Grundrente beschlossen: Wer ab 2021 mehr Geld bekommt

Nach langem Streit und viel Hin und Her hat das Bundeskabinett am Mittwoch d ...
Nach langem Streit und viel Hin und Her hat das Bundeskabinett am Mittwoch die Grundrente beschlossenFoto-Quelle: Pixabay
News Team
Von News Team

Nach monatelangem Streit hat die Bundesregierung die geplante Grundrente für Geringverdiener auf den Weg gebracht. Das Bundeskabinett beschloss am Mittwoch den Gesetzentwurf von Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD). Wer Anspruch auf den Zuschlag hat, wie hoch er ausfällt - hier die Antworten auf wichtige Fragen.

Rund 1,3 Millionen Menschen mit kleinen Renten sollen ab kommendem Jahr Aufschläge auf ihre Bezüge erhalten.

Profitieren von der Grundrente sollen langjährige Geringverdiener mit kleiner Rente, die mindestens 33 Jahre lang in die Rentenkasse eingezahlt haben. Eine Einkommensprüfung soll sicherstellen, dass diejenigen den Aufschlag erhalten, die ihn auch brauchen.

Lesen Sie auch: Grundrente: Selbst Höchstsatz reicht in Großstädten kaum zum Leben

Im Startjahr 2021 soll die Grundrente die Steuerzahler 1,3 Milliarden Euro kosten.

Das ist konkret geplant:

Wer hat Anspruch auf Grundrente?

Die Grundrente sollen ab Januar 2021 Senioren erhalten, die trotz jahrelanger Berufstätigkeit nur eine Minirente beziehen. Wenn sie mindestens 33 Jahre lang Beiträge an die gesetzliche Rentenversicherung abgeführt haben, erhalten sie ab kommendem Jahr den Zuschlag. Angerechnet werden Rentenbeiträge aus Beschäftigung, Kindererziehung oder Pflegetätigkeit.

Welches Einkommen wird angerechnet?

Rentner mit einem monatlichen Einkommen von maximal 1250 Euro (Alleinstehende) und 1950 Euro (Eheleute oder Lebenspartner) haben nach 35 Beitragsjahren Anspruch auf den vollen Grundrenten-Aufschlag. Bis zu diesen Einkommen werden die Einkommen nicht angerechnet.

Höhere Einkommen werden zu 60 Prozent auf die Grundrente angerechnet. Bedeutet zum Beispiel: Bei einem Single mit 1300 Euro im Monat würden 50 Euro zu 60 Prozent angerechnet, seine Grundrente würde um 30 Euro geringer ausfallen.

Ab monatlich 1600 Euro (2300 Euro bei Ehepaaren) wird das Einkommen zu 100 Prozent berücksichtigt. Bei der Einkommensprüfung werden auch Einnahmen durch Kapitalerträge berücksichtigt.

Wie hoch ist der Zuschlag?

Die Grundrente ist gestaffelt: Bereits nach 33 Beitragsjahren haben Senioren mit kleiner Rente einen Anspruch darauf - allerdings noch nicht in voller Höhe. Dies ist erst nach 35 Beitragsjahren der Fall. Wie hoch der Zuschlag ausfällt, hängt vom Einkommen ab. Der Maximalbetrag liegt laut Bundesarbeitsministerium bei 404,86 Euro im Monat.

Wie wird die Grundrente berechnet?

Die Berechnung der Grundrente ist kompliziert. Vereinfacht gesagt werden dabei die Entgeltpunkte aufgewertet, die ganz allgemein für die Berechnung der Rente herangezogen werden.

Auch interessant: Grundrente: Deutsche Rentenversicherung zerpflückt geplantes Gesetz

Die Entgeltpunkte werden jedoch nur für die Zeiten aufgewertet, in denen ein Rentner während seines Arbeitslebens weniger verdient hat als der Durchschnitt in dem Jahr - allerdings auch nicht beträchtlich weniger: berücksichtigt werden gezahlte Beiträge zwischen 30 bis 80 Prozent des Durchschnittseinkommens.

