Länger arbeiten: Politiker wollen Rente an Lebenserwartung koppeln

Die Union das Renteneintrittsalter an die Lebenserwartung koppeln
Die Union das Renteneintrittsalter an die Lebenserwartung koppelnFoto-Quelle: Bernhard Richter - Fotolia
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Längeres Arbeiten bis zur Rente, höhere Renteneinzahlungen für Geringverdiener, um die Grundrente überflüssig zu machen, mehr private Vorsorge: Wenn es nach Unions-Politikern geht, soll sich bei der Rente viel ändern.

Die Arbeitsgruppe der CDU/CSU-Fraktion hat ein Positionspapier erarbeitet als Beitrag für die Rentenkommission der Regierung, wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet. Das Papier liegt der Deutschen Presseagentur vor. Hier ein Überblick über die Reformvorschläge, die unter anderem die Regelaltersgrenze und die Grundrente betreffen.

Eintritt ins Rentenalter

Das Rentenalter soll nach einem Vorstoß der Arbeitsgruppe der CDU/CSU-Fraktion an die steigende Lebenserwartung gekoppelt werden. Heutige Gesetzeslage ist ein Anstieg auf 67 Jahre bis 2029. Nach dem Vorstoß der Unionspolitiker soll ein Anstieg der Lebenserwartung unter Berücksichtigung der ökonomischen Entwicklung jeweils zur Hälfte zwischen Arbeits- und Rentenzeit aufgeteilt werden. "Erhöht sich also die Lebenserwartung um ein Jahr, erhöht sich die Regelaltersgrenze der Rente um sechs Monate", zitiert dpa aus dem Papier.

Wer länger als bis zur Regelaltersgrenze arbeitet, soll (ein bisschen) stärker belohnt werden: Der heutige Zuschlag von 0,5 Prozent würde demnach auf 0,6 Prozent steigen.

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Höhere Rentenbeiträge statt Grundrente

Die geplante Grundrente soll auf Dauer überflüssig gemacht werden, wenn es nach den Unionspolitikern. Nach heutigem Stand garantiert eine Beschäftigung zum Mindestlohn [derzeit 9,35 Euro] auch nach 40 Jahren keine Rente über der Grundsicherung. Deshalb sollten Arbeitgeber für Geringverdiener höhere Rentenbeiträge zahlen, heißt es im Papier. Konkret müssten die Rentenbeiträge an einem definierten Mindestwert bemessen werden, der höher liegt als der Mindestlohn: 2020 sollten dies beispielsweise mindestens 14,70 Euro pro Stunde sein, so die Arbeitsgruppe. Auf den Differenzbetrag zwischen tatsächlichem Lohn und Mindestwert sollten die Arbeitgeber den vollen Rentenbeitrag zahlen. Damit ergebe sich bei einem Mindestlohnempfänger nach 40 Jahren eine Rente von rund 1000 Euro.

Geringverdiener würden durch die Mindestbeitragsbemessungsgrundlage künftig höhere Rentenanwartschaften aufbauen, was die Grundrente langfristig überflüssig machen. Arbeitgeber müssten zwar Mehrkosten tragen, jedoch nicht so viele, wie wenn der Mindestlohn insgesamt angehoben würde.

Private Vorsorge soll verstärkt werden

Für die eigene Vorsorge durch Betriebsrenten und private Absicherung soll es mehr Anreize und mehr "verpflichtende Elemente" geben. So würde beispielsweise die Riester-Rente, deren Nachfrage sinkt, in eine "Zulagen-Rente" verwandelt: Die staatlichen Zulagen sollen nicht mehr beantragt, sondern je nach eingegangenen Beiträgen automatisch berechnet werden.

Selbstständige sollen in Rentenversicherung einzahlen

Weiter schlägt die Arbeitsgruppe dem Bericht zufolge vor, Selbstständige in die Rentenversicherung miteinzubeziehen - derzeit geschieht dies auf freiwilliger Basis - und die Renten wegen Erwerbsminderung zu verbessern.

Krach in der Rentenkommission

Die Vorschläge sollten Denkanstöße für die Rentenkommission sein, die im März ihre Vorschläge präsentiert. Nach "Spiegel"-Informationen gibt es innerhalb der Rentenkommission einige Wissenschaftler, die ebenfalls eine Koppelung der Rente an die durchschnittliche Lebenserwartung vorschlagen – etwa zwei Jahre länger Arbeit bei drei Jahren steigender Lebenserwartung. Allerdings ist dieser dem Vernehmen nach ein großes Streitthema innerhalb der Kommission.

Abgesehen davon hatte sich die SPD bereits in der Vergangenheit darauf festgelegt, dass mit ihr das Renteneintrittsalter über 67 Jahre hinaus nicht verlängert werde.

