Rentner zahlen knapp 35 Milliarden Einkommensteuer - und es wird immer mehr

Rentner werden vom Fiskus immer stärker zur Kasse gebeten
Rentner werden vom Fiskus immer stärker zur Kasse gebetenFoto-Quelle: Philippe Leone / Unsplash
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Rentner müssen immer größere Beträge an den deutschen Fiskus abtreten. Allein 2015 stiegen die Steuersummen um zehn Prozent. Das wird so weitergehen. Umgekehrt werden Rentenbeiträge zunehmend von der Steuer befreit. Nach Ansicht der Linken allerdings in zu geringem Ausmaß.


Rentner zahlen immer mehr Einkommensteuer. So flossen im Jahr 2015 rund 34,65 Milliarden Euro Einkommensteuer von Steuerpflichtigen mit Renteneinkünften an den Staat, wie eine Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Anfrage der Linken im Bundestag zeigt, über die "Der Spiegel" berichtet. Im Jahr zuvor waren es noch 31,44 Milliarden Euro – und 2005 gerade mal 15,55 Milliarden Euro.

Neurentner müssen jährlich mehr versteuern

Dass die Summe der Einkommensteuer jährlich steigt, hängt mit der Ausgestaltung der Rentenbesteuerung zusammen: Der Anteil, den Neurentner versteuern müssen, nimmt jedes Jahr zu.

Dafür steigt allerdings auch jährlich der Anteil, den Arbeitnehmer von ihren Rentenbeiträgen von der Steuer absetzen können.

Steuerpflicht besteht seit 2005

Eingeführt wurde die Steuerpflicht auf gesetzliche Renten 2005. Damals betrug der steuerpflichtige Anteil der Rente für alle, die in dem Jahr oder davor in Rente gingen, 50 Prozent. Dieser Anteil steigt für Neurentner seitdem jedes Jahr um zwei Prozentpunkte.

Ab 2020 Vollversteuerung

Das bedeutet: Wer im Jahr 2020 in Rente gehen wird, wird bereits 80 Prozent seiner Rente versteuern müssen. Danach wird der Anteil jedes Jahr noch um ein Prozent erhöht, wer 2040 in Rente geht, muss den vollen Betrag versteuern.

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Rentner werden prozentual überproportional besteuert

Während es beim gesamten Steueraufkommen zwischen 2005 und 2015 eine Steigerung von rund 50 Prozent gab, waren es bei der Einkommensteuer der Rentner rund 130 Prozent.
Linke fordert besonderen Schutz für Menschen mit niedriger Rente.

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Linke fordert besonderen Schutz für niedrige Renten

Nach Ansicht der Linken ist das problematisch. „Wenn hier nichts geändert wird, werden immer mehr Renten steuerlich empfindlich belastet werden“, sagte Fraktionschef Dietmar Bartsch. „Für niedrige Renten brauchen wir einen besonderen Schutz.“ Er fordert die Anhebung des steuerlichen Grundfreibetrags, "damit nicht ohnehin schon schmale Renten faktisch weiter sinken".

Fast 5 Millionen Rentner steuerpflichtig

Aktuell müssen den Angaben zufolge rund 4,98 Millionen Senioren ihre Rente versteuern, das sind fast doppelt so viele wie 2005. Die Zahl nimmt nicht nur wegen des steigenden steuerpflichtigen Teils der Rente zu, sondern auch wegen der jährlichen Rentenerhöhungen.
Ob Rentner eine Steuererklärung abgeben müssen, hängt von der Höhe ihrer steuerpflichtigen Einkünfte insgesamt ab. Dazu zählen neben den Renteneinkünften auch Mieteinnahmen, Erträge aus Kapitalanlagen oder Betriebsrenten.

Der Grundfreibetrag für einen Rentner liegt derzeit bei 9168 Euro und bei Verheirateten bei 18.336 Euro. Liegen die Einkünfte darüber, wird eine Steuererklärung fällig.

