Früher in Rente: Immer mehr zahlen dafür freiwillig Extrabeiträge

Um früher den Ruhestand genießen zu können, zahlen immer mehr Versicherte Ex ...
Um früher den Ruhestand genießen zu können, zahlen immer mehr Versicherte Extrabeiträge an die RentenversicherungFoto-Quelle: diego cervo - Fotolia
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Immer mehr Deutsche wollen mit 63 in Rente gehen. Sie sind bereit, dafür Extra-Beiträge zu zahlen, um Abschläge auszugleichen. Entsprechende Zahlungen an die Rentenversicherung haben erneut enorm zugenommen. Versicherte zahlen jedes Jahr Hunderte Millionen Euro freiwillig in die Rentenversicherung ein.

Wer die "Rente mit 63" in Anspruch nehmen will, um sich früher und ohne Abschläge in den Ruhestand zu verabschieden, muss eine hohe Hürde überwinden: Mindestens 45 Jahre lang muss er/sie in die Rentenkasse eingezahlt haben.

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Diese Voraussetzung ist vor allem für diejenigen schwer zu erreichen, die ein Studium absolviert haben.

Abschläge durch Sonderzahlungen ausgleichen

Eine andere Möglichkeit: Man gleicht die Abschläge durch Sonderzahlungen an die Rentenversicherung aus.

Im Video: Rente mit 63 - Was Sie tun müssen, damit der Traum Wirklichkeit wird

Diese Möglichkeit wird offenbar für viele Versicherte immer attraktiver: Zwischen 2017 und 2018 ist die Zahl der Versicherten stark gestiegen, die mit Sonderbeiträgen spätere Rentenminderungen ausgleichen wollten, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" und bezieht sich auf eine Analyse der Deutschen Rentenversicherung (DRV).

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Im Jahr 2017 zahlten insgesamt 11.620 Menschen Sonderbeiträge in die Rentenkasse ein. Im Jahr darauf, 2018, waren es bereits 17.086 Versicherte - das sind fast 50 Prozent mehr.

Auch die Höhe der von den Versicherten eingezahlten Beiträge ist enorm: Im Schnitt hat demnach 2018 jeder mehr als 17.000 Euro freiwillig an die Rentenkasse überwiesen.

Insgesamt 291 Millionen Euro flossen als Sonderzahlungen an die Deutsche Rentenversicherung. Der Betrag lag im Jahr davor noch bei 207 Millionen Euro.

"Zeichen für Vertrauen in Sicherheit der Rente"

Eine Sprecherin der Rentenversicherung sieht darin gegenüber der SZ ein "Zeichen für das Vertrauen der Beitragszahler in die Sicherheit der gesetzlichen Rente".

Sonderzahlungen an die Rentenkassen boomen auch wegen der niedrigen Zinsen. Andere Formen der Altersvorsorge wie Tages- oder Festgeldkonten werden dadurch unattraktiver.

Seit 2017 ist es möglich, ab dem 50. Lebensjahr eine Minderung seiner Rente durch freiwillige Beiträge auszugleichen.

Fast jeder 4. nimmt Abschläge in Kauf

Denn bei der Berechnung der gesetzlichen Rente gilt: Für jeden Monat, den man vom 63. Lebensjahr an früher in Rente geht, wird ein Abschlag von 0,3 Prozent fällig. Im Jahr also 3,6 Prozent, maximal 14,4 Prozent.

Doch auch eine geminderte Rente nehmen viele Versicherte in Kauf, um früher in den Ruhestand zu gehen: Fast ein Viertel (23 Prozent) aller Altersrentner ging laut SZ im Jahr 2018 mit Abschlägen in Rente. Dabei verzichteten sie im Schnitt monatlich auf 90 Euro (brutto).

autoren wize.life

3 Kommentare

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Wenn ich immer gut Verdient habe und 45 Jahre lang einbezahlt habe, habe ich sicherlich Privat vorgesorgt und kann es mir leisten mit 63 Jahren auch mit Abzügen in die Rente zu gehen.
Wenn ich aber nur 40 Beitragsjahre habe, Kinder groß gezogen habe, in Teilzeit zum Mindestlohn gearbeitet habe, dann habe ich die A-Karte gezogen. Denn von nichts kann man nichts ein-oder nachzahlen, also muss ich wohl oder über bis zum bitteren Ende arbeiten....so sieht die Realität aus.
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.....wer"s glaubt wird selig.........
Wieso?
Die entsprechenden Leute werden es sich sehr wohl überlegt haben, ob die das Geld einzahlen oder nicht. Gerade bei solchen Summen sind es eher die cleveren Leute, die ihren Verstand einsetzen.
Es gibt zwei Szenarien, in denen eine Einzahlung sehr sinnvoll ist.
a) die Wartezeit ist noch nicht erreicht und es fehlt nur eine überschaubare Zeitspanne. z.B. eine Mutter, die nach einem Kind bereits 3 Jahre angerechnet bekommt und die demsprechend bereits ca. 90EUR Rente erhalten würde (ohne Beachtung von weiteren Ansprüchen in anderen Renten). Diese 90 EUR / Monat erhält sie aber nur, wenn Sie einmalig einen Betrag von ca 7200EUR einzahlt - dann würde Sie monatlich sogar 150 EUR. Unter Beachtung der Abzugsfähigkeit des Beitrags hat sich nach ca. 4 Jahren Rentenbezug Ihre EInzahlung wieder heraus.
b) die zweite und vermutlich häufigere Variante liegt an den Frühverrentungen. Die grossen Firmen loben ältere Mitarbeiter eventuell mit üppigen Abfindungen aus der Firma. Diese Abfindungen führen schnell zur einer sehr hohen Besteuerung, sodass bis zu 40% der Abfindung wieder wegfällt. Zahlt man nun die Abfindung als Rentenbeitrag ist dieser (fast) komplett steuerfrei und führt später zu einer höheren Rente. Da dies oft auch jüngere Menschen betrifft (Frühverrentung 57++) ist in den meisten Fällen auch eine sehr lange Rentenbezugsdauer anzunehmen - sodass sich dieser Weg sehr wohl rentiert. Die nachgelagerte Bestreuerung bedeutet auch, dass von der Abfindung nur geringe Steuern zu zahlen sind (zumindest weniger als bei einer einmaligen Besteuerung).

Ansonsten ist die Anlage in einem Sparplan viel sinnvoller; man ist flexibler und dies unterliegt auch keinem SV Abzug.
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