Riester-Rente: So wenig bekommen Sparer heraus

Viele Riester-Sparer erfahren erst kurz vorher, wie hoch die monatliche Rent ...
Viele Riester-Sparer erfahren erst kurz vorher, wie hoch die monatliche Rente ist, die sie bekommenFoto-Quelle: fotogestoeber - Fotolia
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Die Riester-Rente war eigentlich als Lückenbüßer vorgesehen. Durch die staatlich geförderte private Vorsorge sollte das Loch geschlossen werden, das wegen der Kürzungen bei der Rente in Geldbörsen von Ruheständlern klafft. So hatten es sich Politiker bei der Einführung 2002 gedacht. Doch das Ziel wird oft verfehlt.

Überhaupt birgt die Riester-Rente für einige Sparer zahlreiche Überraschungen.

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Mangelnde Transparenz bei vielen Riester-Angeboten - das ist eigentlich von Beginn an einer der Hauptkritikpunkte an der nach dem damaligen Bundesarbeitsminister Walter Riester (SPD) benannten Altersvorsorge, die 2002 eingeführt wurde.

Höhe der Rente ist lange unklar

Was auch an den oft komplexen Verträgen liegt, die für Otto Normalverbraucher in all ihren Details nur schwer zu durchdringen sind.

Auch bleibt eine entscheidende Frage lange Zeit ohne konkrete Antwort: Wieviel Geld bekomme ich im Ruhestand für meine angesparte Riester-Rente ausgezahlt?

Die genaue Höhe des monatlichen Betrags erfahren Sparer mit Riester-Verträgen häufig erst kurz bevor sie in Rente gehen - mitunter erst drei Monate davor. Bis dahin haben die Anbieter der Verträge, also Banken, Versicherer oder Fondsgesellschaften, Zeit, um dem Sparer ein Angebot zu machen, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" (SZ).

Die genaue Höhe hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • wie viel der Sparer eingezahlt hat
  • wie lange er in seinen Riester-Vertrag eingezahlt hat
  • wie hoch die staatlichen Zulagen waren
  • der Höhe der Zinsen
  • den Kosten des Anbieters

Einen groben Anhaltspunkt über die Höhe der durchschnittlichen Riester-Rente in den kommenden Jahren bietet der aktuellste Rentenbericht der Bundesregierung auf Seite 39.

Demnach erhält ein Riester-Sparer, der in diesem Jahr in Rente geht, im Schnitt monatlich 113 Euro Riester-Rente. Dieser Betrag soll den Prognosen zufolge in den kommenden Jahren stetig ansteigen, ein Neu-Rentner des Jahres 2033 dann jeden Monat durchschnittlich 324 Euro aufs Konto überwiesen bekommen. Soweit die Prognose.

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Doch diese Zahlen taugen nur bedingt zur Vorhersage. Das Problem verbirgt sich in der Fußnote: Denn den Berechnungen liegt ein Standardrentner zugrunde, der 4 Prozent - den möglichen Maximalbetrag - seines Einkommens für die Riester-Altersvorsorge aufgebracht hat, um die volle staatliche Förderung mitzunehmen. Tatsächlich riestern in dieser Höhe nur die wenigsten.

Riester-Renten fallen vermutlich geringer aus

Selbst den Mindestbetrag von 60 Euro pro Jahr stecken viele aktuell nicht mehr in ihre Riester-Verträge: Rund 20 Prozent der insgesamt 16,5 Millionen Riester-Verträge ruhen der SZ zufolge derzeit.

Auch die für die Berechnung zugrunde gelegten Zinsen - 2,5 Prozent zwischen 2017 und 2021, dann bis 2024 ein schrittweiser Anstieg auf 4 Prozent - sind aus heutiger Sicht ziemlich unrealistisch.

Bedeutet: Die Riester-Renten werden vermutlich in den kommenden Jahren zumeist geringer ausfallen als in dem Rentenversicherungsbericht prognostiziert.

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Vielen Sparern sei nicht bewusst, dass für das angesparte Riester-Vermögen meist nur geringe Renten gezahlt werden, zitiert die SZ den Altersvorsorgeexperten Thomas Hentschel von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen: "Erst jüngst kam ein Verbraucher zu mir, der hatte 30 000 Euro Kapital angespart und bekam eine Riester-Rente von 85 Euro monatlich. Der hat sich doch sehr gewundert."

"Riester-Rente reicht nicht aus, um Rentenlücke zu schließen"

Das ursprüngliche Ziel wird nach Ansicht von Experten häufig verfehlt. "Die Riester-Rente reicht nicht aus, um eine Rentenlücke zu schließen", so Hentschel gegenüber der SZ.