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9 Kommentare

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Betuchte Rentner , die z. B. 5.000 und mehr auf eine Person bezogen einnehmen, sollen Steuern bezahlen – soweit keine Doppelbesteuerung vorliegt. Die Beamtenpensionen müssten den Renten angepasst werden. Es. kommt aber dabei auf die Einkommensstruktur der Rentenbezieher an. Es gibt nämlich hochbetuchte Rentner und solche, die näher bei Harzt 4 liegen! Das sollten die Kritiker sehr wohl unterscheiden. Dass es Rentner gibt, denen man steuerlich mehr entgegen kommen sollte, ist außer Zweifel. Also nicht alles über einen Kamm scheren. Da sollten die Berichterstatter ihr Denkvermögen strapazieren. Ich denke es wäre gerechter, den Spitzensteuersatz anzuheben und die unteren Einkommen zu entlasten. Von den soz. Lasten ganz zu schweigen. Es ist an der Zeit, den Arbeitgeberbeitrag, den der Rentner auch aufzuwenden hat, neu zu gestalten. Die Umverteilung wäre durchaus über die Einkommensgrenze machbar!
Einnahmen aus Renten oder Pensionen von mehr als 5000 € im Monat sind - außer bei Politikern - Utopie. Es geht ja zB. mehr darum, was für zusätzliche andere Einkünfte die Rentner noch haben. Die noch mehrere Häuser vermieten , zahlen dann halt mehr Steuern. Der Durchshcnittsrenter zahlt ohne weitere Einkünftr keine Steuern.
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Das ist doch genau berechnet. Es gibt eine Rentenerhöhung und dadurch fallen mehr Rentner in die Steuerpflicht. Die Politiker stellen es als eine Glanzleistung da, dabei ist es pure Berechnung. Einfach ein bilanzhalterische Berechnung.
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Mit Beginn der Besteuerung 2005 für Rentner konnten aktive Arbeitnehmer ihre SozialBeiträge bei der Steuer begrenzt geltend so ca. bis 6000Euro damals .Soweit ich mich erinnere fielen die Rückzahlung bei Steuern sehr gering aus und kamen einem staatlichen Almosen gleich .Zeitweise kamen auch kräftige Nachzahlungen auf mich zu ,wahrscheinlich wg.Vermietung einer kleinen Wohnung ( 250 Euro monatlich ) ausgelöst wurde die ganze Scheiße durch einen Bundesrichter , der beim BVG klagte weil er sich angeblich benachteiligt fühlte gegenüber Arbeitsnehmern , weil die mußten damls erst Steuern ab ca. 55000 Euro p.A. entrichten .Das BVG sprang seinem Beamtenkollegen bei gab der Regierung Schröder die Weisung jetzt auch Renten zu besteuern .Wie bei den Beamtenärschen sehen kann: Pack schlägt sich + verträgt sich ,hält aber gut zusammen ,wenn es um Vorteilsnahme geht
Beamtenpensionen mußten schon vorher versteuert werden, Renten nicht.
Wer oder was hat Dich denn gehindert, Beamter zu werden? Die wurden und werden (entsprechende Qualifikationen vorausgesetzt) doch immer gesucht, z.Zt. fehlen alleine ca. 50.000 Lehrer.
Die Regierung hätte auch auf die Versteuerung der Ruhestandsgehälter verzichten können, dann wäre der vom Gericht geforderte Gleichbehandlungsgrundsatz auch gegeben gewesen.
Richter sind keine Beamten. Und diejenigen die die Gesetze ändern sind auch keine Beamten.
Aber es ist ja so einfach, wenn auch idiotisch und falsch, den Beamten die Schuld zuzuweisen das die Renten versteuert wurden.
Der Steuerfreibetrag für die Renten und Versorgungsbezüge ist zu gering und müsste angepasst werden.
Meine Rentenbeiträge wurden während meines gesamten Berufslebens besteuert. Deshalb zahle ich nur Steuern auf Rentenerhöhungen. Heute ist das nicht mehr der Fall, sodass jetzt diese Renten jetzt besteuert werden. Was ist dran ungerecht?
Wir alle wollen einen intakten Staat, mit einer ordentlichen Infrastruktur. Also müssen Steuern gezahlt werden.
Wenn es ums "nehmen" geht, dann sind alle immer voll begeistert. Aber um es auch in das letzte Gehirn reinzukloppen: Wenn man "Geben" will, dann muß auch der Staat "Nehmen" und das geht nur über Steuern.
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