich heraus: In vielen Fällen sind die Händler sogar gezwungen, intakte Ware zu vernichten, weil es Marken- und Patentinhaber so vorgeben.

"Da sich diese Artikel meist in einem sehr guten Zustand befinden, handelt es sich hierbei um eine offensichtliche Ressourcenverschwendung", so Asdecker weiter.

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Spenden teurer als entsorgen

Knapp 40 Prozent der vernichteten Retouren könnten theoretisch gespendet werden. Aus steuerlichen Gründen wird das aktuell aber nicht so gehandhabt. Denn die zu bezahlende Umsatzsteuer übersteige die Entsorgungskosten.

Für kleine Händler ist es zudem zu aufwendig, eine geeignete Spendenorganisation zu finden. Die Händler bräuchte laut Asdecker Informationen darüber, "wer Sachspenden in kleinen Stückzahlen annimmt".

Experte fordert Anreize für Nachhaltigkeit

Retouren zu entsorgen ist dazu sehr viel billiger als die Wiederaufbereitung. So belaufen sich die Kosten auf 0,85 Euro pro Artikel.

Asdecker beklagt auch die fehlende Transparenz für den Endverbraucher. Die Kunden könnten nicht nachvollziehen, was mit ihren Rücksendungen geschehe. "Um Händler zu motivieren, sich aktiv für mehr Transparenz und eine geringe Entsorgungsquote einzusetzen, sind Anreize nötig." Eine Möglichkeit wäre beispielsweise ein Retouren-Nachhaltigkeits-Siegel.

Retourenvernichtung in Frankreich verboten

Ein Retourenvernichtungsverbot wie in Frankreich, lehnt der Studienleiter ebenso ab wie die befragten Händler. Ein solches Verbot sei zu leicht zu umgehen, eine Kontrolle sei mit "unverhältnismäßig großem Aufwand verbunden".

Die Politik müsse stattdessen vorhandene Entsorgungsanreize und Spendenhemmnisse abbauen.

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18 Kommentare

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und davon sind ein grosser Teil Spielzeuge die sich Kinder wuenschten die heute Klima Aktivisten sind und dessen Kindheit wir gestohlen haben
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diese Sch..... Werbung stetig u. man kann sich nicht dagegen wehren (trotz Verbote am Briefkasten oder Haustür....)
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Das freut mich .. Da ist doch alles in Ordnung in Deutschland ........
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Mir ist das mittlerweile auf Deutsch gesagt SCHEIßEGAL.
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schuld ist nicht der online.handel nur,wenn ich sehe,wieviel werbung innerhalb 2 wochen bei mir ankommt die man dann wieder entsorgen muß,sage ich:es ist viel zu viel und dann oft noch in hochglanzpapier.ebenso die ganzen kataloge und und und.alleine die stadtsonntagszeit und ist mit werbung vollgepflastert in zum teil katalog ähnlichen formaten.das bezahlt auch alles der verbraucher beim einkaufen.
Bekomme teure Kataloge die ich überhaupt nicht bestellt habe und dann noch eingepackt in Plastikfolie - das muß nicht sein
Sammeln und an den Absender unfrei zurückschicken.
haha,wenn in der zeitung sonntags 10 werbungsblätter sind wohin soll ich die senden oder wenn werbung lose eingeworfen wird.jedesmal zu den händler fahren?das wird ein teurer spaß.dieser vorschlag ist sehr unüberlegt und nicht praktisch ausführbar.dazu kommt noch sehr oft die plastikverpakung.einfach nur nervend
Werbungsblätter in der Zeitung: zurück an die jeweilige Zeitung.
In Plastik eingeschweißte stapelweise Werbung: dagegen hilft das Schild "Bitte keine Werbung einwerfen".
noch einmal aha,werbung ja,jedoch nicht in unmengen und 5 verschiedene angebote vom selben discounter und keine hochglanzpapiere sowie nicht in folie eingeschweißt.werbung kann auch hilfreich sein,nicht einfach sagen,gar keine werbung."maßhalten "sagte mal ein bundeskanzler und genau so ist es
Trotzdem sollte man sich Lehrzeichen nach den Satzzeichen gönnen.
ach,nun weiß die dame nicht mehr weiter,dann kommt das lehrerhafte,herr lehrer ich weiß was,im keller brennt licht,herr lehrer weiß noch was,habs ausgemacht.menschen die andere wegen schreibweise etc berichtigen und kritisieren haben ein seelenproblem mit minderwertigkeit.
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Am Ende interessiert es niemanden, da alle Kunden diesen Schwachsinn mitbezahlen.
In jeder Stadt gibt es kleine Geschäfte die leer stehen. Die früheren Versandhäuser wie Quelle und Neckermann hatten auch ihre Restposten und Rückläufer, die in angemieteten Läden verkauft wurden. In unserer Stadt gab es diverse Verkaufsstellen, die gute Umsätze hatten.
Früher wurden die ganzen Restposten aufgekauft. Kann ja nicht sein wenn ein iPhone zurückgeschickt wird, dass es für weniger Geld fast ungebraucht in der Grabbbelkiste bei der Postenbörse landet. Dann lieber gleich auf den Müll. Aber die leer stehenden Geschäfte haben ja auch Vorteile. Es spart Heizkosten und Personal. Kann man vielleicht in sozialen Wohnraum umwandeln
Eine Stadt ohne Geschäfte das geht aber nicht.
Im Osten gibt es genug leere Ladenstraßen. Den Menschen bleibt nichts anderes übrig, als über den Versandhandel die benötigten Waren zu bestellen. Dort kann man nicht mal schnell shoppen gehen, oder einen Schaufensterbummel machen. An jedem zweiten Haus steht „wer rettet mich. (Nordhäuser Landkreis)
Das ist ja schlimm zu hören, da fehlt ein Stück Lebensqualität.
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