Früher in Rente ganz ohne Abschläge - Was Sie beachten müssen

Möglichst früh in Rente - Das müssen Sie beachten
Möglichst früh in Rente - Das müssen Sie beachtenFoto-Quelle: Pixabay
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Der aktuelle Vorschlag der Bundesbank ist für viele Deutsche ein Horror-Szenario: Rente erst mit über 69 Jahren. Länger arbeiten, später den Ruhestand genießen. Doch es gibt Möglichkeiten, sich bis zu vier Jahre früher in den Ruhestand zu verabschieden - ohne Abschläge.

Seit 2012 wird die Regelaltersrente ohne Abschläge schrittweise von 65 auf 67 Jahre angehoben.
Aktuell bedeutet das: Regulär und ohne Abschläge in Rente gehen können in diesem Jahr Arbeitnehmer des Geburtsjahres 1954 acht Monate nach ihrem 65. Geburtstag.

Wer nicht so lange arbeiten will, kann sich bis zu vier Jahre früher in den Ruhestand verabschieden. Und dies ohne Abschläge. Allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen.


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Grundsätzlich gilt: Frühestens ab 63 Jahren können Deutsche eine Altersrente beziehen. Vor diesem Alter ist dies nur in Ausnahmefällen - etwa bei Schwerbehinderung oder Erwerbsunfähigkeit - möglich.

Rente mit 63

Die sehr populäre „Rente mit 63“ ist inzwischen streng genommen eine Rente mit 63 Jahren plus x-Monaten. Denn parallel zur schrittweisen Anhebung der Regelaltersrente verschiebt sich auch das Eintrittsalter für die „Altersrente für besonders langjährig Versicherte“.

Ganz korrekt müsste man von einer „Altersrente nach 45 Jahren“ sprechen. Denn das ist das entscheidende Kriterium, um die Rente ohne Abschläge zu erhalten: Man muss 45 Jahre lang Beiträge in die Rentenkasse eingezahlt haben.

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Wer dies erfüllt, kann ohne Einbußen zwei Jahre früher aufhören zu arbeiten. Aktuell gilt dies für Arbeitnehmer des Jahrgangs 1956 - acht Monate nach ihrem 63. Geburtstag. Für alle, die nach 1964 geboren wurden, ist dies im Alter von 65 Jahren möglich.

Rente nach 35 Jahren

Wer 35 Jahre lang in die Rentenkasse eingezahlt hat, kann sich ab einem Alter von 63 Jahren vorzeitig in die Rente verabschieden. Allerdings nur, wenn er Abzüge bei der Rente in Kauf nimmt.

Maximal kostet ihn das einen Abschlag von 14,4 Prozent - dann kann er sich vier Jahre vor der Regelaltersgrenze von den Arbeitskollegen verabschieden.

Früher in Rente mit Abzügen

Denn: Für jeden Monat, den ein Arbeitnehmer früher aufhört zu arbeiten, werden 0,3 Prozent von der Rente abgezogen.

Das bedeutet: Bei einer Rente von monatlich 1200 Euro schlägt ein um drei Jahre früherer Rentenbeginn mit monatlich 130 Euro weniger zu Buche. Statt 1200 Euro landen nur 1070 Euro auf dem Konto.

Im Video:

Riesiges Interesse an Rente mit 63 - So könnt ihr ohne Abzüge eher aufhören zu arbeiten

Diese Abzüge gelten dauerhaft, also für den Rest des Lebens - und wirken sich auch auf die Witwen- und Witwerrente aus.

Früher und ohne Abschläge in Rente

Wer einen früheren Rentenbeginn anpeilt, aber nicht auf 45 Versicherungsjahre kommt (siehe oben), hat die Möglichkeit, diese Abschläge auszugleichen und ohne Einbußen früher in Rente zu gehen - durch eine Sonderzahlung.

Ab einem Alter von 50 Jahren können Arbeitnehmer auf ihr Rentenkonto einzahlen. Und damit eine Rentenminderung ganz oder teilweise verhindern.

Ausgleich durch Sonderzahlung

Für die Höhe der Sonderzahlung gilt: Sie ist umso höher, je früher der Arbeitnehmer in Rente will und je mehr er verdient, da sich dies natürlich auch auf die Höhe seiner Rente auswirkt.


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Was das konkret bedeutet, rechnet die Deutsche Rentenversicherung an einem Beispiel vor:

Geht ein Arbeitnehmer drei Jahre früher in den Ruhestand, würden von 1200 Euro jeden Monat 130 Euro abgezogen (siehe oben). Aus eigentlich 1200 Euro werden so 1070 Euro pro Monat.

Doch durch eine Sonderzahlung in Höhe von rund 32.821 Euro an die Rentenversicherung könnte er diesen Abschlag ausgleichen.

Ob sich eine solche Sonderzahlung lohnt, „sollte sich von seinem Rentenversicherungsträger individuell beraten lassen“, empfiehlt die Deutsche Rentenversicherung.

