Pay-Gap: Männer bleiben Haupt-Verdiener - auch wenn Frauen arbeiten

Brötchen verdienen - immer noch hauptsächlich Männersachen bei Paaren
Brötchen verdienen - immer noch hauptsächlich Männersachen bei PaarenFoto-Quelle: Pixabay
News Team
Von News Team

Früher waren die Aufgaben in der Familie klar verteilt: Papa schaut, dass Geld reinkommt. Mama erledigt den Rest. Und heute - teilen sich Paare ja wohl die Aufgaben. Insofern müssten eigentlich Mann und Frau in etwa das gleiche Einkommen haben? Doch weit gefehlt, wie das Deutsche Zentrum für Altersfragen nun mitteilt.

Der Beitrag von Frauen zum Haushaltseinkommen bleibt demnach weiterhin hinter dem der Männer zurück und liegt zwischen 35 (Westdeutschland) und 45 (Ostdeutschland) Prozent. Das hat ein Team aus vier Wissenschaftlerinnen (Martina Dieckhoff, Vanessa Gash, Antje Mertens und Laura Romeu Gordo) herausgefunden, das sich die Entwicklung der Einkommensverteilung zwischen den Geschlechtern in Paarhaushalten von 1992 bis 2016 genau angeschaut hat.

Immerhin: Sowohl in Ost- als auch in Westdeutschland ist eine Zunahme an Doppelverdienerhaushalten in diesen 24 Jahren zu verzeichnen. In Westdeutschland ist der Anteil von 51 Prozent im Jahr 1992 bis auf rund 79 Prozent in 2016 angewachsen und liegt damit ähnlich hoch wie in Ostdeutschland. Hier gab es von einem höheren Ausgangsniveau von 63 Prozent ausgehend im Jahr 1992 einen Zuwachs auf 78 Prozent.

Mehr Teilzeit und bessere Kinderbetreuung

In beiden Teilen ist der Anstieg von 2005 an stärker verlaufen als in den Jahren zuvor. Dies fällt mit der Einführung der Hartz-Reformen, einer stärkeren Deregulierung des Arbeitsmarkts und die damit verbundene Zunahme an Teilzeitbeschäftigung sowie einer Zunahme an Möglichkeiten zur Kinderbetreuung zusammen.

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In Fragen der Geschlechtergerechtigkeit spielen der Mitteilung zufolge das Erwerbsverhalten von Frauen und ihre Zugangs- und Arbeitsmarktchancen eine tragende Rolle: mit Konsequenzen für ihre finanzielle Unabhängigkeit und im Hinblick auf ihre Altersvorsorge. Dies gilt auch für Paarhaushalte.

Hier herrschte lange Zeit das Modell des männlichen (Allein-)Ernährers vor, in dem Frauen allenfalls einen Zuverdienst zum Haushaltseinkommen erbrachten. Dieses Modell setzt Frauen und ihre Kinder einem Armutsrisiko im Falle einer Trennung aus, und auch unser Rentensystem benachteiligt Hinterbliebene in Partnerschaften, wenn sie weniger eigene Rentenanwartschaften aufbringen als die Hauptverdiener.

Pay-Gap weiterhin groß

Der Verdienstunterschied in Paarhaushalten scheint ziemlich veränderungsresistent: Ein Zuwachs an Einkommensgleichheit ist kaum zu verzeichnen, obwohl die Partnerschaften in der Mehrheit homogen hinsichtlich ihrer Bildungsabschlüsse und damit ihres Verdienstpotentials sind.

In beiden Teilen Deutschlands ist der Anteil am Haushaltseinkommen von Frauen geringer als der von den Männern. In Westdeutschland lässt sich ein geringfügiger Anstieg bei den Frauen um drei Prozentpunkte von rund 32 Prozent auf rund 35 Prozent verzeichnen. In Ostdeutschland ist der Einkommensunterschied in der Partnerschaft geringer, der Anteil der Frauen am Haushaltseinkommen hat aber um ein Prozentpunkt abgenommen (von 44% auf 43%).

Fazit der Forscherinnen: "Insgesamt zeigt die Studie eine persistierende ökonomische Ungleichheit in doppelverdienenden Paarhaushalten, die robust gegen politischen und institutionellen Wandel zu sein scheint."

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1 Kommentar

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Hallo Leute
Es ist immer wieder erstaunlich was hochbezahlte Wissenschaftler für Themen wissenschaftlich bearbeiten die jeder normale
Bürger so ohne Forschung beantworten könnte.
Beispiel 1:
wenn ein Ingenieur eine Bäckereifachangestellte aus Liebe
heiratet und beide arbeiten weiter,
so hat der Mann natürlich den größeren prozendualen Anteil beim Gesamteinkommen.
Und so gibt es sehr viele männliche Berufe die besser gezahlt werden.
Beispiel 2 :
natürlich war die Doppelbeschäftigung 1992 im Osten
höher als im Westen.
Die frühere DDR brauchte Beschäftigte und der Aufenthalt der kinder im Osten war hervorragend.
Das der Westen jetzt aufgeholt hat ist auch logisch,da ein Einkommen nicht mehr reicht und die Kinder mittlerweile auch Anspruch auf einen kindergartplatz haben.
FAZIT Die Ergebnisse der 4 Wissenschaftler könnte man auch ohne grossen wissenschaftlichen Aufwand wrhalten.
Schade um den Aufwand und das entsprechende Geld.
Wir habens ja
Die Wissenschaftler müssen ja beschäftigt werden.
Gruß
Karl-Heinz
der alte Sack
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