Krankenkassen machen Milliarden-Defizit - Beitragserhöhung droht

Gesetzliche Krankenkassen verbuchen Milliarden-Defizit.
Gesetzliche Krankenkassen verbuchen Milliarden-Defizit.Foto-Quelle: Pixabay
News Team
Von News Team

Für gesetzlich Versicherte war es ein gutes Jahr. Dank Gesetzesänderungen hat sich die Versorgungsleistung deutlich verbessert. Allerdings zu Lasten der Krankenversicherungen. Und die schlagen jetzt Alarm. Denn erstmals seit 2015 verbuchen die gesetzlichen Krankenkassen ein Defizit. Höhe: über eine Milliarde Euro. Die GroKo hält dagegen: Krankenkassen seien keine Sparkassen. Doch jetzt drohen den Versicherten höhere Beiträge.

Die Entwicklung der Ausgaben sei „alarmierend, sagte Doris Pfeiffer, Vorstandschefin des Verbandes der gesetzlichen Krankenkassen, der Funke-Mediengruppe.

Ein Grund hierfür sei der medizinische Fortschritt aber auch die teuren Gesetze der Bundesregierung. Selbst Rekordeinnahmen konnten die Kosten nicht kompensieren. "Allein durch das Termin-Servicegesetz und das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz kommen auf die Krankenkassen im nächsten Jahr rund fünf Milliarden Euro an Mehrausgaben zu“, so Pfeiffer.

Im Vergleich: 2018 verzeichneten die Kassen laut Gesundheitsministerium noch ein Plus von zwei Milliarden Euro. Im ersten Halbjahr 2019 belief sich das Minus auf 544 Millionen, nach neun Monaten bereits auf 741 Millionen Euro.

Krankenkassen: Rücklagen viermal so hoch wie notwendig

„Krankenkassen sind keine Sparkassen, sondern bieten Serviceleistungen für ihre Versicherten“, rechtfertigte Bärbel Bas, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion die neuen Gesetze.

Für eine bessere Versorgung der Versicherten seien Rücklagen in Höhe von rund 21 Milliarden Euro abgebaut worden. Tatsächlich betrugen die Finanzreserven im September 2019 20,6 Milliarden Euro und damit viermal so viel wie die gesetzlich vorgeschriebene Mindestreserve. Die Bundesregierung plant auch im kommenden Jahr, diese Rücklagen weiter zu reduzieren.

Steigende Beiträge befürchtet

Die Opposition befürchtet jedoch mittelfristig steigende Beträge. Bei FDP-Fraktionsvize Michael Theurer schrillen die „Alarmglocken“.

Die GroKo, allen voran Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU), hätten Leistungen massiv ausgeweitet und Kosten damit in die Zukunft verschoben. „Das rächt sich nun und wird bald zu steigenden Beträgen und damit zu zusätzlichen Belastungen führen.“ Spahn müsse Kosten reduzieren, zum Beispiel durch Digitalisierung von Gesundheit und Pflege.

Kosten sparen ist tatsächlich dringend notwendig. Denn laut einer Prognose im Auftrag der Bertelsmann Stiftung würden die Krankenkassen im Jahr 2040 ein Defizit von knapp 50 Milliarden Euro verbuchen, wenn die Politik nichts ändert. Um diese Mehrausgaben zu decken, müsste der Beitragssatz von aktuell 14,6 Prozent auf 16,9 Prozent steigen. Der Verband der gesetzlichen Krankenkassen kündigte bereits zu 2021 eine Erhöhung der Zusatzbeiträge an.

Demografische Entwicklung schuld an steigenden Kosten

Derzeit scheint kaum ein Weg um Beitragserhöhungen herum zu gehen. Denn die demografische Entwicklung sorgt dafür, dass Menschen immer älter werden und dementsprechend mehr Gesundheitsleistungen in Anspruch nehmen. Zudem werden in den kommenden Jahren die GKV-Einnahmen sinken, wenn die geburtenstarken Jahrgänge das Rentenalter erreichen und damit nur noch geringere Beiträge zahlen.

Als eine weitere Möglichkeit, Kosten zu sparen, schlägt Stiftungsexperte Stefan Etgeton vor, Überkapazitäten im Klinikbereich abzubauen.

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autoren wize.life

2 Kommentare

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na ja das kommt davon wenn die reserven in bitcoin angelegt werden im klartext war klartext welche buchhaltung, steuerberater oder politische partei, hat in der vergangenheit von milliarden von euros in der reserve rumposaunt. was war eigentlich zweck und absicht eines solchen schweren betruges????
Die Krankenkassen sollten die Vorstandsgehälter niedriger gestalten,dann hätten diese nicht so hohe Kosten!
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