Online-Shopping: Experten warnen vor unterschiedlichen Preisen auf Handy, Tablet und PC

Online-Shopping: Experten warnen vor Dynamic Pricing - EU will härtere Regel ...
Online-Shopping: Experten warnen vor Dynamic Pricing - EU will härtere RegelnFoto-Quelle: Pixabay
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Von News Team

Nachmittags kostet der Fernseher 499 Euro, abends sind es 549 Euro. Am PC ist der Mixer für 89 Euro zu haben, auf dem Tablet für 94 Euro. Und das alles beim selben Händler. Was viele Kunden beim Shopping irritieren mag, heißt in der Fachsprache "Dynamic Pricing" und ist inzwischen die Regel bei vielen Online-Shops. Experten verraten, wie man trotzdem günstig im Netz einkaufen kann und worauf dabei zu achten ist.

Laut einer Studie der Softwarefirma Minderest kann sich der Preis eines Händlers - etwa von Amazon - bis zu hundertmal am Tag ändern. Das liegt daran, dass Online-Shops via Cookies Informationen über Besucher beziehungsweise Kunden sammeln - auch wenn diese nicht eingeloggt sind. Zeigt ein potenzieller Käufer Interesse an einem Artikel - etwa durch wiederholtes Aufrufen der Produktseite - kann der Preis im Laufe der Zeit steigen.

Suchergebnisse in der App anders als am PC

Ein ähnliches Phänomen erleben Nutzer von Unterkunftsportalen wie Booking. Ein Wissenschaftler der Ludwig-Maximilians-Universität München fand zum Beispiel heraus, dass Kunden, die in der App nach Hotels suchen, bei den Suchergebnissen oben teurere Unterkünfte sehen. Im Browser ist das Ergebnis umgekehrt. "Suchen und runterscrollen auf dem Smartphone ist aufwendig", sagt Lukas Stich im Gespräch mit "Bayern 2". Wer mehr Zeit investiere, sei im Vorteil.

Stammkunden müssen oft mehr zahlen

Eine andere Methode, weniger für im Web angebotene Artikel zu bezahlen, ist über die Suchmaschine Google. Bei vielen Online-Händlern erhalten potenzielle Kunden, die via Google Shopping auf die Webseite gekommen sind, günstigere Preise als Kunden, die direkt auf der Webseite des Händlers nach dem Produkt gesucht haben. Hier wird angenommen, dass bei Stammkunden die Zahlungsbereitschaft größer ist als bei Neukunden, die von einer Suchmaschine vermittelt wurden.

Keine Schnäppchenjagd mit dem Tablet

Ähnliches gilt für Verbraucher, die gerne mit dem Tablet auf Schnäppchenjagd gehen. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat zum Beispiel bei einem Test herausgefunden, dass Kunden, die via Tablet eingekauft haben, oft einen höheren Preis bezahlen mussten für ein Produkt als Kunden, die den gleichen Artikel am PC kauften. Hier scheint das Endgerät durchaus eine Rolle bei der Preisgestaltung zu spielen.

Verbraucherschützer unzufrieden

Während sich Händler mit Dynamic Pricing höhere Erlöse versprechen, ist diese Flexibilität bei der Preisgestaltung Verbraucherschützern ein Dorn im Auge. "Es gibt keinen fairen Handel auf Augenhöhe", sagt Tatjana Halm von der Verbraucherzentrale Bayern. "Dafür besteht ein zu großes Informationsungleichgewicht zwischen Kunden und Händler." Es werde nicht offen gelegt, wie die Preise gemacht werden.

Europäische Union will klare Regeln

Deshalb will die Europäische Union nun im Rahmen einer weitgehenden Anpassung der Verbraucherschutzrechte die Transparenzvorgaben für Händler verschärfen. So sollen Webshops dazu verpflichtet werden, Kunden über Dynamic Pricing vorab zu informieren. "Wenn das in den Nutzungsbedingungen verschwindet, wird das wahrscheinlich nicht reichen", sagte aber eine Sprecherin der Arbeiterkammer Wien im Gespräch mit dem österreichischen "Standard".

Dynamic Pricing: Worauf Kunden achten sollen

Obwohl die flexible Preisgestaltung im Internet für Verbraucher noch sehr intransparent ist, gibt es einige Tricks, die beim Umgehen von Dynamic Pricing helfen:

  • Regelmäßig Cookies im Browser löschen beziehungsweise im Inkognito-Modus surfen: Durch Cookies können Webshops Informationen über Besucher speichern, auch wenn diese nicht eingeloggt sind.
  • Preise im Browser und in der App miteinander vergleichen: Je nach Verkaufsstrategie können Händler ihre unterschiedliche Preise anzeigen, um etwa die Nutzung der Webseite oder der App zu fördern.
  • Vergleichsportale nutzen: Wer nicht unter Zeitdruck steht, sollte den Service von Vergleichsportalen nutzen, um Angebote bezüglich versteckter Kosten aber zum Beispiel auch Versand zu durchleuchten.

Quellen: Bayerischer Rundfunk, Der Standard

1 Kommentar

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Ist die Konsequenz eines völlig danebenliegenden sogenannten "Datenschutzes" Die Cookies sind nicht das als das sie durch die, die sie einsetzen angegeben werden, sondern erlauben es zum Beispiel Onlineshops genau so kriminell vorzugehen ohne dafür erst einmal heimlich Spy Software zu installieren. Cookies sind Spy Software die wir sogar erlauben. Andere wiederum installieren sie einfach ohne zu fragen. Am schlimmsten sind dabei die größeren und großen Händler. Die gewähren dir erst dann den vollen Zugang wenn du ihnen offiziell die Genehmigung für die Cookies gibst. "Sie benutzen einen Adblocker". Den habe ich noch nie benutzt. Werbung ist bei mir immer. Aber ich benutze Kaspersky Protection zum untersagen von Datensammlungen. Da dies den Seitenbetreibern missfällt wird mir der Zugang zu vielen Seiten verwehrt. Zur Zeit versuchen jetzt gerade hier 6 Unternehmen Zählpixel zu setzen und 3 Werbeagenturen versuchen vergeblich Daten über mein Konsumverhalten zu sammeln. wie steht es dort geschrieben "Erkannte Versuche zu Datensammlung: 9". Denn es war bei mir damit aber nichts.
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