Steuervorteil nutzen

Die Sonderzahlung kann als Altersvorsorgeaufwendung von der Steuer abgesetzt werden.
Allerdings nur bis zu einem Höchstbetrag. Der liegt in diesem Jahr bei 24.305 Euro. Davon setzt das Finanzamt 88 Prozent an, also 21.388 Euro.


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Wer eine höhere Sonderzahlung leisten will, sollte dies daher unter Umständen nicht auf einen Schlag tun. Sondern über mehrere Jahre verteilt, um einen möglichst großen Steuervorteil mitzunehmen.

Keine Rückerstattung der Zahlung

Allerdings: Einmal gezahlt, ist das Geld weg. Die Rentenversicherung erstattet es nicht zurück, wenn der Versicherte es sich doch anders überlegt, oder finanziell klamm ist und den Betrag benötigt.

Das Geld ist weg, aber nicht verloren - selbst wenn der Arbeitnehmer dann doch länger arbeiten will. Die Ausgleichszahlung wird ihm gutgeschrieben, in dem Fall würde er von einer insgesamt höheren Rente profitieren.

Sonderzahlungen, um eine Minderung der Rente auszugleichen, werden immer beliebter: Nahmen 2012 kaum 1000 Deutsche diese Möglichkeit in Anspruch, so waren es im Jahr 2017 bereits 11.620.