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96 Kommentare

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Dazu kann ich nur sagen, ich bin heilfroh dass ich bereits in Rente bin und diesen Quatsch nicht mehr mitmachen muss, denn das ist pure Verachtung gegenüber den Geringverdienern. Denn wenn man in der untersten Gehaltsklasse ein 1/2 Jahr länger arbeitet (sofern man dazu gesundheitlich in der Lage ist) bringt das in der Rente sozusagen null-nassing-nichts....
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Hallo Leute
Der Ansatz, dass wenn die Bevölkerung im Schnitt 2 jahre länger lebt, 1 Jahr länger arbeiten soll ist im Prinzip richtig.
Nur....die Ausführung ist falsch.
Zur Zeit kann jemand nach 35 Jahren frühstens zwischen 65 bis 67 Jahren in Rente gehen. (Alterrente)
Und das ist der Fehler.
Wenn Beschäftigte mit 15 Jahren angefangen haben zu arbeiten, so müsste der Beschäftigte schon mit 60 Jahren in Rente gehen können.
Wenn unsere Elite bis 35 Jahren studiert muss er eben bis 70 jahren arbeiten oder Abstriche hinnehmen.
Wenn man jetzt feststellt das die Lebenszeit sich um 2 Jahre erhöht hat, muss in unserem Beispiel der Beschäftigte jetzt bis 61 Jahren arbeiten und die Elite bis 71 Jahren.
Das wäre gerecht.
Gruß
Karl-Heinz
der alte Sack
Die Elite studiert nicht bis 35 Jahre. Das ist vollkommender Quatsch. Heutzutage studiert man vieleicht 5 bis 6 Jahre. Daher endet das Studium meist in der Mitte der 20er.
Lieber Jo,
gehe mal in die Universitätsstadte und betrachte die Herren Studenten. Hoffentlich gehen sie nicht gleich nach Ihrem Studium in Rente. Ich hatte mal einen Studenten im Haus, der war nach 5 Jahren noch nicht fertig. Auf meine Frage wie lange er noch studieren wolle, sagte er, noch mindestens 4 Jahre wird er benötigen.
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Es ist genug Geld im Staatssäckel.
Jeder Rentner hat mindestens 1400 € netto zu bekommen Steuerfrei.
Steuer auf Rente ist eine Frechheit !!! Diese wurde beim Einzahlen bereits versteuert.
Kein Geld aus der Rentenkasse für andere Zwecke,kein Geld in andere Länder verschenken,Asylschmarotzer abschieben,wer keine Papiere aber Smartphon hat keine Einreise,Politiker für Fehlentscheidungen haftbar machen,Diäten deckeln,nicht jeder Politiker seperat mit einem Flugzeug und die Dienstwagen hinterher fahren alle in ein Flugzeug und Leihwagen oder Taxi,wann nicht selber bezahlen.
Was ich vergessen habe .
Rente ab 60 Jahren länger keines falls.
Ansonsten muß man es machen wie die Franzosen,STREIKEN !!!
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Alte Zöpfe gehören abgeschnitten. Alle sollen in die Renten Kasse einzahlen. Geht am 28. MÄRZ zur Großdemo nach München. Ich bin dabei. Kommt mit.
Uhrzeit und wo in München???
Beginn um 12 Uhr auf der Theresienwiese. Der VDK bietet auch kostenlose Busfahrten an und weitere Infos bekommt man vom VDK. Ich hoffe, dass viele teilnehmen und es etwas großes wird.
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Die wissen nicht mehr, woher sie das Geld für ihre Spinnereien nehmen sollen .
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Wozu? Um die faulen Harz IV er zu verwöhnen? Und die Vollkaskoversorgung unserer geliebten „Flüchtlinge“ nee Danke.......
Zum Glück haben Sie keine Vorurteile! Freuen Sie sich, dass Sie nicht betroffen sind, z.B. nicht auf ALG II/Hartz IV angewiesen sind oder waren! Wie alle Pauschalurteile, sind nicht alle Empfänger zu faul!
Stimmt, aber die ich kenne, alle......Ausnahme bestätigen die Regel....
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Es ist eine Kapitulation an das bestehende Rentensystem und mehr nicht.
Es zeigt, dass das bisherige System etwas justiert werden soll um so das kranke System etwas aufzupolieren.
Es sind doch einfache Rechenwege um aufzuzeigen wo wir damit hinsteuern.
Was sagt Dr. Bernd Raffelhüschen dazu?
https://www.focus.de/finanzen/alters...276422.html
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Neben einer Rentenversicherungspflicht für ALLE. Auch eine Abschaffung der Beitragsbemessungsgrenze.
Was soll das bringen, dann ergibt sich doch auch höhere Rente daraus
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unter diesen Umständen muss ich sagen: ICH hab"s geschafft davon zu kommen. Seit dem letzten Oktober bin ich Rentnerin. Obwohl ich mich seelisch immer noch nicht damit abgefunden habe....... trotzdem Glück gehabt.
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Aber nur wenn das auch für Beamte und den öffentlichen Dienst gilt.
Dann muss deren Vorruhestands Regel aber auch abgeschafft werden. Wahrscheinlich ein frommer Wunsch von mir.
Welche Vorruhestandsregel? Die müssen doch auch bis 67, außer bei Schwerbehinderung, genau wie andere Aebeitnehmer
Das ist mir neu.
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