Wie sieht die Einkommensprüfung aus?

Eine Bedürftigkeitsprüfung gibt es bei der Grundrente nicht. Eine Einkommensprüfung soll sicherstellen, dass nur diejenigen den Zuschlag auf ihre kleine Rente erhalten, die dies tatsächlich benötigen.

Das Vermögen der potenziellen Bezieher einer Grundrente bleibt bei der Prüfung außen vor, berücksichtigt werden jedoch etwa Mieteinkünfte, Kapitalerträge und Einnahmen aus betrieblicher oder privater Vorsorge - also die Einnahmen, die Rentner auch bei der Steuer angeben.

Müssen Berechtigte einen Antrag auf Grundrente stellen?

Es ist nicht nötig, einen Antrag auf Grundrente zu stellen. Durch Datenabgleich mit den Finanzämtern sollen Berechtigte automatisch ermittelt und ihnen die Grundrente gezahlt werden. Vorgesehen sind auch Abfragen beim Bundeszentralamt für Steuern und Kreditinstituten.

Wie wird die Grundrente finanziert?

Die Kosten für die Grundrente werden im ersten Jahr (2021) auf rund 1,3 Milliarden Euro veranschlagt. Bezahlt werden soll dies nicht von der Rentenversicherung, sondern aus Steuermitteln.

Die SPD will die Grundrente aus den Einnahmen der geplanten Finanztransaktionssteuer auf Börsengeschäfte finanzieren. Allerdings gibt es diese Steuer noch nicht, die Einführung ist ungewiss.

Im Video: Rente mit 63 - Was Sie tun müssen, damit der Traum Wirklichkeit wird

autoren wize.life

51 Kommentare

Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Hat da schon mal jemand nachgedacht, wie es da Erwerbsunfähigkeits Rentnern geht die keine 33 Jahre sondern weniger eingezahlt haben.....weil sie schwer krank wurden und deshalb die erforderlichen33 Jahre nicht haben....die sind auf Grund ihrer Krankheit nicht nur sondern auch wegen der fehlenden Jahre zweimal die Verlierer !!!!!
Aber so ist es in unserem so hochgelobten Sozialstaat.......
Deutschland sollte sich einmal ein Beispiel an Österreich und den skandinavischen Ländern nehmen.........😥😥
Wieviel % der Fälle mögen das wohl sein?
Und in Österreich oder Skandinavien ist es grundsätzlich alles besser und gerechter? Berichten Sie uns genauere Fakten.
Und genau hier sehe ich die große Ungerechtigkeit gegenüber dem Beamtentum.
Wer als Beamte 24 Monate krank geschrieben ist (bei vollen Lohnausgleich versteht sich) geht automatisch in den Vorruhestand mit einem Bezug von mindestens 1.500€ /Monat.
Hier gibt es keine Berufsunfähigkeit, wo man den Kranken erst einmal jahrelang in eine Teilzeitarbeit oder Arbeit mit geringerer Belastung verdonnert und schon alleine durch diesen neuen Arbeitsplatz weniger Geld verdient und somit später automatisch auch wiederum eine kleinere Rente beziehen wird.
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
"monatlichen Einkommen von maximal 1250 Euro" , ha, da kenne ich viele Rentner/innen, die das nicht haben obwohl einen festen Job und hart gearbeitet. "Unterer Einkommensbereich"? Wie bitte? Das war wohl eher der mittlere Einkommensbereich - und der macht einen auch schon zu einem armen Rentner/in.
Was für eine Unverschämtheit der Politik - und ihre Diäten wurden wieder um ein vielfaches erhöht, von den Pensionsansprüchen ganz zu schweigen. Dass die morgens überhaupt noch in den Spiegel schauen können!!!!!
Und selbst noch nie hart gearbeitet--- und auch heute wohl nie drangedacht, was es heißt, morgens frische Brötchen, Mittags entsprechendes Essen, ein Haus zu bewohnen, das von gebaut wurde und und und und. Keine Achtsamkeit, keine Achtung den Mitmenschen gegenüber, Arroganz und Abgehobenheit.
Ja Hauptsache den Politiker und gehobenen Beamten geht es gut. Da kann man schon Mal ein paar Almosen an das dumme Volk verteilen. Traurig traurig, aber war.
nein, ist leider nicht wahr!
was ist nicht wahr Herr Ober ?
"Im Jahr 2021 soll die Grundrente die Steuerzahler 1,3 Milliarden Euro kosten. Die Finanzierung der Grundrente soll aus Steuermitteln erfolgen. Wie das Geld dort aufgebracht wird, ist noch unklar. "
https://www.tagesschau.de/inland/hin...te-101.html
Es kann aber auch noch erheblich mehr sein:
https://www.spiegel.de/wirtschaft/so...288753.html
Da kann man ja wohl nicht von ein paar Almosen sprechen, oder?

