Pensionskassen in Gefahr: "Niedrigzinsen sind ein Angriff auf die Altersvorsorge"

Rentner in Sorge: Pensionskassen sind durch die aktuelle Niedrigzinsphase be ...
Rentner in Sorge: Pensionskassen sind durch die aktuelle Niedrigzinsphase besonders betroffen, so ExpertenFoto-Quelle: obs/SWR - Das Erste/Ralf Hirschberger
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Von News Team

Die aktuelle Niedrigzinsphase macht zunehmend Pensionskassen zu schaffen. Deren Geschäftsmodell sei in Gefahr, sollten die Zinsen weiter auf dem derzeit niedrigen Niveau verharren, sagte Frank Grund von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) dem Politikmagazin "Report Mainz", das an diesem Dienstag (3. Dezember 2019) ausgestrahlt wird.

"Wir beobachten die Situation mit Sorge", so Frank Grund, der Exekutivdirektor Versicherungs- und Pensionsfondsaufsicht bei der BaFin ist.

Erste Leistungskürzungen für Versicherte

Aktuell stehen demnach 31 Pensionskassen unter "intensivierter Aufsicht" der BaFin. Bei drei Pensionskassen habe dies für Versicherte bereits zu ersten Leistungskürzungen geführt.

Dabei handelt es sich um teilweise erhebliche Beträge: So wurden die Leistungen bei der Pensionskasse der Caritas mitunter um mehr als 300 Euro im Monat gekürzt, berichtet Report Mainz.

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Alles andere als Peanuts also: Die Leistungskürzungen der Pensionskasse der Caritas liegen nach ihren eigenen Angaben für die Mehrheit der Versicherten zwischen 10 und 30 Prozent.

Das hat Auswirkungen auf Unternehmen und einzelne Versicherte gleichermaßen: Im Fall einer Betriebsrente muss der Arbeitgeber für die durch die Leistungskürzung entstandene Differenz einspringen.

Bei einer privaten Altersversorgung - etwa bei Selbstständigen - gibt es keinen Ausgleich durch Dritte. Versicherte verlieren also Geld, mit dem sie bereits fest gerechnet haben.

"Es wurden Fehler gemacht"

Um ihre Mitglieder über die Kürzungen zu informieren, habe die Pensionskasse der Caritas im Herbst ein Informationsschreiben verschickt, berichtet das ARD-Politikmagazin.

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In dem Schreiben heißt es: "In der Rückschau wurden die Rahmenbedingungen und Risiken sowie die Niedrigzinsphase falsch eingeschätzt. Es wurden Fehler gemacht. Dafür entschuldigen wir uns bei Ihnen."

Auch andere Rentenexperten sehen die Situation mit Sorge: "Niedrigzinsen und Negativzinsen sind ein Angriff auf die Altersvorsorge", so das Urteil des Wirtschaftsprofessor Gerald Mann von der "FOM Hochschule München".

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Wer für das Alter vorsorgen wolle, stelle fest, dass diese Produkte eine immer geringere Rendite abwerfen würden.

"Das kann bei einigen Leuten, die es sich nicht leisten können noch mehr zu sparen, dazu führen, dass eine Versorgungslücke im Alter entsteht, so der Professor.

Vorsicht vor Anlagebetrug

Und auf noch eine wenig bekannte Nebenwirkung der Niedrigzinsphase weist er hin: Anlagebetrug.

Im Video:

Rentenniveau, Versorgungslücke, Eckrentner - Die wichtigsten Renten-Fragen einfach erklärt


Derzeit sei es für "unseriöse Anbietern von Finanzanlageprodukten" leichter, Kunden zu finden als in Zeiten mit normalen Zinsen.

Warnung des Bundeskriminalamts

Diese Einschätzung des Wissenschaftlers scheinen Zahlen des Bundeskriminalamts (BKA) zu bestätigen: "Die Verbreitung von in betrügerischer Absicht angebotenen Anlagemöglichkeiten über das Internet und Soziale Medien nimmt zu", teilt das BKA auf Anfrage von Report Mainz mit.

Dabei bieten Kriminelle zum Schein Geldanlagen an - etwa Finanzprodukte wie Differenzkontrakte, Binäre Optionen, virtuelle Währungen und Initial Coin Offerings.

Das BKA warnt: "Es ist von einem erheblichen Dunkelfeld auszugehen."

"Report Mainz", Dienstag, 3. Dezember 2019, 21:45 Uhr, ARD. Anschließend in der ARD-Mediathek.

5 Kommentare

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Ich habe niiiiie in eine Renten- oder sonstige Kasse eingezahlt/gespart! Selbst ist die Frau/der Mann! Angelegen war die wohl bessere Entscheidung! Es tun mir die Leute leid, die jetzt fast ohne ihr Gespartes da sitzen! Furchtbar!
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Es gibt eine tolle und sehr Sinnvolle Bewegung ! Friday against Altersarmut.
Und die zahlen das verlorene Geld?
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Wenn man das Bilderberger Programm gelesen hat, die EU-Beschlüsse ließt, dann wissen wir doch alle, dass diese EU-Parlamentarier das Bargeld abschaffen wollen, damit sie schneller bei den Banken unser Geld abräumen können. Unser früherer Kassenwart Schäuble hat doch unser Geld schon längst verpfändet, alles still und heimlich. Eines Tages kommt wieder ein Zusammenbruch der Währungen und das Geld geht dabei flöten. Unsere Politiker schaffen Ihr Geld nach Lichtenstein oder nach Norwegen, dort ist es in Sicherheit.
Jo. Alles Betrüger, Lumpen und Gauner. Und alle haben sich verschworen. Ganz heimlich, still und leise. Nur dir haben sie es verraten. 😉
Moin und einen schönen Tag!
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