30 Kommentare

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Wenn man 45 Jahre lang tagein- tagaus arbeiten gegangen ist, egal, ob als Beamter, Angestellter oder Arbeiter, dann ist man es irgendwann leid, ganz ehrlich, egal, was für eine Tätigkeit man inne hatte. Ich bin seit 1972 im Vollzeitdienst, und mein Wunsch nach Selbstbestimmung wird immer größer. Im nächsten Jahr gehe ich auch in Rente, nach exakt 46 Jahren (meine Lehre von 2 Jahren zählt leider nicht mit) ! Ich denke, den Ruhestand habe ich mir dann auch verdient - und all die anderen auch, die über 45 Jahre gearbeitet haben. Fakt ist, dass die ersten Krankheiten meist nach dem 70. Lebensjahr auftreten (habe ich mit meinen 64 Jahren bei Kollegen schon so oft erlebt). Da soll uns der Staat doch wenigstens 5 unbeschwerte Jahre "gönnen", aber weit gefehlt! Sollen sie sich verstärkt um Arbeitslose bemühen, aber uns "Alte" endlich in Ruhe lassen, finde ich.
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ich bin seit 1.Juli diesen Jahres mit 61 in Rente ( Schwerbehindert mit Abschlag ) das war für mich die beste Entscheidung....
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Unsere Rente ist zum 🤮🤮🤮
35 oder 45 Jahre ist lug und trug.
Mit 61 hab ich 45 Jahre zusammen und nach Anfrage wann ich gehen kann sagten die mir mit 67. Dann hätte ich 51 Jahre gearbeitet. Was soll diese Lüge das man mit 45 Jahren Arbeit in Rente kann. Können ja klar zu jeder Zeit mit vielen Abschlägen. Mich kotzt dieses S...... Rentensystem nur noch an.
🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮
Tja. Wir hätten beide Beamte werden sollen.
Jo Vegan, da bist do komplett falsch informiert, was Beamte angeht! Die müssen zurzeit bis zum 65. Lebensjahr arbeiten, während Angestellte und Arbeiter schon mit 63 Jahren ihre Rente bekommen!
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Was macht eigentlich Abraham Lincoln auf dem Foto? Bekommt der in Deutschland auch Rente?
Da hat doch das unglaublich kompetente "Journalisten"-Team den "Abraham Lincoln" wieder rausgenommen.
*gröööl*
Ich musste doch gerade mal gucken: Heute um "8:58h aktualisiert". Sicher aufgrund deines Lincoln-Gefühls.
Ich hatte schon was ganz anderes auf der Pfanne wegen dieses ca. 38-40 Jahre alten Herrn, hab's mir aber verkniffen.
Echt? Tatsächlich. Der jetzt ist sportlich und kann sich trotz Abzüge teure Freizeitklamotten und einen Aufenthalt am Wasser leisten.
Ein Foto gibts ja noch, da ist er anscheinend auch noch mal drauf, mit seinem Freizeit-Salafisten-Bart.
Aber nur noch vom Bart abwärts. Die Fotos, zu denen du mich nun gezwungen hast, sind auch so richtig aus dem Leben der Rentner.
"Freizeit-Salafisten-Bart"
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Hier wurde ein Kommentar durch den Ersteller entfernt.
Ab Januar 2020 muss ich noch genau 2 Jahre und 2 Monate arbeiten. Danach gehe auch ohne Abzüge in Rente, das lass ich mir nicht mehr versauen. Bin Jahr Januar 1958. Also mit 64 gehe ich dann. Wohin weiss ich noch nicht, aber in D bleiben will ich auch nicht.
Hier wurde ein Kommentar durch den Ersteller entfernt.
Für mich kommt nur Europa in Frage. Denke so Slowenien, Ungarn, Bulgarien, Portugal, mal sehen wo es am Besten ist für mich. In Bulgarien liegt der Strompreis die Kilowattstunde bei 11 cent. Ein Traum.
Hier wurde ein Kommentar durch den Ersteller entfernt.
Grundsätzlich finde es es als Arbeitnehmer auch nicht richtig, wenn die Rentner sich ins "billige" Ausland absetzen. Verstehen kann ich es natürlich. Ich habe noch ein paar Jahre länger. Mal sehen wie die Altersarmut voran geht. Überall wird gebaut und die Altersarmut steigt. Sehr traurig.
Jeder der noch abhauen kann, sollte es tun, wird nicht besser hier. Ist ja nicht nur die Altersarmut. In anderen Ländern kannste noch in Ruhe fliegen, dein Benziner oder Diesel fahren uvm. Du wirst da nicht gnadenlos abgezockt. Und die hier ständig eintreffenden fremden Kulturen musste auch nicht mehr unterstützen.
wize.life-Nutzer Dafür bezahlt mal dort vielleicht angemessen hohe Preise für Lebensmittel. Ist hier alles viel zu billig - vor allen Tierprodukte sind ein Witz. Und höhere Preise für Diesel und Bezin bringt der Umwelt sowieso nichts.
Also das Essen in Bulgarien ist nicht schlecht und die Preise sogar günstiger als hier zB. das Obst und Gemüse. Fisch und Geflügel auch.
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Der Geld Wert schwindet, die Menschen werden immer älter, Pflege Kosten werden utopisch, Globalisierung, weltweite Verflechtung in den Bereichen Wirtschaft, Politik, Kultur u. a.
"die Globalisierung der Finanzmärkte, der Wirtschaft", alles ein müssiges Unterfangen hier noch den kleinen Bürger Schaden frei zu halten.
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Bitte beachten: 1. Nur ein Vorschlag 2. für das Jahr 2070, also in 51 Jahren. Würde mich wundern, wenn ich 116 Jahre alt würde!
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Meine Meinung zur Rente mit 69 ist, daß man nicht alle Arbeitnehmer erst dann in Rente schicken kann! Wie sieht es z. B. mit dem Beruf des Dachdeckers aus? Soll der noch mit fast 70 auf's Dach klettern? Das finde ich unverantwortlich!
Es sollten mal die ganzen Arbeitslosen, die rumlungern (Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel), zur Arbeit gehen, dann könnte die Verrentung weiterhin früher stattfinden - ist meine persönl. Meinung!
Was letzen zeit in Deutschland passiert ist nicht mehr normal und die Deutscher Bürgern lässen sich alles gefallen, ich bin froh seit eine jahr in rente zu sein und werde bald das land verlassen und in meine Heimat land leben, den zukunft hier sieht schwarz aus und die bürger werden sich weiter alles gefallen lassen und werde sich nie was ändern. Einen schönen abend wünsche ich Euch allem.
Gianni, Schaaade, daß Du "abhaust" - aber verstehen kann ich es auch wieder...! Alles Gute!
Das ist doch in Italien nicht anders.
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Ja das ist das einzige was die rot-grünen Sträucher vernünftig gemacht haben. Aber natürlich gleich wieder zerstört. Rente mit 63. Ich habe jetzt 830 € bruttolohn zusammen ich habe 830 € Rente. Da ich aber am 10.3 21 aufhöre habe ich diverse Abzüge. Ich werde also ungefähr 700 € raus haben. - Krankenkasse und so weiter habe ich dann genauso viel Geld wie jetzt. Denn jetzt habe ich 630. Nun ist die Situation dass man ja älter wird und eventuell Hilfe braucht. In diesem Moment ist alles weg. Ich denke es ist eine sehr gute Idee die Jahre die man hat optimal zu nutzen und dazu gehört garantiert nicht arbeiten.ich denke in den nächsten Jahren werden sich die Folgen der Zuwanderung inklusive aller anderen Geschichten deutlich bemerkbar machen. Und wenn man meint man könnte ja noch eine Weile arbeiten um dann regulär die paar Euros mitzunehmen glaube ich dass man so wie in Griechenland an die rentenkassen rangehen wird um die zu plündern. was geschieht wenn die weltwirtschaft abschmiert? Was geschieht wenn der Staat pleite? Was geschieht wenn die soziale Struktur sich verschlechtert glaubt denn irgendjemand das der Staat die Gesellschaft rücksicht nimmt? Von heute auf morgen zu friedensengel werden? Ich nicht deshalb Schluss damit
Irgendwie klappt das nicht mit dem verbessern das soll natürlich nicht Sträucher sondern Strolche heißen
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