Und das ganze Rentenproblem besteht, weil es den Spitzenbeamten zu gut geht??
Das ist sicher nicht ein Problem wegen den Spitzenbeamten.
Nein, es ist ein Systemproblem des Umlageverfahrens und ein Problem der Ungleichheit.
Lasst hier einen Volksentscheid zu wer in diesem Land zur Rentenfinanzierung Beiträge entrichten muss und vieles wird sich ändern. Es würde gerechter werden oder sind Sie nicht der Meinung?
Und es wäre auch notwendiger Rettungsschirm für die vielen kleinen Selbständigen, welche oft im Alter so wie Geringverdiener am Hungertuch nagen müssen.
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Es zeigt die Kapitulation und das Versagen der Regierung bzw. Rentenkommission neue nachhaltige Änderungen im System durchzuführen.
Alles wird beim Alten bleiben und wirkliche Anpassung an ein verändertes Arbeitsleben findet nicht statt.
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Das ist doch mal wieder eine Posse und für jeden Humoristen ein Gag. Die DRB gab folgendes an: Die Prüfung die die Mitarbeiter der deutschen Rentenversicherungsanstalt-Bund tätigen sollen, dazu werden 650 Mitarbeiter und ein Jahr Zeit benötigt!??
Haben diese Damen und Herren der Schöpfung schon einmal etwas von einer Datenverarbeitung gehört?? Für solch eine Arbeit benötigt ein vernünftiges Rechenzentrum vielleicht einen Monat nach Auftragsvergabe. Wann wollen diese Tagträumer mit einer Auszahlung beginnen? Bis Dato können schon 1 Million bedürftiger Rentner gestorben sein, das ist doch in der heutigen Zeit eine Blamage so etwas von sich zu geben.
Wer gleubt da noch an eine Auszahlung im Jahre 2021?? Wer da in dem Wahljahr wohl noch CDU/CSU und SPD wählt??? Nur noch einige Beklopte !!!
Da sind doch einige Baustellen noch in Arbeit.
Z.B. wie soll denn die "Bedürftigkeit" festgestellt werden, wenn z.B. die Abgeltungssteuer von Kapitalanlagen anonym von den Banken abgeführt wird und somit inländische Kapitalerträge nirgendwo erscheinen.
Da in der Steuererklärung nur das Beiblatt V+V vorhanden ist, kann z.B. mit einem Minusbetrag auch ein Mehrfamilienhaus herauskommen. Ausschlaggeben soll in erter Linie das Rentenentgelt sein, Rente<800€ dann besteht ein Anspruch. Die Zahl ob 800 oder 924 € ist noch nicht heraus. Lassen wir uns überraschen. Bestimmt haben hinterher die Sozial - Gerichte wieder genügend zu arbeiten.
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Ich könnte es mir schon denken, dass das wieder einer der Mogelpackung gibt, die schon öfter an die dummen Bundesbürger verteilt wurden, mit Gießkanne Prinzip...
Wie lange will die Regierung uns Bürger noch verar... en und lassen sich auch noch verar... en?!
Deutschland als reichste Land, mit zu vielen Merkel-Gästen, hat den niedrigsten Renten Satz in Europa. Die Rentner werden mit Füßen getreten, wie immer schon.
Vorallem die Rente schon zu besteuern ist voll beschiss!
Sorry, aber ich bin stocksauer... 😡