Zumal die Riester-Rente komplett versteuert werden muss.

Bei der Auszahlung ihrer angesparten Riester-Rente haben Rentner die Möglichkeit, sich 30 Prozent des Gesamtkapitals zu Beginn des Ruhestands auf einen Schlag auszahlen zu lassen. Nur der Rest der Summe wird verrentet.

Riester-Rente: Möglichkeit der Einmalzahlung

Dafür spricht das Motto: Was man hat, hat man. Denn niemand weiß, wie lange er oder sie leben und von einer zusätzlichen monatlichen Riester-Rente profitieren wird, die im Ruhestand lebenslang ausgezahlt wird.

"Damit entzieht man dieses Geld dieser Wette auf das lange Leben ", so bringt es der Altersvorsorgeexperte Merten Larisch von der Verbraucherzentrale Bayern in der SZ auf den Punkt und rät Sparern, diese Möglichkeit in Betracht zu ziehen.

Riester-Rente muss komplett versteuert werden

Gegen die Einmalzahlung spricht unter Umständen, dass sich dadurch in der Folge die monatlich ausgezahlte Riester-Rente verringert.

Und: Da die Riester-Rente zu 100 Prozent versteuert werden muss, erhöht sich im Jahr des Bezugs der Einmalzahlung das Einkommen des Sparers - und damit dessen Steuersatz.

Deshalb rät der Experte Merten Larisch von der Verbraucherzentrale in der SZ: "Man sollte die Auszahlung daher möglichst ins erste vollständige Jahr des Rentenbezugs verschieben."

Eine solche Verschiebung kann man demnach mit dem Anbieter des Riester-Vertrags vereinbaren.

Der Vorteil: Im ersten Jahr, in dem ein Ruheständler ausschließlich Rente bezieht, sei der Steursatz in der Regel geringer als während der Berufstätigkeit.

Im Video: Rente mit 63 - Was Sie tun müssen, damit der Traum Wirklichkeit wird

22 Kommentare

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Die Werbung dafür war für mich schon immer fragwürdig ...,
Deshalb bin ich zum Glück nicht drauf reingefallen .....
Jeder hat nen eigenen Kopf und ist selbst schuld , wenn er ......
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Ich habe mich auf solch ein Müll nicht eingelassen.Was habe ich davon wenn ich die Altersrente und Riesterente kriege und darauf auch noch Steurn zahlen muss.
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Ich bin ein großer Anhänger des Solidarsystems. Das heißt eine funktionierendes gesetzliches Rentenversicherungs -System ist einem System überlegen, in dem andere für einen Angespartes verwalten!
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So geht Realpolitik am Volk vorbei und in die Taschen der Günstlinge. Der Letze der das gerade bei der Deutsche Bank praktiziert ist Siegmar Gabriel, den die Reputation seiner Partei auch nicht mehr schert.
warum auch ... ist der ruf erst ruiniert, lebt`s sich völlig ungeniert !
ist eben so und war schon immer so.......
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lächel... hat doch für riester,rürup, maschmeyer und co. unter der regiede von schröder prima geklappt.
die leute wurden "abgezock und angesch...... ". auf deutsch gesagt!
nun kommt der nächste "Merz" der will die aktien andrehen, immer lustig weiter so vereint mit der EBZ. irgendwie muss man doch an das geld der leute rankommen .
unglaublich was hier so abläuft und die leute immer noch keine " gelben westen" an haben. würde vielleicht mal so langsam zeit...........
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Die Riester-Rente ist umstritten, aber wurde seinerzeit "hochgelobt".
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Haupsache diese sogenannte vom volk gewählte regierung bekommt genung geld im monat klar die Rentner welche dieses land aufgebaut haben sind der letzte dreck in deren augen
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https://vorunruhestand.de/2019/12/ri...-die-rente/ Das sagt alles aus. Riester ist eine Ruine
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Der einzige, bei dem die Kasse geklingelt hat, ist Riester.
Nee, da hatten die Versicherungen und die Vertreter 'ne ganze Menge davon!
Ja, wenn die Politik damals Vesicherungsbosse mit dem Thema beauftragt hat, dann wurde ja was sehr gutes darau: nämlich jede Menge Geld für die Versicherungsvertreter..... und die Politik dürfte sich auch über Spenden (absetzbar von der Steuer) gefreut haben.
Aber man will ja nur und ständig unser Bestes: unser Geld, das vom kleinen Mann...... Davon gibt es mehr an Masse als von den Reichen.
Früher lebte der Adel in Saus und Braus - heute die 10 % der Bürger hier mit 90 % des Vermögens....
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Der größte Betrug aller Zeiten.... mit ihm, C.M., G.Sch. usw, gehören alle in den Knast.
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