Pflege zu Hause: Welche Kosten Sie von der Steuer absetzen können

Dreiviertel der Pflegebedürftigen wird nach jüngsten Zahlen des Statistische ...
Dreiviertel der Pflegebedürftigen wird nach jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamtes zu Hause betreut.Foto-Quelle: pixabay
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Drei Viertel der Pflegebedürftigen in Deutschland wird zu Hause versorgt. Wichtig zu wissen ist, dass in diesen Fällen Steuererleichterungen geltend gemacht werden können. Sowohl wenn Angehörige die Pflege übernehmen als auch wenn es ambulante Pflegedienste tun. Worauf Sie achten sollten.

Gesetzliche und private Pflegeversicherungen übernehmen in der Regel die Pflegekosten beispielsweise für die Betreuung oder das Waschen der zu Pflegenden.

Was die Pflegeversicherung übernimmt

Die Kosten für Unterkunft und Verpflegung trägt der Pflegebedürftige selbst. Ist die Rente zu knapp und gibt es keine Rücklagen (bis zu 15.500 Euro bleiben unberücksichtigt), müssen Verwandte in gerader Linie für die Pflegeheimkosten aufkommen, also zum Beispiel Kinder für Eltern oder Enkel für Großeltern, wie die Vereinigte Lohnsteuerhilfe e. V. (VLH) mitteilt.

Bedingungen für außergewöhnliche Belastungen

Die Steuerexperten weisen weiter darauf hin, dass Pflegekosten, die nicht von der Versicherung übernommen werden, als außergewöhnliche Belastung von der Steuer abgesetzt werden können. Für außergewöhnliche Belastungen gibt es keine Grenze nach oben, allerdings gelten folgende Bedingungen:

  • Die pflegebedürftige Person ist vom Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) in einen Pflegegrad zwischen 1 und 5 eingestuft worden. Das klingt simpel, ist für die Beteiligten allerdings mit durchaus hohem administrativem Aufwand sowie mitunter längeren Wartezeiten verbunden.
  • AUSNAHME: Wer ohne offiziell eingestuften Pflegegrad kurzfristig auf Pflege angewiesen ist, kann die dadurch entstehenden Kosten ebenfalls als außergewöhnliche Belastungen geltend machen.
  • Nur die Krankheits- und Pflegekosten, die über die sogenannte zumutbare Eigenbelastung hinausgehen, sind als außergewöhnliche Belastungen absetzbar. Die Höhe der zumutbaren Belastung hängt davon ab, ob derjenige, der die Kosten geltend macht, verheiratet ist, Kinder hat und wie hoch der Gesamtbetrag der Einkünfte ist. Zu den außergewöhnlichen Belastungen zählen allein die Kosten für Pflege und Betreuung, NICHT für Kochen, Waschen oder Putzen.
  • TIPP: Legen Sie als Pflegender möglichst mehrere außergewöhnliche Belastungen in ein Steuerjahr.

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Haushaltsnahe Dienstleistungen

Kosten wie Kochen und Waschen, aber auch unter Umständen Gartenarbeit, Hausnotrufsysteme und betreutes Wohnen können als haushaltsnahe Dienstleistungen abgesetzt werden. Darauf müssen Sie achten:

  • Es gilt eine Deckelung: Absetzbar sind nur 20 Prozent einer Rechnung und maximal 4000 Euro pro Jahr.
  • Auf der Rechnung des Pflegdienstes oder der Pflegekraft müssen die Posten für Betreuung/Pflege und haushaltsnahe Dienstleistungen getrennt aufgeführt sein, damit sie entsprechend in der Steuererklärung eingeordnet werden können.
  • Falls eine ambulante Pflegekraft die häuslichen Arbeiten übernimmt, sollte diese

    unbedingt angemeldet

    sein, rät die VLH. Und zwar entweder bei der Mini-Job-Zentrale als 450-Euro-Kraft oder bei Finanzamt und Krankenkasse als sozialversicherungspflichtige Angestellte.
  • Arbeitet die Pflegekraft auf selbstständiger Basis, hat aber nur einen Auftraggeber, besteht die Gefahr der Scheinselbstständigkeit.

Der Pflege-Pauschbetrag für Angehörige

Pflegen Angehörige einen Verwandten mit Pflegegrad 4 oder 5 in den eigenen vier Wänden, steht ihnen der Pflege-Pauschbetrag zu. Der liegt bei geringen 924 Euro pro Jahr (seit 1998 nicht erhöht), Bedingung ist zudem, dass Angehörige für die Betreuung keine Bezahlung erhalten.

Weitere Informationen finden Sie bei der Vereinigten Lohnsteuerhilfe sowie bei pflege.de.

1 Kommentar

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Wieder so ein Beitrag aus der Rubrik Märchenstunde. Die Million Armutsrentner zahlen keine Steuern und können somit auch nichts absetzen. Pflege für die Meisten ein Fremdwort, bevor einer eine Pflegestufe bekommt muss er vergammeln. Beispiele, 85 Jahre Schrittmacher, beide Hüften und Knie erneuert, gehen nur mit Rollator und nur kurze Strecken. Pflegestufe keine, ohne Familie bliebe nur zu verkommen oder das Heim. Oder 67 mit Herzschwäche, Asthmatiker, Diabetiker, Knie kaputt, Bandscheiben OP und Schmerztherapie mit Opiaten, kann seine Wohnung im 3 OG nur selten oder gar nicht verlassen. Hilfe ist dringend von Nöten, Pflegestufe abgelehnt, als Armutsrentner nicht mal in der Lage nötige Medikamente die von Kassen nicht übernommen werden zu kaufen. Das ist das wahre Bild in Deutschland und nicht diese Märchengeschichten von Steuerermäßigung, die gibt es dann nur für die Reichen weil Genug ja nie Genug ist.
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