Die das wieder ausgeheckt haben sollten erst mal in die Rentenkasse zahlen.
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Unser gesamtes politisches System befindet sich somit im Würgegriff der Merkel-Regierung. Nach Schätzungen belaufen sich die Kosten für die Vollversorgung der Armutsemigranten auf mehr als 50 Milliarden im Jahr. Ein Staat, der seine Grenzen nicht schützt und selbst Schwerkriminelle unkontrolliert aufnimmt und aus dem deutschen Sozialsystem alimentiert, gibt die eigene Bevölkerung für Vergewaltigung und im Extremfall sogar für Mord frei. Unterdessen sank das durchschnittliche Rentenniveau im gleichen Zeitraum von 52,6 % des Nettolohns auf 48 % (2019) und zählt damit zu den niedrigsten in Europa. Angesichts all dieser Entwicklungen kann man ohne Übertreibung feststellen, dass es in der Geschichte der Bundesrepublik noch nie einen Bundeskanzler gegeben hat, der dem eigenen Gemeinwesen so nachhaltigen und irreversiblen Schaden zugefügt hat wie Angela Merkel.
Du hast ja so was von recht, doch die meisten wachen immer noch nicht auf. Jetzt beschuldigen die sogar die AFD für den Irren von Hanau und dessen Vater soll angeblich ein Politiker von den "grünen" sein. Leider hat der deutsche Bürger hier gar nichts mehr zu sagen.
Ich hoffe dass ich den Wechsel noch erlebe, dass der Rentner nicht mehr auf's Sozialamt muss denn die Grundsicherung ist deprimierend.
ja nee is klar: mit dem Ausländerhass und der Stimmungsmache hat die AfD absolut gaaa nix zu tun ...
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Liebe Leute,ihr glaubt doch wohl nicht das es nur einen Politiker gibt der sich um das Wohl bedürftiger Rentner kümmert.Der Sinn der Grundrente ist einfach damit zu erklären,das ab 2021 alle Rentner geprüft werden,auch die, welche keinen Lohnsteuer Antrag stellen. Dann bekommen tausende Rentner eine Aufforderung diesen jetzt nachträglich zu machen. Und dann bekommt Vater Staat sein Geld wieder zurück.Alleine was dieser Verwaltungsakt kostet ist nicht auszudenken.
Besser wäre es gewesen die Rente von der Steuerpflicht und von der Zuzahlung der Krankenversicherung zu befreien.Dann hätten alle etwas davon gehabt.

Lieben Gruß
Der weitere Grund ist, dass 2021 ein Wahljahr ist und man doch hofft, sich damit die Stimmer vieler Rentner zu sichern.
Hallo Erik
was für Geld zurück.......?meine Rente habe ich mir selbst erarbeitet ,
der Staat hat Jahrzente lang mit meinem Geld gearbeitet. ......oder nicht????
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
... leider, leider NICHT gerecht... alles sofortiger Abzug wieder..,..,????
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Ist das gerecht ? Ich habe immer 40 Std gearbeitet und komme bis kurz über die Grenze. Meine Schwägerin ist nur halbtags gegangen und hat weitaus weniger in die Rentenkasse eingezahlt, kommt jetzt dann aber auf fast gleiche Rente mit der Grundrente.
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.